Russland steuert auf Debakel zu

17. Februar 2010, 12:28
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    foto: reuters/gary hershorn

    Nach einem Viertel aller Entscheidungen läuft es noch nicht optimal für Russland. (Im Bild das Eistanz-Paar Maria Mukhortowa/Maxim Trankow)

Vier Jahre vor Sotschi hält der Gastgeber der nächsten Winter­spiele nach einem Viertel der Entscheidungen bei nur einer Bronzemedaille

Vancouver - Eiszeit statt Wintermärchen für Russlands Olympia-Sportler. Beim Blick auf den Medaillenspiegel schaut es für die Gastgeber der nächsten Winterspiele düster aus: Platz 19 hinter Australien, Estland und Polen in der Nationenwertung. Vier Jahre vor den "Heimspielen" im Schwarzmeer-Kurort Sotschi deutet sich für die Wintersportler aus dem Riesenreich zwischen Brest und Wladiwostok ein Debakel an.

Nach einem Viertel der 86 Entscheidungen haben die Russen bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver erst eine einzige Medaille abgeholt: Bronze für Eisschnellläufer Iwan Skobrew über 5.000 Meter. Vor vier Jahren waren die Russen in Turin mit 22 Medaillen noch die Nummer vier der Winter-Welt hinter Deutschland (29), den USA (25) und Österreich (23). Nun muss schnell die Wende her. Die Eishockey-"Sbornaja" könnte erst am Schlusstag jenes Gold holen, das Gastgeber Kanada eigentlich schon fest eingeplant hat.

In der Heimat regt sich schon leise Kritik. "Warum wir den Start verschlafen haben?" - die russische Zeitung "Komsomolskaja Prawda" wagt einen Erklärungsversuch. Eine Ursache sei die "verlorene Generation" der 90er Jahre, als auch der Sport am Tiefpunkt war. Der Zusammenbruch der alten Strukturen wirkt bis heute nach. Aus Stadien wurden in den 90ern Marktplätze, Profisportler wurden mit ein paar Kopeken abgespeist, beklagte die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin von Turin und heutige Duma-Abgeordnete Swetlana Schurowa in der Online-Ausgabe der Zeitung.

"Gangster" hätten damals sogar öffentliche Schwimmbäder vereinnahmt und ihre Hunde in den Becken baden lassen, erklärte der russische Geschichtsprofessor an der Universität von San Diego, Robert Edelman, in der "Vancouver Sun". Nach Ansicht des Sportjournalisten Wladimir Geskin verfügt der russische Sport erst jetzt über jene Einrichtungen und genieße die Unterstützung, die er zu seinen Glanzzeiten in der Sowjetunion Ende der 80er Jahre hatte. "Vielleicht sind wir in vier Jahren, wenn Olympia nach Sotschi kommt, zurück", sagte Geskin.

Exempel Eiskunstlauf, seit Jahrzehnten eine russische Domäne und einst El Dorado für tausende Talente. Doch erstmals seit 46 Jahren verpassten die Paarläufer aus Moskau und St. Petersburg das abonnierte Gold. Schlimmer noch: Die zierliche Japanerin Yuko Kavaguti, erst im Vorjahr auf eigenen Wunsch eingebürgert, lief mit ihrem Partner Alexander Smirnow um 16 Punkte am Bronze-Platz vorbei. In den 90er Jahren wanderten etliche Spitzentrainer aus Russland in die USA ab, mit ihren fleißigen und hochmotivierten Eis-Eleven im Schlepptau. Trainer weg, Asse weg, Vorbilder weg. Das rächte sich.

Auch das Thema Doping wird bei der Ursachenforschung heißt diskutiert. Immer wenn in der Vergangenheit Sportbetrüger ertappt wurden, waren russische Athleten dabei. Allein seit dem letzten Winter sind elf von ihnen - Biathleten, Langläufer und ein Nordischer Kombinierer - positiv getestet worden. Danach wurde das Kontrollnetz rund um Russland immer enger gezogen, und in Vancouver stehen die Sportler unter besonderer Beobachtung. (APA)

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25 Postings
Mein Stuppzimmer
00
22.2.2010, 01:25
ist denen

das doping ausgegangen?

tablespace65
00
19.2.2010, 01:15
Es freut "die fairen und objektiven ZuseherInnen" offensichtlich, dass der "russische Bär noch schläft"...

Susi Wolf
00
18.2.2010, 13:02
Medaillien für Ö bei Winterspielen seit 1964

1964 Innsbruck 4 5 3 12
1968 Grenoble 3 4 4 11
1972 Sapporo 1 2 2 5
1976 Innsbruck 2 2 2 6
1980 Lake Pl 3 2 2 7
1984 Sarajevo 0 0 1 1
1988 Calgary 3 5 2 10
1992 Albertville 6 7 8 21
1994 Lilleh 2 3 4 9
1998 Nagano 3 5 9 17
2002 Salt Lake 3 4 10 17
2006 Turin 9 7 7 23

Grafisch:

20-24|**
15-19|**
10-14|***
05-09|****
00-04|*

Bei der Hälfte der Spiele waren es über 10 Medaillen,
bei der anderen Hälfte der Spiele höchstens 10.

Plugman
00
18.2.2010, 14:22

Der Vergleich hinkt etwas. Seit Calgary sind es statt vorher 6 nunmehr 10 Alpinbewerbe. Auch im Skispringen und der Nord. Kombi mit dem Team mehr Chancen. Unter 10 ist bei jetzigen Spielen sicherlich ein schwaches Abschneiden. Aber dazu wird es ja auch nicht kommen.

-_-
00
17.2.2010, 22:57
nun, aber Österreich ev. auch

4 Medaillen nach 25% der Bewerbe ist auch weit entfernt von den erhofften 22-24 Medaillen

Plugman
00
18.2.2010, 12:18

Hat sich jemand 22 - 24 Medaillen erhofft? Ich denke dass eigentlich allen klar war, dass man das Ergebnis von Turin nicht wiederholen wird können. Ich schätze dass es am Ende etwa 15 Medaillen werden, das wäre ein sehr gutes Abschneiden.

Gary Grantscherbn
00
17.2.2010, 18:43

na, vielleicht kommen erst die Bewerbe, in denen die Russen stark sind. Aus heimischer Sicht kommen ja auch erst die Spezialdisziplinen.

Sergej Lebed
00
17.2.2010, 17:49

Eine Bronzemedaille ist angesichts von 142 Millionen Einwohnern in der Tat mager...

Walter KURTZ
 
00
17.2.2010, 17:32

RUßland hat früher v.a. in Langlauf, Biathlon & Eiskunstlauf dominiert. In ersten beiden Disziplinen wird ihnen wahrscheinlich die WADA zum Verhängnis, im Eiskunstlauf mischen immer mehr die Chinesen mit.

Vorpotsky
00
17.2.2010, 16:59
Die mokieren sich über Russland

und übersehen dabei glatt, dass es für Österreich ebenfalls ziemlich düster ausschaut - ich mein wieviel Medaillen sind da noch drin? Vor 4 Jahren noch auf dem 3. Platz mit über 20 Medaillen! Ich lehn mich jetz mal ein bisschen aus dem Fenster und sag, im Ski Alpin können wir uns auf eine Riesenenttäuschung gefasst machen.

asdf 1234
00
17.2.2010, 18:59
Warum?

Ski-Alpin ist erst ein Bewerb absolviert (Abfahrt-Herren), in Turin erreichten wir in dieser Disziplin Siber, bei den Springern erreichten wir auf der Normalschanze in Turin keine Medaille, genauso, wie bei den Biathleten und im Damen-Einsitzer nicht. In Vancuver erreichten wir nach diesen Bewerben 2x Silber, 1xBronze. Nur heute wird Dorfmeisters Goldene in der Abfahrt nicht zu verteidigen sein;-)))

asdf 1234
00
17.2.2010, 18:53
Den Vergleich mit Turin heranzuziehen ist für Österreich

ein Ding, das uns als sicheren Verlierer aussehen lässt, zumal wohl niemand glaubt, dass Österreich die erfolgreichsten Spiele mit alleine 9 Goldmedaillen verdammt schwer wird topen können, zumal wir dort vier Doppelolympiasieger/innen stellten, dazu noch Gold im Rodeln, Männer, Doppelsitzer. Wenn alleine die Mdaillenanzahl von Turin (23) knapp erreicht werden kann, ist es ein Erfolg für Österreich !

tom1021
00
17.2.2010, 16:58

Was sind denn Eis-Eleven?

Krawuzi Kabuzi
00
17.2.2010, 19:38

Die, die vor den Eis-Twelven sind ;-P

falzo1
10
17.2.2010, 14:00
Protest gegen die Zerstörung der Kaukasus-Wälder für Olympia in Sotschi!!

Protest gegen die Zerstörung der Kaukasus-Wälder für Olympia in Sotschi!!

Gary Grantscherbn
00
17.2.2010, 18:43

Amen!

Ausgeflippter Lodenfreak
12
17.2.2010, 15:55

ironie
Zerstörung der Kaukasus-Wälder - Nein Danke!
ironie off

Argumente wären gefragt:
Was macht diese Wälder so besonders wertvoll?
Im Zuge von sportlichen Großveranstaltungen, Weltausstellungen, Kulturhauptstädten, usw. wird immer Infrastruktur aufgebaut. Warum ist das in Sotchi schlimmer, schlechter, böser?
usw..

Girgl Galgenstein
00
17.2.2010, 23:25
Die Biosphärenreservate werden dort dem Kommerz geopfert

http://www.weser-kurier.de/Artikel/S... tschi.html

falzo1
01
17.2.2010, 18:40

weil dort quasi von 0 auf 100 hochgefahren wird und es keine überprüfbaren Umweltprüfungen gibt.

Marsal Josip Broz
02
17.2.2010, 12:35
In Geographie nicht aufgepasst ?

"Riesenreich zwischen Brest und Wladiwostok"

Öhem? Auf dieser Welt gibt es zwei grössere Städte namens Brest: Eine liegt in der Bretagne, die andere an der Grenze von Polen und Belarus, die erste tausende, die zweite hunderte Kilometer von Russland entfernt.
Was soll also diese Aussage ?

Gary Grantscherbn
10
17.2.2010, 18:45

Denk einfach einmal nach. Und dann darfst du wieder schreiben, ok?

E Weiser
00
17.2.2010, 14:08


Habe eigentlich gleich an Brest an der polnischen Grenze gedacht, ist ja auch als Spurwechselbahnhof von der Eisenbahn her bekannt.
Brest in der Bretagne ist mir bei diesem Artikel nichteinmal nur ansatzweise in den Sinn gekommen.

denk mal
00
17.2.2010, 13:58
Na ja, "zwischen den großen Zehen" ist zB auch relativ weit von diesen weg...

Christian Oberndorfer
04
17.2.2010, 13:22

bei der apa dürfte noch etwas älteres kartenmaterial in verwendung sein. aber wer weiß, vielleicht stimmt's in zwanzig jahren wieder.

uncertainty principle
 
33
17.2.2010, 12:59
Stimmt, die APA hat auch auf der anderen Seite nicht aufgepasst:

Wladiwostok liegt die Kleinigkeit von etwa 4.500km westlich der östlichen Staatsgrenze Russlands.

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