SP will 120 Sonderbehörden abschaffen

17. Februar 2010, 11:54

Faymann-Entwurf für umfassende Reform der Verwaltung liegt vor - Neun Verwaltungsgerichte geplant - Umstrittenes Asylgericht soll bleiben

Wien - Nach jahrelangen Vorarbeiten macht die Regierung nun ernst mit der Einführung der neuen Verwaltungsgerichte. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat den Entwurf für eine grundlegende Reform der Verwaltungsverfahren nun vorgelegt. Damit werden neun neue Verwaltungsgerichte in den Ländern und zwei auf Bundesebene geschaffen. Im Gegenzug werden rund 120 Sonderbehörden und Senate des Bundes und der Länder aufgelöst. Oberste Instanz in allen Verwaltungsverfahren bleibt der Verwaltungsgerichtshof. Ausnahme: Asylwerber dürfen sich weiterhin nicht an das Höchstgericht wenden, der umstrittene Asylgerichtshof wird im Entwurf nicht angetastet.

Die Reform ist bereits seit Jahren in Planung. Die Grundidee: Wer gegen den Bescheid einer Behörde berufen möchte - wer also etwa mit einem Steuer- oder Baubescheid unzufrieden ist und Einspruch einlegen will - soll sich dafür nicht mehr an die nächst höhere Verwaltungsinstanz wenden, sondern mit seinem Anliegen gleich vor ein unabhängiges Gericht ziehen. Befürworter erwarten sich davon erstens eine höhere Entscheidungsqualität, zweitens aber auch eine Entflechtung des mittlerweile recht unübersichtlichen Behördendschungels in diesem Bereich.

Verwaltungsgerichte statt Verwaltungssenate

Der vom Kanzleramt erstellte Gesetzesentwurf sieht nun die Auflösung von insgesamt 120 weisungsfrei gestellten Berufungssenaten und Sonderbehörden vor: Anstelle der Unabhängigen Verwaltungssenate (UVS) in den Bundesländern sollen neun "Verwaltungsgerichte der Länder" treten. Auf Bundesebene sollen Bundesvergabeamt, Bundesumweltsenat, Datenschutzkommission und Co zu einem "Verwaltungsgericht des Bundes" zusammengeführt werden. Der Unabhängige Finanzsenat wird zum "Verwaltungsgericht des Bundes für Finanzen" umgewandelt.

Mit der Reform verbunden ist auch eine grundlegende Änderung des Instanzenzugs in Verwaltungsverfahren, da über Berufungen nicht mehr die nächsthöhere Verwaltungsinstanz entscheidet, sondern ein unabhängiges Verwaltungsgericht. Ein Beispiel: Wer gegen einen negativen Baubescheid beruft, dessen Verfahren läuft derzeit vom Gemeinderat zum Amt der Landesregierung. Künftig geht die Berufung an das Landesverwaltungsgericht, wodurch die Landesverwaltungen bzw. die Bundesministerien deutlich entlastet werden. Letzte Instanz bleibt der Verwaltungsgerichtshof, der Verfahren künftig aber verstärkt ablehnen darf (wenn es nicht um ein Grundsatzurteil oder nur um eine geringe Geldsumme geht oder wenn die Beschwerde kaum Aussicht auf Erfolg hat).

Asylgerichtshof soll bleiben

Nicht angetastet wird durch die Reform der umstrittene Asylgerichtshof: Flüchtlinge können negative Asylbescheide seit Mitte 2008 nur noch bei diesem Gericht anfechten, ein Instanzenzug zum Verwaltungsgerichtshof ist (bis auf Grundsatzentscheidungen) ausgeschlossen. Weil sich Tausende Asylwerber nun stattdessen an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) wenden, hatte insbesondere dessen Präsident Gerhart Holzinger wiederholt auf die Einbindung des Asylgerichts in die Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit gedrängt. Dies ist derzeit aber offenbar nicht geplant.

Lopatka und Schieder streiten

Während Faymann mit seinen Vorstellungen einer Verwaltungsreform an die Öffentlichkeit geht,  herrscht zwischen den eigentlich für die Verwaltungsreform zuständigen Staatssekretären dicke Luft. Reinhold Lopatka von der ÖVP und sein SP-Gegenüber Andreas Schieder machen einander Vorwürfe. Lopatka hatte zuletzt öffentlich die hohen Pensionskosten der ÖBB kritisiert und eine Anhebung des Antrittsalters gefordert. Schieder wirft dem VP-Politiker nun vor, mit permanenten öffentlichen Querschüssen die Verhandlungen zu stören. "Da entsteht der Eindruck, es geht um persönliche Profilierung", kritisiert Schieder. Lopatka weist das zurück: "Es geht uns um die Umsetzung. Da darf man sich weder vor starken Landeshauptleuten noch vor mächtigen Gewerkschaftsführern fürchten."

Präsident des Verwaltungsgerichtshofs begrüßt Pläne

Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH), Clemens Jabloner, begrüßt die von der Regierung geplanten neuen Verwaltungsgerichte. Jabloner erwartet sich von der Reform eine höhere Qualität der Verwaltungsverfahren und damit eine Entlastung seines Höchstgerichts.

Kristiert hat Jabloner, dass das Asylgericht nicht in die Neuregelung eingebunden ist. Er hofft, dass der Instanzenzug vom Asylgerichtshof zum Verwaltungsgerichtshof künftig wieder ermöglicht wird, "da es nicht unterschiedliche rechtsstaatliche Standards für verschiedene Verwaltungsbereiche geben soll".

Regierung braucht eine Oppositionspartei für Beschluss

Auch die Opposition signalisiert Zustimmung zur von der Regierung geplanten Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Für die Umsetzung braucht die Koalition zumindest die Stimmen einer Oppositionspartei. Die Begutachtungsfrist läuft bis 9. April - also bis nach Ende der "Verfassungsblockade" der Oppositionsparteien.

Herbert Scheibner vom BZÖ kritisiert, dass es zusätzlich zum Bundesverwaltungsgerichtshof noch einen eigenen Finanzgerichtshof geben soll. Außerdem will er Garantien für eine objektivierte Bestellung der Richter im Gesetz verankert wissen. Die Grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol will den Asylgerichtshof gleich in die Reform eingliedern.  Allerdings wollen die Grünen eine stärkere Zentralisierung der Zuständigkeiten der neuen Gerichte erreichen, um eine wegen der neun Landesverwaltungsgerichte zersplitterte Rechtsprechung zu verhindern. Grundsätzlich positiv beurteilt den Entwurf auch FP-Verfassungssprecher Harald Stefan. Auch ÖVP-Verfassungssprecher Wilhelm Molterer sprach von einem abgestimmten Entwurf und rechnet nicht mit Widerstand aus den Ländern. 

Länder warnen vor Kostenabwälzung

Die Bundesländer haben grundsätzlich Unterstützung zu der von der Regierung geplanten Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit signalisiert. Der Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK), warnte allerdings davor, von Bundesseite aus die Kosten auf die Länder abwälzen zu wollen. (APA)

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Thomas Kranz
 
10
14.4.2010, 13:28
SP will 120 Sonderbehörden abschaffen

Herr Faymann, Häupl, Schicker, Sima, Ludwig, und weitere Konsorten, pariert die Staatsanwaltschaft Wien so gut den Weisungen der SPÖ, dass Sie sich dieser "Sonderbehörden" entledigen können. Es ist schon so, die StA und das ZRS Wien manipuliert Anträge und lässt es zu, dass Richter und Richterinnen ungestraft Rechtssuchenden drohen dürfen. Und es ist schon so weit, dass RichterInnen, unverblümt zugeben, "Eine Klage gegen die Stadt Wien wird bei unserem Gericht keinen Erfolg haben" und Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs werden eingestellt. Mafiose Machenschaften müssen per Beschluss von den Opfern finanziert werden! ZB.:GZ II/310.574/29Finanzprokuratur. Eine kriminelle Justiz, Einzelerscheinungen oder doch wissentliches Zusammenwirken?

Thomas Kranz
 
10
14.4.2010, 13:09
SP will 120 Sonderbehörden abschaffen

Es war doch gerade der UVS Wien der die kriminellen Machenschaften des Magistrats der Stadt Wien, einer mafios SPÖ Häupl regierten Stadtverwaltung, offensichtlich per Weisung der hatte verschwinden lassen müssen. Es war doch der UVS, der die mafiosen Machenschaften der MA 67, der MA 48 und Wiener Wohnen wissentlich verschleppt hatte. Es war doch der UVS, der sogar die kriminellen Machenschaften und des Büro Faymann, hatte unter eben solch kriminellen Umständen ebenso hatte verschleiert und es war der UVS, die Staatsanwaltschaft Wien, das LG f ZRS und nicht zuletzt das Bezirksgericht Innere Stadt, die alle wissentlich Akten manipulierten und mit der Hinzuziehung der Finanzprokuratur Beschwerdeführer unter Druck, zu Vergleichen zwang.

Claudia for President
00
20.2.2010, 14:51
Alle Macht den Richtern

Weil die vorhandenen Gerichte in Österreich derart effizient und kompetent arbeiten und weil die Richter derart fleißig sind, brauchen wir unbedingt noch mehr Gerichte in Österreich. Und bis die Politiker draufkommen werden, dass sie sich selbst kastriert haben, wird es halt zu spät sein.

Manchester05
00
19.2.2010, 11:16
Verwaltungsreformen

Bundesländer würde ich jetzt nicht komplett abschaffen, eine Reduktion auf 3 BL wäre schon mal ein Anfang.
Weiters könnte man die Bezirksebene abschaffen.
Die etwas aufgewerteten Gemeinden sollen direkt den 3 Ländern unterstellt werden.
Dafür leist ma uns einen Bundeswurschtel ala Fischer.
Der nächste Präse sollte zumindest eine Fremdsprache in Wort beherrschen, dann könnte er ausser Bayern auch noch andere Länder in repräsentativer Mission bereisen !

Walter Bimini
01
19.2.2010, 06:45
das ist wie im kalten krieg. immer, wenn von abrüstung geredet wurde, wurde in wirklichkeit fleißig weiter aufgerüstet.

und so werden die bürokraten lustig weiter wachsen bis zum staatsbankrott. dann werden auch die bürokraten das erste mal im leben bemerken, daß ein krise nicht nur positiv für sie sein kann, weil sie es das erste mal selber spüren. dann wird zum ersten mal nicht aus-, sondern abgebaut.

Michl52
01
18.2.2010, 23:02
Das ist wohl ein Dauerbrenner

http://derstandard.at/122639652... 2&_seite=3

Jetzt sollen 9 Landesverwaltungsgerichte DAZU kommen.

Walter Bimini
00
19.2.2010, 06:53
die bürokratie kennt in der krise nur eins: weiter ausbauen

nach dem motto "der staat schafft arbeitsplätze". aber diesmal wird der staat nach dem zusammenbruch abbauen müssen. das kann allerdings noch ein paar jahre dauern.

Sumergo Cogito
00
18.2.2010, 19:36
Bundesländer abschaffen ?

Das wird etwa genau so leicht funktionieren, als würde man Fußballvereine, Kennzeichentafeln oder Milchkühe abschaffen wollen, davon gehe ich aus.

Walter Bimini
00
19.2.2010, 06:48
dann schon eher einmal mit dem bundesrat beginnen.

nur die wiener können ein interesse an der abschaffung der bundesländer haben. denn die wiener sehen alles nur aus ihrer sicht und die probleme der menschen in den bundesländern kümmern keinen wiener.

Badboi B.
00
18.2.2010, 09:09
Verwaltungsreform JETZT!

http://www.facebook.com/group.php... 1059287149

Ladet eure Freunde ein, vielleciht schaffen wir es die Freunderl der Regierung mit einem Volksbegehren zu überzeugen.

Walter Bimini
00
19.2.2010, 06:51
vor dem zusammenbruch österreichs wird sich mit sicherheit nichts mehr bewegen.

die politiker und die ganze bürokratie werden noch versuchen den staat schnell weiter aufzublasen um sich und ihre seilschaften zu retten. und dagegen kann man in einer pseudo demokratie nichts machen solange das fiasko nicht für die meisten spürbar wird.

scala2
01
18.2.2010, 07:37
Föderalismus: Anreize richtig setzen

Dezentrale kleinere Strukturen sind praktisch immer flexibler, effizienter und den Bedürfnissen besser angepasst als zentrale Stellen, wenn man die richtigen Anreize schafft - siehe Ministerien.

Leider ist aber heute die Hauptaufgabe der LHs so viel Geld wie möglich für ihr Bundesland auszugeben, weil Steuern muss man sowieso unabhängig davon immer gleich viel an den Bund zahlen und wenn man Überschüsse erzielt muss man sie sogar wieder abführen (GKK-Oberösterreich).

Und damit die Bundesländer nicht ihren Ruf weiter verlieren bedarf es, einer Regional-Presse die nicht nur Hofberichterstattung betreibt und natürlich Landespatrioten die auch ihrem Landeshauptmann kritisch auf die Finger schauen - es geht ja um ihr Land.

silent_trust
 
01
18.2.2010, 06:12
In der Idee nicht schlecht, aber bestenfalls ein erster Schritt.

Wieso bekommen wir schon wieder zusätzliche Instanzen in den Bundesländern ?
Wieso werden die Bundesländerkompetenzen nicht mal angetastet, sondern erweitert ?
Wieso ist das Asylgesetz ausgenommen ? (Verstösst das nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz?)

Wann wird das ORF Konstrukt endlich durchforstet?
Wann geht man den Filz in der Krankenkassen- und Spitalsverwaltung an?
Wann schafft man doppel- und mehrgleisige Verwaltungs- und Gesetzesebenen zwischen Bund und Ländern ab?

Walter Bimini
00
19.2.2010, 06:55
weil die bürokratie in wirklichkeit aus- und nicht abbauen will.

russiaTV
04
18.2.2010, 00:59
ein so kleines land wie österreich braucht keine

neun bundesländer mit hunderten bonzen die das staatsvermögen verprassen mit ihren obszön hohen gehältern und pensionen.

Walter Bimini
00
19.2.2010, 07:01
die bundesländer haben sehr wohl einen sinn - was nicht heißt, daß die bürokratie in den bundesländern nicht auch zusammengestutzt werden sollte.

denn es wäre für die nicht-wiener kein vergnügen nur von wien aus regiert zu werden. statt weiter zu zentralisieren kännte man, solange österreich noch in der eudssr ist, genauso gut auf den bundesstaat verzichten. ein großteil der gesetze wird ohnehin in brüssel gemacht.

abschaffung der bundesländer wäre nur dann vertretbar, wenn die institutionen des staates dann nicht im wasserkopf österreichs konzentriert wären. örtliche konzentration ist ja heutzutage nicht mehr notwendig.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
18.2.2010, 08:40

... und sinnbefreiten Projekten die bei Parteifreunden beauftragt werden.

Falconeye
04
18.2.2010, 00:42
Eine der grossen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

So "unsexy" das thema "Verwaltungsreform" erscheinen mag. Nach knapp über 20-jähriger Diskussion brennt der Hut. 5 Verwaltungsebenen - von Brüssel bis zum Dorfbürgermeister - zu viele Köche verderben den Brei. Und greifen nicht gerade flach in den Steuertopf, wenn man die Beamten- und Politikergehälter genauer betrachtet.

iohui
01
18.2.2010, 03:10

jawoll.
aber einsprüche gegen steuerbescheide vor gericht zu verhandeln wird an dem sündteuren drama nix verbessern, eher im gegenteil.

das Katzi schlaft oben ! hush-hush-austria
03
18.2.2010, 01:02
20 jähriger Diskussion

20 jährige Monologe würde besser passen ;)

gesundheitsministerium@wko.at
04
17.2.2010, 23:47
weitere vorschläge


bundesrat abschaffen (-->LH konferenz)

NR wieder auf 100 reduzieren

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
18.2.2010, 08:29
Würde ich sofort unterschreiben!


Sgt. Floyd Pepper
05
17.2.2010, 22:30
Der Föderalismus hat sich vollkommen überlebt.

Die Landesebene ist daher ersatzlos abzuschaffen. Für die Verwaltung reichen die Bezirksverwaltungsbehörden.

Walter Bimini
00
19.2.2010, 07:03
niemand außer die wiener brauchen einen total zentralisierten staat.

jelnikar
31
17.2.2010, 23:27
Förderalismus

Der Förderalismus ist nicht
überlebt man muß nur ihn leben.
Warum gibt es in Österreichs
Ländern keine eigenen
Innenministerien? In Deutschland
funktioniert das gut.

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