Schicksal von 170 Verschwundenen soll geklärt werden
La Paz - Die Armee in Bolivien will in dieser Woche zum ersten Mal der Justiz Zugang zu bisher geheimen Dokumenten über die Zeit mehrerer Diktaturen des Landes in den 1960er bis in die 80er Jahre ermöglichen. Er werde am Mittwoch den Generalstab der Armee in der Hauptstadt La Paz treffen, um Zugang zu den Militärarchiven zu bekommen, erklärte Staatsanwalt Milton Mendoza am Dienstag. Das Verteidigungsministerium hatte zuvor grünes Licht für die Öffnung der Archive gegeben. Die Dokumente sollen Aufschluss über das Schicksal von rund 170 Menschen geben.
Mendoza schloss jedoch nicht aus, dass einige der Unterlagen vernichtet worden sein könnten. Verteidigungsminister Ruben Saavedra hatte am Montag erklärt, die Regierung von Präsident Evo Morales habe ein Interesse an "transparenten Informationen", der Zugang zu den Militärarchiven solle noch in dieser Woche ermöglicht werden.
Bei den unter den Diktaturen verschwundenen Menschen handelt es sich vor allem um Gewerkschafter und militante Linke. Ihr Schicksal steht im Mittelpunkt einer Untersuchung über die Diktaturen des Landes, die 2009 auf Druck der Familien der Hinterbliebenen eingeleitet worden war. Es geht unter anderem um die Willkürherrschaft von General Luis Garcia Meza zwischen 1980 und 1981. (APA/AFP)