Kolportiert: "Krone"-Deal "nicht vom Tisch"

16. Februar 2010 18:34

Raiffeisen könnte dafür seine anderen Medienbeteiligungen ins Spiel bringen

"Die Scheidung ist jetzt abgeblasen." So erklärte WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus im STANDARD Ende August 2009 die Verhandlungen mit Krone-Boss Hans Dichand für beendet. Dichand wollte dem Essener Verlagsriesen weit weniger für dessen 50 Prozent am Kleinformat zahlen, als die WAZ verlangte. "Die Idee ist nicht vom Tisch", sagt einer, er sich mit diesem Thema intensiv befasst.

Erste Bank und Wiener Städtische sollten Dichands Deal finanzieren. Der 89-Jährige bot 160 Millionen, die WAZ forderte mehr als 200. Nienhaus 2009: "Wir haben auf der Basis unserer Rahmenbedingungen keine Einigung zustande gebracht. Das mag an Finanzierungsschwierigkeiten gelegen haben, aber wir kommen da nicht mehr zusammen. Wir streben das im Moment nicht mehr an."

Der Nachsatz könnte Raiffeisen-Chef Christian Konrad motiviert haben. Raiffeisen hält die Mehrheit am Kurier (mit der WAZ an Bord). Kurier und Krone gehört der Verlagsriese Mediaprint. Konrad, auch Kreditgeber von "Österreich", wird schon lange Interesse an einer Krone-Beteiligung nachgesagt.

Die Erste scheint aus dem Rennen. Dass Raiffeisen mit der Städtischen aktiv werde, nennen Insider "völlig absurd". Aber: Konrad versuche, 24,9 Prozent an der Krone zu holen - und wäre dafür bereit, den Kurier abzugeben. "Er hat dafür seine anderen Medienbeteiligungen ins Spiel gebracht", sagt ein anderer Kenner.

In Bankenkreisen heißt es: Erst würden die künftigen Spielregeln von Krone und Kurier in der Mediaprint ausgehandelt, wo heute Krone und Kurier alles gemeinsam entscheiden - und einander blockieren. Spielraum dort könnte den Wert der Anteile steigern. Man kann annehmen, dass die WAZ einen fairen Preis nicht ausschlagen würde.

Gerüchte über die Gegenrichtung kursieren aber auch schon lange: Hans Dichand erwäge, heißt es, sich von der "Krone" zu trennen und ganz auf "Heute" zu setzen. Das geht wohl vom Gedanken aus: Viel mehr wert wird das Kleinformat vielleicht in Medienzeiten wie diesen nicht mehr, auch wenn eine neue Mediaprint-Konstruktion und ein Sparefroh in der Führung die Ergebnisse wieder erfreulicher machen. Oder meinte das Gerücht doch die nächste Generation der Familie?

Dichand, Konrad und WAZ antworteten nicht. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 17.2.2010)

systemfehler1
17.02.2010 17:11
Es lebe der Pressefilz in Ö.

Weiterhin gut und ungestört.

saint just
17.02.2010 07:44

die nächste generation der familie: gott ist gerecht. (nur) neben denen ist die angeheiratete eva d. die zampana, als die sie hingestellt wird. es wird guttun, diese menschen bald vergessen zu können.

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