U-Bahn: 24-Stunden-Betrieb noch vor Wahl

16. Februar 2010 20:24
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    Foto: der standard/heribert corn

    Nie mehr der letzten U-Bahn nachschauen müssen, zumindest am Wochenende. Von der Opposition gefordert, muss die rote Stadtregierung nun den 24-Stunden-Betrieb einführen

Knapp, aber doch ging sich bei der Nacht-U-Bahn eine Mehrheit aus - Dafür brauchen Wiener Linien zusätzliches Geld und Personal

Zwei Nachtbus-Fahrpläne, ein neues Sicherheitskonzept: In sechs Monaten sollen laut Wiener Linien die Vorarbeiten für die Nacht-U-Bahn abgeschlossen sein - immerhin bereiten sich die städtischen Verkehrsbetriebe bereits seit Anfang Jänner darauf vor. Künftig werden die parallel zu den U-Bahn-Linien fahrenden Nachtbusse nur noch werktags verkehren - dafür am Wochenende vermehrt Fahrgäste von den Endstationen aus an den Stadtrand befördern. Von Sonntag- bis Donnerstagnacht, wenn die U-Bahn stillsteht, werden die Nightlines auf den gleichen Routen wie bisher unterwegs sein.

30-Minuten-Intervalle

Unter der Woche nutzen derzeit 8000 Fahrgäste die Nightlines, an Wochenenden sind es 16.000. In puncto Sicherheit führen die Wiener Linien Gespräche mit der Polizei. "Die Polizei muss dann auch nachts in den Stationen präsent sein", sagt Wiener-Linien-Geschäftsführer Michael Lichtenegger. Aber auch der eigene Sicherheitsdienst, der sogenannte Linienservice, schiebt künftig Nachtdienst. Die 70-köpfige Truppe wird dafür aufgestockt. Auch nach neuem Fahrpersonal müssen sich die Wiener Linien umschauen - wie viele zusätzliche U-Bahn-Fahrer notwendig sind, ist aber noch unklar. Die Züge sollen in den Nachtstunden zu Beginn alle 30 Minuten fahren, später könnte es zu einer Verkürzung auf 15 Minuten kommen.

Das Nachtbusnetz kostet derzeit jährlich 6,7 Millionen Euro. Für den 24-Stunden-U-Bahn-Verkehr am Wochenende sind fünf Millionen notwendig. Mehreinnahmen bringen die ausgeweiteten Betriebszeiten laut Wiener Linien aber kaum. Denn wie beim Nachtbus werde der Großteil der Fahrgäste Langzeitkartenbesitzer sein. Die Öffi-Tarife werden auch nach dem Start der Nacht-U-Bahn bis auf weiteres nicht angehoben. Eine Ticket-Erhöhung kommt laut Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) momentan nicht infrage. Die Mehrkosten für die 24-Stunden-U-Bahn müsse man den Wiener Linien eben "in irgendeiner Form zur Verfügung stellen".

Die 24-Stunden-U-Bahn am Wochenende hat im vergangenen Sommer die Junge Volkspartei zum Thema gemacht. Der Wiener SP-Jugendkoordinator Peko Baxant meinte damals, die Idee sei interessant, aber es bestehe "derzeit kein Bedarf". (Bettina Fernsebner-Kokert/ Martina Stemmer/DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2010)

Kommentar posten
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zerodexter
27.02.2010 01:30
Ich glaub' da baut 'ne Stadtregierung nur für sich

Ich glaub' da baut 'ne Stadtregierung nur für sich - denn ich brauch' das alles nich'. http://tinyurl.com/ydxo9jb #ubahn #kö-bogen

webinformationat
19.02.2010 08:30
Wir wollen echte direkte Demokratie und keine Scheindemokratie im Wahlkampf!

Man kann sich für direkte Demokratie wirklich einsetzen: Auf den Bezirks- u. Gemeindeämter liegen die Unterstützungserklärungen auf.

Mehr auf www.nfoe.at

Übrigens kann man auch gleich für den Austritt aus Euratom unterstützen.

mehr auch auf www.webinformation.at

Hanzelic
18.02.2010 14:35
Schon was von Inflation gehört?

Die alleine frisst Jahr für Jahr etwa 3% weg. Also wird alles alle 3-4 Jahre um 10% teurer. Wenn sich jeder mit weniger Gehaltserhöhung zufrieden gibt, als Inflation war, kann man nichts machen, wenn wir immer weniger verdienen und uns die regelmäßigen Preiserhöhungen nicht mehr leisten können.
Der Wochenendbetrieb wird sicher nicht zu einer vergleichsweise starken Gebührenerhöhung führen. Aber die Idee brächte etwas Lebensqualitätserhöhung. Es ist gemein zu behaupten, die Leute hätte für eine Verschlechterung des Nachtverkehrs gestimmt. Es ist falsch bei jeder Befragung Betrug vermuten zu müssen und deshalb gegen seine Wünsche zu stimmen.
Ich sitze lieber alle 30 Minuten in der U-Bahn, als alle 30 Minuten in einem engen Bus zu stehen.

Hanzelic
18.02.2010 14:24

Auszug aus http://archiv.wien.gruene.at/stadtmaut

Wien braucht dringend eine echte Stadt-Maut. Mit den Einnahmen kann der öffentliche Verkehr massiv verbessert werden, die Lebensqualität wird höher und das Klima geschützt. Hier ist unser auf Wien zugeschnittenes Modell.

* Gilt ab der Stadtgrenze
* In beiden Richtungen
* Von 5-20 Uhr (werktags)
* Einnahmen fließen in die Öffis und lokale Nahversorgungsprojekte
* Automatische, elektronische Abbuchung
* SOZIALE und ökologische TARIFSTAFFELUNG

Grüne fordern eine Machbarkeitsstudie.

BBC
19.02.2010 19:25
Altbekannte Argumente die nichts bringen.

Das was sie hier fordern hat man zur Verteidigung der hohen Mineralölsteuer, der Vignette, der Parkraumbewirtschaftung auch gesagt. Fazit die Leut brennen und die Kassen sind leer. Die City Maut würde nur was kosten und nix bringen.

Marlon62
18.02.2010 19:06
Wien braucht dringend eine echte Stadt-Maut.

Was glauben Sie, wer die Maut für die Lieferanten der Artikel des täglichen Gebrauchs bezahlt? Maut führt zu Verteuerung der Spediteure und Frächter. Die Kosten werden den Geschäften verrechnet. Was werden die dann wohl tun? 1x dürfen Sie raten.

El Lute
17.02.2010 23:25
Bravo Junge ÖVP!

Mit dem U-Bahn-Nachtbetrieb an Wochendenden, der mehr als 5 Mio€ zusätzlich kosten wird, habt ihr Jungen ÖVPler den Roten Wiener Linien das beste Argument geliefert, die Tarife spätestens ab Jänner 2011 kräftig zu erhöhen. Danke Junge ÖVP!

BBC
17.02.2010 23:13
Schatz meine letzte U-Bahn ...

dieser Satz gehört jetzt wohl der Vergangenheit an.
Muss mir jetzt was anderes überlegen, wer hat Tipps?

Anton
 
20.02.2010 12:05
Schatz, meine letzte U-Bahn, mit der ich dort, wo ich umsteigen muss,

noch einen Anschluss habe. Danach müsste ich zweimal mit je 30 Minuten Wartezeit umsteigen (also insgesamt 60 Minuten Umsteigezeit).

Marlon62
18.02.2010 19:07
Wie wäre es mit:

Schatz, ich habe keine Kondome mehr.

Zukunftsoptimist
17.02.2010 23:01
Immerhin wirft die Tatsache,

dass 1 %-Punkt an Stimmen mehr zu einer so großen Änderung der Hundertsätze führt, die Frage auf, wie viele abgegebene (abgesandte) Stimmzettel (absichtlich aus Protest gegen die Art der Befragung) ungültig waren. Darüber hört und sieht man nichts - wäre doch interessant, ob dann immer noch 25% erreicht werden, wenn man diese Proteststimmen abzieht!

Anton
 
17.02.2010 21:46
Wenn die Leute vorher gewusst hätten, wofür sie da WIRKLICH gestimmt haben ...

Aber die meisten haben ja geglaubt, dass die Nacht-U-Bahn dann in der Nacht auch alle 5 Min. fährt und natürlich begeistert dafür gestimmt.

Dafür bekommen sie eine U-Bahn, die nur alle 30(!!) Min. fährt - auch auf den Streckenabschnitten, wo die Nachtbusse alle 15 Minuten fahren (wie z. B. Hietzing - Zentrum, Gürtel, Favoritenstr., Reichsbrücke, usw.) und wo es dann KEINE Nachtbusse mehr gibt - und obendrein werden an den Umsteigestellen in den Fahrplänen die Anschlüsse NICHT aufeinander abgestimmt werden.

Wenns dann Beschwerden gibt, wird die Antwort so lauten, wie auch schon bei der Diskussion im Radio, wo der Befürworter auf derartige Einwände gesagt hat "Daran werden sich die Leute schon gewöhnen"!

BBC
17.02.2010 22:38
Leute haben für ein verbessertes Nachtverkehrssystem gestimmt!

Die derzeitigen Nachtbusse haben sich nicht wie erhofft bewehrt. Einige privilegierte Stecken aber kein durchgehendes System das Fahrgäste rasch an das gewünschte Ziel bringt.
Für Touristen oft ein nicht zu durchschauendes System mit Linien die gleiche Streckenführung haben. Einer Großstadt unwürdig. Die „mir san mir“ Argumente zählen hier nicht wir profitieren von einem allgemeinen Interesse. Und wer sagt das der Intervall 30min schon fix sei. Wenn Sie die aktuellen Pressemeldungen lesen und mit den Wr. Linien reden wird über einen 15min Intervall ernsthaft nachgedacht.

Anton
 
18.02.2010 17:50
@BBC:

Ad Benachteiligte Strecken: Die Streckenabschnitte, wo eine U-Bahn, aber kein Nachtbus fährt, könnte man aber durch Neueinrichtung / Verlängerung von einigen wenigen Nachtbuslinien versorgen, OHNE jenen Leuten, die entlang einer U-Bahn wohnen, die - teilweise alle 15 Min. fahrenden! - Nachtbusse wegzunehmen u. dafür eine Alle-30-Min.-U-Bahn vorzusetzen, wesentl. mehr Umsteigen aufzuzwingen u. außerdem längere Fußmärsche (da U-Bahn-Stationsabstände weiter) zu bescheren!

Ad "Nicht zu durchschauen": Auch für das Nachtbusnetz gibt es schöne bunte Netzskizzen, wo jede Linie eine eigene Farbe hat!

Ad "Intervall": 15 Min.-Intervall wird bei der Nacht-U-Bahn nicht finanzierbar sein!

Christoph G.1
22.02.2010 12:27
"Nacht-U-Bahn: 15-Minuten-Intervall fix"

http://wien.orf.at/stories/424733/

das nächste mal vielleicht einfach eine schöne tasse beruhigungstee trinken, bevor man herumschreit, ohne eine ahnung zu haben. und bevors jetzt gleich wieder losgeht: die wr. linien geben details zur umsetzung mitte märz 2010 bekannt.

Anton
 
22.02.2010 19:32
@Christoph G.1

Erstens hab ich nicht herumgeschrien und zweitens ist der von Ihnen zitierte ORF-Artikel vom 22. 2., während mein Eintrag, über den Sie sich so aufregen, vom 18. 2. ist!

Also kein Grund, unsachlich und untergriffig zu werden!

Und wenn die Wiener Linien erst im März das 15-Min.-Intervall bekanntgeben, darf sich niemand wundern, dass die Leute nichts davon wissen. Auf den offiziellen Seiten der Stadt Wien stehts auch (noch) nicht.

Warum man das Endergebnis der Befragung abwarten musste, um festzulegen, dass das Intervall 15 Min. betragen wird, erschließt sich mir nicht.

Dieser Standard-Artikel ist jedenfalls so formuliert, dass eher 30-Min.-Intervall wahrscheinlich sei.

Gleiches gilt für die Artikel in anderen Medien.

Christoph G.1
23.02.2010 10:09

für untergriffigkeit entschuldige ich mich - aber genau auf den zeitlichen ablauf der meldungen zielte mein posting ab: immer schon BEVOR konkrete pläne vorliegen das schlechtestmögliche szenario an die wand zu malen und zu kritisieren, ist ebenso typisch wie ärgerlich in internet-foren.

Anton
 
23.02.2010 22:10
.

Derartige, kritische - im NACHHINEIN sich als "unnötig" erweisende - Diskussionen hätte die Stadtregierung vermeiden können, indem sie das Intervall von Anfang an auf 15 Min. festgelegt und der breiten Masse kommuniziert hätte.

Die Festlegung, ob 15 oder 30 Min. Intervall ist ja kein Detail am Rande, wo es Sinn machen würde, das Ergebnis der Befragung abzuwarten, sondern GRUNDLEGEND - wie ja auch die Diskussion hier zeigt!

Darauf hätten die Verantwortlichen schon vorher kommen können, dass es bei einem Intervall seltener als 15 Min. wahrscheinlich einen Aufschrei geben wird.

Diese ungeschickte Vorgehensweise führte eben nun mal zu Diskussionen wie dieser.

Hanzelic
18.02.2010 14:37
JA GENAU!!!

iohui
17.02.2010 20:58
wie ist denn der bedarf?

sollt man nicht zuerst eine markterhebung machen, wie oft jeder pro jahr freitag und samstag nacht von wo nach wo fährt? zeitlich getrennt, bis 2 uhr, nach 2 uhr, von 3 - 4, von 4 -5.
dann sieht man, wo eine u-bahn was bringt, und wo busse geeigneter sind.

Zukunftsoptimist
17.02.2010 22:58
Hat die Stadt Wien

schon jemals eine Bedarfserhebung gemacht, bevor sie eine Begfragung durchgeführt hat? ´Hahahaha!

Dilbert
17.02.2010 15:32

Es kann nicht genug in den öffentlichen Verkehr investiert werden.

iohui
18.02.2010 02:42

man könnte auch noch rund um die uhr leere flugzeuge über wien kreisen und viele leere schiffe auf der donau und dem donaukanal hin- und herfahren lassen.

afri cola
17.02.2010 16:23

Solange es sinnvoll ist - ja! Das ist aber die Nacht-U-Bahn nicht.
Mit diesem Geld hätte man aber auch weitaus sinnvoller investieren können - sowohl tagsüber als auch in der Nacht (in eine Verdichtung des Nightline-Taktes, Ausbau des Straßenbahnnetzes etc.)

BraS
17.02.2010 16:52

Genau.
solange stark frequentietre Bus- und Straßenbahnlinien im 5min-Takt an völlig untergeordneten Ampeln auf freier Strecke stehen bleiben müssen, weil sich die 30.000 - 50.000€ für eine Vorrangschaltung nicht auftreiben lassen, ist es mehr als pervers, die hundertfache Summe für einenMarketinggag ohne nennenswerten Verkehrswert aus dem Fenster zu schmeißen.

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