"Wie Hasen in Ritterrüstungen"

Adelheid Wölfl , 16. Februar 2010 17:52

Zwei Jahre nach der Unabhängigkeit des Kosovo sind viele Hoffnungen verpufft

Zwei Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung (17.2.2008) sind die Hoffnungen, die die Kosovaren in ihren jungen Staat steckten, großteils verpufft - nicht nur weil das Land bisher erst von 65 der 192 UN-Mitgliedstaaten anerkannt wurde. Die wohl größte Enttäuschung ist die unklare Haltung der EU. Fünf Mitgliedstaaten (Spanien, Rumänien, Zypern, Griechenland und die Slowakei) haben den Kosovo nicht anerkannt. Das ist mit ein Grund, weshalb die EU-Mission im Kosovo, vor allem wenn es um die Rechtsstaatlichkeit im serbisch besiedelten Norden geht, zahnlos bleibt.

"Feige und risikoscheu" nennt die Analytikerin Verena Knaus von der European Stability Initiative (ESI) im Kosovo diese Haltung. "Für die Kosovaren stellt sich die Frage, wofür die Souveränität eingeschränkt wurde, wenn die Eulex nicht dort hilft, wo die Kosovaren dazu nicht in der Lage sind" , kritisiert sie. Die 1600 EU-Polizisten, die sehr gut ausgerüstet sind, aber nicht gegen die offensichtliche Kriminalität und die Unterminierung des Staates vorgehen, vergleicht sie mit "Hasen in Ritterrüstungen" und warnt vor der Beispielwirkung. "Wenn diese Leute, die nach sechs Monaten wieder nach Hause dürfen und ihr Geld auf ihre Konten im Ausland bekommen, schon nicht mutig sind, wie sollen dann die Kosovaren mutig sein?" , fragt Knaus.

Ein Beispiel für diese Mutlosigkeit ist der Fall des ehemaligen Geheimdienstlers Nazim Bllaca. Bllaca hatte Ende November 2009 die Verantwortung für 17 Morde, Mordattentate und Erpressungen in der Zeitspanne zwischen 1999 und 2006 übernommen und sich der Eulex gestellt. Als Auftraggeber bezeichnete er mehrere Spitzenfunktionäre der Regierungspartei PDK, der auch Premier Hashim Thaçi angehört. Die Eulex hat den Fall zwar übernommen. Verhaftet wurde bislang erst ein Funktionär der Partei.

Straflosigkeit für Politiker

"Für Politiker gilt praktisch die Straflosigkeit" , sagt der Leiter der Anti-Korruptions-NGO Cohu, Avni Zogiani. Die EU-Mission reagiere zwar stärker als früher die Uno, doch sei sie auch nicht bereit, die wirklich schwerwiegenden Fragen anzugehen.

Etwa wie man mit der Kosovo-Politik Serbiens umgehen soll. Bisher war der serbische Außenminister Vuk Jeremić ja sehr erfolgreich damit, die Anerkennung des Kosovo durch intensive Reisediplomatie zu hintertreiben. Und auch an den realpolitischen Verhältnissen hat sich wenig geändert: Ohne die US-Botschaft zu konsultieren, fällt weder die kosovarische Regierung noch der Internationale Zivile Repräsentant (ICO) Pieter Feith wichtige Entscheidungen. "Es ist wichtiger, was die US-Botschaft sagt, als was Feith denkt" , sagt Zogiani.

Die devote Haltung gegenüber den Amerikanern, die Korruption - etwa zehn Prozent der Gelder für öffentliche Aufträge landen laut Schätzungen von Ökonomen bei den Parteien - und die Tatsache, dass die Regierung die Medien "kontrolliert" , führen dazu, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht in der Politik und Selbstbewusstsein bei den Bürgern weiter fehlen. Trotz der Millionen aus der EU.

Die internationalen Institutionen arbeiten zum Teil sogar gegeneinander. Die Initiative von Feith, im Norden stärker durchzugreifen, begrüßen nicht alle in der Eulex (geführt von Yves de Kermabon). "Wir wehren uns mit Händen und Füßen dagegen" , sagt ein Eulex-Mitarbeiter zum Standard. (Adelheid Wölfl aus Prishtina, DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2010)

Kommentar posten
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tom krishan1
 
29.04.2010 14:38

wie sollte die eu auch Rechtsstaatlichkeit verteidigen, wo gerade sie Rechtsstaatlichkeit gebrochen hat?

die eu nichts weiter als ein beschiss seiner selbst hat seine glaubwürdigkeit verspielt.

Alex M
23.02.2010 08:07
Gestern war ein Autobus mit Reisenden aus dem ...

... Kosovo in einen Unfall beim Grenzübergang Heiligenkreuz verwickelt. Laut RTS gab es 6 Tote und 33 Verletzte.

Hier der Bericht auf RTS dazu:
http://www.rts.rs/page/stor... rtvih.html

Dardanian
19.02.2010 20:03
Urime

Allen albanern wuensche ich ein frohes feiertag un viel gesundheit und glueck fuer die zukunft. Die freihet die heute kosova geniesst Ist ein jahrhunderter wunsch der seit menschengedenken mehrheitlich (90% und mehr) in kosova lebenden albaner. Es ist vollbracht. Wir sind frei. Diese freiheit werden wir es nie wieder hergeben. die anderen im balkan sollten sich warm anziehen, denn die zukunft gehoert uns.

el rumbero
22.02.2010 23:33
ja genau..

...und sollte es nicht so klappen, könnt ihr ja euren grossen bruder die usa holen...tztztz

saratoga
18.02.2010 18:27
Es läuft noch viel schlechter

Vor allem die Wirtschaftliche und Soziale Situation im KOsovo hat sich inzwischen seit 1989 bzw. 1998, so extrem verschlechtert, wie auch das Bildungs System, das die Kosovo Gesellschaft Null Chance hat und u.a. nach Albanien ausweichen, wo die Kosovaren, wegen den Grundstücks Diebstählen und der illegalen Bebauung, wie der hohen Kriminalität unerwünscht sind.

saratoga
18.02.2010 18:23
(ESI) und Knaus und Co.

Was diese Leute hier verbreiten ist nur eine Billig Varinate von der PR von Georg Soros und dem ICG (International Crisis Group). Man muss ja nur nachlesen, wer die ESI steuert.
Und weil es keine Aussenpolitik in Deutschland und Österreich gibt, plabbert man halt den CIA und Georg Soros Institutionen nach, denn in der Destabilisierung des Balkans,liegt deren Geschäft.
Man muss immer fragen, wer sowas wie ESI finanziert. u.a auch die Deutschen Kriegs Treiber.

luigi19760
17.02.2010 22:42
2 Jahre Unabhängigkeit des Kosovo

Serbische Politik kennt seit Jahrhunderte Unabhängiges Handeln und hat komischerweise wie Kosovo und alle anderen Balkan Statten mit Korruption, Kriminalität, Prostitution, Drogenhandel und und und zu Kämpfen.

wenn einer hier wirklich zu beklagen ist, dann die Unfähigkeit serbischer Politik Ihre Ziele zu verwirklichen.

trotz der lauten selbst beweinen und lauten klagen ist SERBIEN der große Verlierer.

FAKT ist, dass Serbien mit dem Verhalten in der Vergangenheit und Gegenwart die größten Argumente für ein Unabhängiges Kosovo geliefert hat.

Ich wünschte man würde auch Serbien bei den Feierlichkeiten in Prishtina feiern, dann diesen geschichtsträchtigen Tag haben die Albaner in Kosovo auch serbien zu verdanken.
DANKE SERBIEN... ,O)



Ximble
02.05.2010 08:53

Tja und den Kosovo werden Sie nur wiederbekommen, wenn sie über 1.8 Millionen Leichen gehen. Viel Erfolg dabei! Wenn Sie argumentieren, argumentieren Sie nicht an der Realität vorbei, Kosovo Albaner werden die nächsten 1 Million Jahre nicht mehr unter Serben leben noch weiter von Serbischer übermensch Mentalität in die Ecke getrieben werden. Das ist entgültig mit dem Jahre 1999 gestorben, Sie können sich diese Zeit noch so sehr zurückwünschen oder von ihren lieblichen Urlaubsort "Yugoslavien" schwärmen aber ihr Erinnerungen werden nicht wieder kommen. Kosova ist und wird unabhängig bleiben, ob Sie das nun möchten oder nicht, die Wahl liegt nicht bei ihnen oder Serben.

luigi19760
17.02.2010 22:26
2 Jahre Unabhängigkeit des Kosovo


Post sollte eigentlich hier stehen sorry.....

Kosovo ist 2 Jahre alt und wahrlich noch ein sehr langer weg um von sich behaupten zu können dass man wirklich Unabhängig ist.

Ein 2 Jahre Unabhängiges Kosovo mit ein Land wie Serbien, dass seit Paar Jahrhunderte Königreiche und Staatsformen Besitzt zu Vergleichen, ist Wahrlich SERBIEN gegenüber Ungerecht.

Doch Traurig ist vor allem die Tatsache, dass serbische Könige und Politiker seit Jahrtausende den Kosovo für sich beanspruchen und über die Hälfte ihre Militärischen, Kulturellen und Wirtschaftlichen Ressourcen daran verschwendet haben, um am 17. Februar 2008 Tatenlos zusehen zu müssen, dass KOSOVO sich unabhängig Proklamiert und seit dem 65 Staaten der Welt dies auch so anerkennen

Wabadoo
18.02.2010 11:56

Sie beschreiben genau das Problem - für Serbien ist Kosovo ein Staatsteil, der während Jahrhunderten zu Serbien gehörte und mehrheitlich von Serben besiedelt war - und jetzt soll das plötzlich unabhängig sein (was es völkerrechtlich eben noch nicht ist)? Deshalb ist ja davon auszugehen, dass diese "Unabhängigkeit" noch nicht geschluckt ist und es zu weiteren Konflikten kommen wird. Ich würde mich als Kosovoalbaner nicht zu früh freuen - auch wenn ich diesen ganzen Nationalistenmist auf beiden Seiten eh nicht nachvollziehen kann...

Ximble
02.05.2010 09:03

Serben vermischen Religion mit Mythologie und verlogenen Grundbesitzansprüchen die auf Albanischen Kirchen und damit auf Albanischen Katholizismus und Orthodoxie zurückgehen. Sie können vielleicht aussenstehende hier an der Nase rumführen, aber es gibt schon ein paar die ganz genau wissen was Sie mit Albanischen Statuen, Gemälden und anderen Kunstwerken angestellt haben und wie sie auf jämmerliche Art und Weise sogar Gotteshäuser geschändet haben. Wo gibts Serbisches Land? Genau Weiß Serbien In Polen, Im Balkan sind sie nur weil Sie Dalmaten und andere Illyrer abgeschlachtet haben und dafür von Heraclius mit Land entlohnt wurden. Nichts gehört ihnen, NADA.

..|..
17.02.2010 22:54
Der Kosovo hat sich auch schon 1991 unabhängig erklärt

Ändert nichts daran, dass es völkerrechtswidrig ist.

binGeladen
17.02.2010 21:52
die flagge zeigt, wer regiert.

nicht nur feith, der nicht mal im namen der EU etwas sagen darf, sondern auch jeder in dieser selbsternannten regierung muss für alles US botchaft konsultieren und um genehmigung bitten. da lachen die hasen, aber auch nur solange rotkäpchen eingeschenkt wird und auch nur für die auswärtige presse.

anchrift
17.02.2010 18:39
Aca Rankovic
17.02.2010 18:20

Was sich jetzt wohl Alois Mock denkt?

Die westlichen Initiatoren der Balkankriege - Mock, Genscher, Soros, Brezinki u.a. werden sich auch noch verantworten müssen für ihre fehlgeschlagen Mission

alles neu macht der mai
24.02.2010 11:28

die wesentlichen initiatoren der balkankriege waren in jugoslawien und nirgendwo sonst.

aber verantwortung abschieben ist schon klass.

abgesehen davon war die anerkennungspolitik des "westens" natürlich eine katastrophe und hat die lage mit sicherheit verschlimmert. auslöser war sie aber nicht.

Stani83
24.02.2010 12:49
Nicht nur die Anerkennungspolitik

Auch das unterstützen von nationalistischen Strömungen innerhalb der SFRJ. Hat ja Alles nicht erst mit dem Jahr 1991 angefangen

unitedalbania
17.02.2010 16:14

einen schönen unabhängigkeitstag des kosovo wünsche ich jedem poster hier. manche feiern es mehr, die anderen weniger. im prinzip sollte es aber jeder feiern, der für freiheit, demokratie und menschenrechte steht. lg

jaen-dos
17.02.2010 20:57
Wir feiern:-)

im August sind es zwei Jahre

binGeladen
17.02.2010 18:52
2 vergangene jahren haben unmissverständlich offenbart, dass sich die mafia bei ausrufung des lügestaates kosovo nur mit

bewusst falschen, auf täuschung angelegten aussagen, absichtlich und wissentlich geäußerten unwahrheiten bedienten. diese leute lügen uns auch jetzt ins gesicht, was nur als verbrechen gegen das gesunde menschenverstand verstanden werden kann.

Z. Ristic
17.02.2010 18:37

Hast du den Text da oben gelesen? Was gibt es da noch zu feiern?

Harabeli
21.02.2010 14:10

wir feiern das ende von serbien aufem Kosove.
noch nicht kapischi? warte noch... träume bis ans lebensende.

mladenovic
 
21.02.2010 17:42

Solange es uns gibt,werdet ihr uns nie los werden.

unitedalbania
21.02.2010 20:52

sind euch schon los :)

mladenovic
 
17.02.2010 16:58
All die Werte die Sie da aufzählen existieren im Kosovo nicht,

Menschenrechte=Roma
Freiheit =Serbenghettos
Demokratie =einseitige Unabhängigeitserklärung!

Was gibt es da für Sie zu feiern?

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