Russland schließt Sanktionen nicht aus

16. Februar 2010, 17:44

"Die internationale Gemeinschaft muss sicher sein, dass das iranische Atomprogramm friedlich ist"

Moskau/Teheran - Neue Uno-Sanktionen gegen den Iran sind nach Ansicht des Kreml möglich, wenn Teheran die internationalen Befürchtungen über sein Nuklearprogramm nicht abbauen kann. "Die internationale Gemeinschaft muss sicher sein, dass das iranische Atomprogramm friedlich ist" , sagte eine Sprecherin von Russlands Präsident Dmitri Medwedew am Dienstag. Andernfalls "kann niemand den Rückgriff auf Sanktionen ausschließen" .

Sie forderte den Iran auf, enger mit der Internationalen Atomenergiebehörde zusammenzuarbeiten. Ende der Woche wird der neue IAEO-Bericht zum Iran erwartet. Anfang März berät der Gouverneursrat über den Report. Israels Premier Benjamin Netanjahu forderte am Dienstag "lähmende Sanktionen" gegen Teheran. Saudi-Arabien drängte auf schnelle Beschlüsse gegen den Iran.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad sieht einen bisher nicht zustande gekommenen Uran-Deal mit dem Ausland unterdessen noch nicht als gescheitert an. "Es gibt einige Gespräche über einen Brennstoff-tausch" , sagte er bei einer Pressekonferenz. Teheran hatte erklärt, Russland und Frankreich hätten dazu einen neuen Vorschlag vorgelegt, was Paris und Moskau bestreiten. Am Dienstag hielt sich der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu im Iran auf, um Kompromisschancen auszuloten.

Der Iran kündigte an, in Zukunft Atomtechnik und atomaren Brennstoff in benachbarte Länder exportieren und ein zweites Atomkraftwerk bauen zu wollen. Äußerungen von US-Außenministerin Hillary Clinton, wonach sich der Iran auf eine Militärdiktatur zubewege, wies Teheran zurück. Die USA seien "selbst in eine Art Militärdiktatur involviert" , sagte Außenminister Manuchehr Mottaki. "Amerika hat die falsche Haltung zu Nahost-Angelegenheiten." (Reuters, raa, DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2010)

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Posting 1 bis 25 von 37
1 2
soseies
02
17.2.2010, 13:12

"Die USA seien "selbst in eine Art Militärdiktatur involviert""

wer wollte das verneinen?

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
20
17.2.2010, 10:49

Irgendwie erinnert mich die Schreierei von Israel an die Southparkfolge "Chef Goes Nanners" wo sich der KKK ultimativ auf die Seite der Gruppierung stellt die die rassistische Flagge von Southpark ändern will, da sie davon ausgehen, dass keiner zusammen mit dem KKK in einem Boot sitzen will und die Flagge nicht geändert wird.

Wenn nicht entschlossener gegen den Iran vorgegangen wird (auf diplomatischer Ebene), dann dient das Israel nur als Argument militärisch gegen dieses Land vorzugehen. Und das wäre in der momentanen Lage fatal, da zu befürchten ist, dass die internen Querelen versiegen und es zu einer Einheitsbildung gegen die außenstehenden Aggressoren kommt.

Stephan Schaefer
 
01
17.2.2010, 12:51

Auch Mullen warnte vor Konsequenzen, die unberechenbar sien könnten (Die Antwort ist extrem umfassend).
Iran kann in kürzester Zeit 10 Mill. freiwillige Soldaten aufbringen, die die US-Stützpunkte in der Umgebung Irans einnehmen könnten (Auf einen Schlag hat die USA somit den Einfluss auf den mittleren Osten verloren, da sie ihn hauptsächlich militärisch hat und unbedingt braucht damit der Dollar wenigstens etwas mehr wert als Klopapier bleibt)

Mfg

ayatollahx
11
17.2.2010, 13:44

schon wieder James Bond Filme angeschaut?
die korrupten Generäle der Revolutionsgarde sind so tief in ihren Finanzgeschäften versunken, dass sie eine militärische Inversion gar nicht mehr mitbekommen werden. diese 10 Millionen von denen Sie sprechen hat es einmal gegeben und zwar im Iran-Irak Krieg aber heute werden sehr wenige Iraner sich für die Mullahs opfern.

Alien Nation
16
17.2.2010, 10:34
Clinton warnt bei Golfreise USA: Iran ist bald eine Militärdiktatur

Vorsicht ist geboten.
Wenn der Iran zu einer Militärdiktatur wird, sind die Massenvernichtungswaffen nicht weit. Chemisch, biologisch und atomar, auf mobilen Abschussrampen und innerhalb einer halben Stunde einsetzbar.
Dann ist ein schnelles Eingreifen gefordert das man mit schönen PowerPoint Grafiken im UN-Sicherheitsrat unterstreicht.

In diesem Sinne – Deja vu ;)

Alien Nation
01
17.2.2010, 10:28
Na ja Saudi Arabien hat ja was von den Sanktionen

es soll den eventuellen Ausfall der Iranischen Öllieferungen nach China kompensieren um diese im UN-Sicherheitsrat zur Zustimmung zu Sanktionen gegen den Iran zu bewegen.

Andere Frage:

Hat Frau Clinton mal versucht mit einer Bibel im Gepäck nach Saudi Arabien einzureisen?

Wir Normalsterbliche dürfen das ja nicht.

Wäre lustig mal etwas darüber zu lesen… nur so als Anreiz für die Standard Redaktion.

In diesem Sinne

Georg Schütt
33
16.2.2010, 22:28
Saudi-Arabien drängte auf schnelle Beschlüsse gegen den Iran.

Soweit ich sehe, das erste Mal, dass ein arabischer Staat offen Sanktionen fordert. Bisher war das zwar immer wieder genannt worden, dass arabische Länder Befürchtungen telten, aber zu politischen Initiativen kam es wohl noch nicht.

Das dürfte die Spannungen unter den Golfstaaten erhöhen.

Totaler Durchblicksstrudel
00
17.2.2010, 12:42

War aber schon abzusehen, als die Israels durch sichern ließen, dass sie über SA anfliegen dürften.

Ich prophezeie schon jetzt: 10 Jahre nachdem der Iran zu Nuklearwaffen gekommen ist, wird auch Saudi-Arabien welche haben. Vermutlich auch die Türkei!

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
02
17.2.2010, 08:59

natürlich sagen das die Saudies,die Clinton war ja auch gestern dort,die Saudies haben ihre befehle,und Sprechen jetzt die US haltung offen raus,nichts was den Iran beunruhigen müsste,wenn die Saudies jetzt die guten sind das land wo eine Frau Clinton nicht mal wählen dürfte geschweige den Auto fahren hier der meinung ist was zu sagen ,verstehe ich ja vollkommen die US haltung,grade die FRAU Clinton sollte in saudie arabien sehr vorsichtig sein,so als FRAU.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
10
17.2.2010, 10:51

Die Saudis waren sowieso nie so gut auf die Iraner zu sprechen. Die interne Rivalität zwischen schiitischem und sunnitischem Islam ist gewaltig. Die sind so ungefähr auf dem Stand wie der Katholizismus und der Protestantismus kurz nach dem 30-jährigem Krieg.

random2
00
18.2.2010, 00:39

1648 westfälischer frieden, kann ja nicht so schlecht sein

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
18.2.2010, 11:23

Natürlich gibt es "Frieden" nur der gegenseitige Hass war damals zwischen den Christen sowie heute bei den Moslems immer noch fest am schwelen.

Dark Angel
 
01
18.2.2010, 11:47

ganz so ist es nicht. Was wir hier erleben, sind Hegemoniebestrebungen des Iran vs. Saudi-Arabien in der Golfregion. SA sieht seinen Anspruch auf Führerschaft in der AL durch die iranische Unterstützung von Widerstandsgruppen gefährdet, eigene Friedensinitiativen werden von Iran konterkariert. Gleichzeitig lässt Iran gegenüber den VAE die Muskeln spielen. Das ist Realpolitik und hat wenig mit der ideologischen Differenz zwischen Wahabiten und Schiiten zu tun (wobei hier die Schiiten hundertmal liberaler sind als die Wahabiten).
Auch bei der Unterstützung von internationalem Terror liegt SA weit vor dem Iran!

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
18.2.2010, 12:05

Natürlich geht es hier auch um realpolitische Themen. Das zwischen diesen beiden Staaten schon eine ewig lange Antipathie herrscht liegt aber vor allem an den unterschiedlichen Islam-Interpretationen. Ihre Aussage bez. Terrorunterstützung halte ich allerdings für ein Gerücht. Die Saudis würden sich damit nur ins eigene Fleisch schießen.

Dark Angel
 
01
18.2.2010, 14:08

ein sehr wahres Gerücht. SA hat über Jahrzehnte hinweg die Fath finanziert und war Hauptsponsor der Taliban-Milizen während der russischen Besatzung und auch nachher im Bürgerkrieg. Ideologisch gründen die gefährlichsten Terrorbewegungen im Wahabismus, so auch die Al-Kaida. Insofern ist SA um einiges gefährlicher als Iran, was den Terror-Export und die Finanzierung betrifft. Mit diesem Export hält sich das Regime an der Macht, es kanalisiert radikale Kräfte und hält die islamistische Revolution im Ausland. Kombiniert mit finstersten Glaubens-Gesetzen im eigenen Land nehmen sie den radikalen Kräften im Inland den Wind aus den Segeln. Anders kann sich der Al-Saud Clan nicht mehr an der Macht halten.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
18.2.2010, 19:13

Genauso wie die USA. Die Taliban waren die einzigen die Afghanistan halbwegs im Griff hatten. Auch wenn uns das nicht gefallen mag, denn ihre Methoden waren wahrlich das Allerletzte.

Hurra Deutschland!
00
17.2.2010, 10:09

Was sind denn "Saudies"?

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
00
17.2.2010, 14:48

Saudies sind Hutständer.

DieBo
116
16.2.2010, 21:02
Sehr clever gemacht zu sagen: "Die internationale Gemeinschaft muss sicher sein, dass das iranische Atomprogramm friedlich ist"

darauf geht der westen und Israel 100 Pro niemals ein.
Diese wollen das Regime stürzen. Diese wollen entmündigte Iraner.

Jet Fuzzi
46
16.2.2010, 22:55

Wenn das iranische Regime stürzt ist das keinewegs eine Entmündigung der Iraner, sondern im Gegenteil eine Befreiung

DieBo
00
19.2.2010, 09:42
Mag ja sein. Ich kann mich allerdings erinnern das die deutsche Wiedervereinigung friedlich und von innen heraus aufgerollt wurde.

Zwei Und Vierzig
04
17.2.2010, 11:06

Als auf die Hilfe der USA und vor allem der Saudis können wir Perser gerne verzichten.

Die aktuelle Regierung und Situation - so schlimm und brutal sie auch sein möge ist noch weit besser als Zustände wie in Saudi Arabien, und dem "befreiten" Irak oder Afghanistan.

Wenn der Iran eine neue Regierung braucht - was sie auch tut - dann durch eine Änderung initiiert durch die Iranische Bevölkerung.

sakreplo
14
17.2.2010, 07:43

wer sagt das? ...ihr twitter-feed?

Ex-Muslim
00
16.2.2010, 22:51

Wenn das Regime gestürzt ist hat die Bevölkerung mehr davon.

Du selbst nennst es Regime. Hast es eh erkannt. Vermutlich unbewusst. ;-)

Deine Welt würde zusammen brechen. Damit müssen wir leben.

DieBo
11
17.2.2010, 09:59
Ja unbewußt. Bis dahin ist die Propaganda wohl doch gedrungen. Danke für den Hinweis!

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