Steve Jobs Aussagen zur Zukunft, die wenig später widerlegt wurden

Gregor Kucera, 16. Februar 2010 15:21

"Wir arbeiten nicht an einem Tablet" oder "Der Mobiltelefonmarkt ist für uns nicht interessant" als Statements früheren Zeiten - Biografie geplant

Im Laufe der letzten Jahre hat Apple-CEO Steve Jobs in unzähligen Interviews wohl so manches über sein Unternehmen und die Zukunftspläne gesagt. Gerade wenn Jobs auf mögliche Entwicklungen in der nächsten Zeit angesprochen wird, gibt sich der Apple-Manager eher wortkarg.

Die sechs besten Aussagen - die widerlegt wurden

Das US-Magazin Wired hat nun die besten sechs Aussagen von Steve Jobs, betreffend der Zukunftsvisionen und Plänen bei Apple zusammengefasst und damit einen durchaus unterhaltsamen Querschnitt der letzen Jahre in der Computer- und Unternehmensgeschichte geschaffen.

"Wir planen keinen Tablet"

Steve Jobs erklärte in einer Telefonkonferenz im Jahr 2008, dass Rechner um 500 Dollar nur ein Haufen Schrott sein können. Wenig später wurde erstmals über einen möglichen Apple-Tablet spekuliert - Preis: um die 1000 Dollar. Die Geschichte des Apple-Tablet ist eine Geschichte voller Verleugnungen. 2003 erklärte Jobs auf der "All Things Digital"-Konferenz, dass Apple nicht an einem Tablet arbeite - "Wir haben keinerlei Pläne für einen Tablet. Es ist eindeutig erkennbar, dass die AnwenderInnen eine Tastatur wollen...Wir schauen uns die heutigen Tablets an und denken, dass sie scheitern werden." Allerdings beantragte Apple bereits 2004 ein Patent für einen Touch-Tablet. Bis zum iPad sollten dann doch noch ein paar Jahre vergehen.

Kein Interesse am Mobiltelefon

Jobs erklärte der US-Presse damals nicht nur, dass Apple kein Interesse an einem Tablet habe, sondern auch keinen Einstieg in die Handybranche plane: "Wir haben sehr viel Druck vom Markt gehabt, um einen PDA zu produzieren. Was die Leute wirklich wollen, ist Daten immer mit dabei haben. Wir glauben, dass Handys diese Informationen tragen werden. Aber wir glauben nicht, dass wir im Handygeschäft erfolgreich sein würden. Wir haben uns stattdessen entschieden, die bestmögliche Synchronisationssoftware zwischen den unterschiedlichen Endgeräten zu schreiben. Wir haben uns entscheiden den iPod anstelle eines PDAs zu fertigen."

Die Leute wollen nicht mehr Lesen

In einem provokativen Statement erklärte Jobs 2008 den Kindle für unnötig und überholt. "Es ist egal, wie gut oder schlecht Produkte sind, die Leute wollen einfach nicht mehr Lesen. Vierzig Prozent der US-AmerikanerInnen lesen ein Buch oder weniger im Jahr. Das ganze Konzept (von Amazon) ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil die Leute eben einfach nicht mehr Lesen." Wie bekannt sein dürfte, geht zum Start des iPad auch gleich ein neuer eBook-Store analog zum bekannten iTunes online.

Keine Filme auf kleinen Displays

Und noch eine Prognose von Jobs aus dem Jahr 2003 widerlegte Apple wenig später ebenfalls. Auf die Frage, ob eine Videofunktionalität in den iPod integriert werden wird, meinte Jobs: "Ich glaube nicht, dass die Menschen auf derart kleinen Displays Filme schauen wollen." 2005 kam der erste iPod mit Videofunktion auf einem 2,7-Zoll-Display. 2007 - mit der dritten Generation des iPod Nano kamen Videos dann sogar noch auf ein kleineres Display. Aber so ändern sich die Zeiten und auch die Meinungen.

"Wir müssen keine weiteren Neuerungen inkludieren"

Der New York Times-Kolumnist David Pogue fragte Jobs im September 2009 warum Apple eine Kamera in seinen kleinen iPod Nano gequetscht habe, nicht aber eine Kamera in den iPod Touch integrieren wolle. Jobs antwortete, dass man den Preis beim iPod Touch möglichst niedrig halten wolle, um so eine vergleichsweise günstige mobile Spielekonsole am Markt etablieren zu können. "Wir müssen keine weiteren Neuerungen und Funktionen integrieren, wir müssen den Preis niedrig halten." Wenig später vermeldete die Internetgerüchteküche, dass Kameras sehr wohl angedacht waren, es aber technische Probleme gegeben haben soll. Wer weiß vielleicht kommt dieses Feature doch schneller als gedacht.

Biografie in Planung

Wie der Apple-Chef seine Aussagen von damals heute sieht und was er sich noch so in den letzten Jahren gedacht hat, wird man schon bald nachlesen können. Wie die New York Times berichtet, hat steve Jobs nun zugestimmt an einer Biografie mit zu arbeiten und diese offiziell abzusegnen. Man darf gespannt sein. (Gregor Kucera, derStandard.at vom 16.2.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
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Foromat
19.02.2010 16:10

Was will mir dieser Artikel sagen ?

Das Jobs nicht in die Zukunft schauen kann ?
Das Jobs hin- und wieder die Presse belügt ?
Das Jobs offensichtlich ein findiger Firmenchef ist und auf Trends rechtzeitig aufspringt ?

Das Jobs seine Meinung ändert, wenn es für die Firma erfolgsversprechend ist ?

Euro-Berater
21.02.2010 13:19

b) und d)

short cut
18.02.2010 01:31
...und unseren taeglichen Jobs gib uns heute, ....

das ist ja peinlich, jeden Tag ein bezahlter Artikel?

hp12c
17.02.2010 14:35
ich bin zwar immer noch der meinung

dass jobs in dem Kontext in denen er die obigen Aussagen getätigt hat, zu 90% auch recht behalten hat. und dies einfach im Laufe der Zeit erst anders wurde. Viele von euch sagten bestimmt auch schon 2-3 mal in ihrem Leben "das würd ich nie tun, oder na des mach i net, oder zu ihrer Frau - du Schatzi - machs da selber"

und zack ein wenig später oder auch erst ein paar Jahre danach haben sies doch gemacht, was auch immer ;)

er wurde von dem Kongress der da grad in Barcelona tagt inzwischen sogar zur "mobile Personality" gewählt... da ist aber gar kein Apple vertreten..

wenn ihn also schon die Konkurrenz geschlossen dazu wählt, weil Apple mit dem Iphone alles umgekrämpelt hat, dann gestehns ihm doch einfach auch das zu?

Fame
17.02.2010 15:30

hmm.. irgendwann in der mitte ihres Postings schweifen sie total vom Thema ab - ob Jobs den Mobilfunkmarkt umgekrempelt hat oder nicht - darum gehts ja im Artikel kein bischen..

ansonsten geb ich ihnen schon recht - allerdings wenn man dem Bill Gates Jahrzentelang sein 640Kb Zitat (dass ihm ja angeblich sogar fälschlicherweise zugeschrieben wird) vorwerfen darf - warum ists dann nicht ok mal zu zeigen was Steve Jobs schon so alles falsches gesagt hat?!

/dev/stderr
17.02.2010 13:19
Wir brauchen keine zweite (rechte) Maustaste!

Kann sich noch wer daran erinnern? ;)

philll91
17.02.2010 15:07

ja, der war gut! 8-)

honni soit
17.02.2010 11:14
Aus arch/m68k/kernel/head.S, Zeile 1357

* Under some conditions the Macintosh can look like A or B.
* [A friend and I once noted that Apple hardware engineers should be
* wacked twice each day: once when they show up at work (as in, Whack!,
* "This is for the screwy hardware we know you're going to design today."),
* and also at the end of the day (as in, Whack! "I don't know what
* you designed today, but I'm sure it wasn't good."). -- rst]

der Pinguin
 
18.02.2010 09:52
hat da wer

zuviel im linux magazin gestöbert? :)

uncle sam3
17.02.2010 10:49
was ist

denn dies wieder für beitrag...

man darf in 7 jahre wohl seine meinung ändern. vorallem wenn sich technisch so viel weiter entwickelt.

Multivac, 2010-18-42, Donnerstag
17.02.2010 09:33

zumindest hat jobs im ggsatz zu gates mMn recht, dass die leute ihre daten lieber bei sich tragen und nicht alles auf einen ms-zentralserver liegen lassen haben wollen und per i-net zuzugreifen

Alkolix
17.02.2010 18:46
leute wollen möglichst immer

und schnell auf ihre daten zugreifen

d.h. eine kombination von beiden ist am besten

dann ist man nicht von einer internetverbindung und auch nicht von einem gerät abhängig

+DieMeinung+
17.02.2010 08:46

1.) Kann man immer dazu lernen
2.) Der Markt ist dynamisch. Was heute nix ist, kann morgen toll sein.
3.) Soll Jobs die gesamte Apple Strategie der Konkurrenz auf dem Serviertablett präsentieren ?

neeed
19.02.2010 17:11

ich glaube die meisten leute verstehen die kritik an jobs nicht
es geht ja nicht darum dass er seine meinung ändern kann
es geht darum WIE er aussagen tätigt die er dann später umgeht
auf die frage "werden sie in den smartphone markt einsteigen?" würde ein normaler manager mit "es gibt in unserem unternehmen im moment keine pläne für einen einstieg in den smartphone markt" antworten - aber der stivie antwortet mit "apple wird nie und nimmer smartphones bauen" (bewusst etwas überzogen von mir jetzt)
das ist es was man an stevie kritisiert, dass er sooo viel popularisiert

webposter
17.02.2010 10:10
Kannst dich schon als seinem Berater vorstellen...

Vielleicht kannst du dann "Steve" zu ihm sagen Smithers.

Lucent Fidelity
17.02.2010 00:18
was nutzt das alles

wenn man die eigene Leber auf den Schrott hauen muss und sich eine von second intestines einbauen

also der mann überspielt mit technischer perfektion eigene unzulänglichgkeiten

obwohl er tut was er kann
wird davon sein leben nicht länger

armer steve (meine ich nicht zynisch)

PageMaker
16.02.2010 21:54
"Wir planen keinen Tablet"

bedeutet, dass sie weniger als 2 Jahre entwickelt haben.

Magic Wand
 
16.02.2010 22:32


Oder, dass sie mehrere Jahre gelogen haben ...

angehender Medientechniker
 
16.02.2010 20:17

Abgemagert ist er der Steve.

Voronwe
17.02.2010 00:21
Hab ich mir auch gedacht..

Hab mir vor allem gedacht, dass sowas eigentlich gar nicht möglich ist, der ist ja nur mehr ein Drittel von dem, was er mal war, zumindest auf die pysische Größe bezogen...

der Pinguin
 
18.02.2010 09:53
naja,

krebs geht an einen nicht spurlos vorüber...

STiAT
16.02.2010 19:07

Innovativ kann nur jener sein, der seine eigene Meinung, und seine Lösungen überdenkt, mit neuen Technologien in Betracht zieht, und neue, sich entwickelnde Märkte erkennt.

Wäre dem nicht so wären wir vermutlich noch in der Steinzeit.

Dr. Oztafan Kolibril
19.02.2010 12:21
hahaha

und Bill Gates ist von Apple Fanatikern vor einigen Wochen wegen seiner falschen Prognosen ausgelacht worden.

Köstlich

Lethawae
16.02.2010 21:59

Kein Posting über Jobs ohne das Wort "innovativ".

RS69
17.02.2010 09:38

Zweifellos auch angebracht. ;-)

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