Plünderungen in Bagdad

9. April 2003, 10:35
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Menschen schleppen Gegenstände aus öffentlichen Gebäuden - Kein Zeichen von Polizeipräsenz

Bagdad - In den Vororten von Bagdad komme es nach Angaben von internationalen Berichterstattern offensichtlich bereits zu Plünderungen. Mitglieder einer Gruppe von kanadischen Journalisten beobachteten am Mittwoch am Westrand der irakischen Hauptstadt Menschen, die Büromöbel, Kühlschränke, Schreibmaschinen und andere Gegenstände aus öffentlichen Gebäuden schleppten.

"Die Hauptzufahrtsstraßen nach Bagdad waren blockiert, deshalb mussten wir Nebenstraßen benutzen", berichtete der kanadische Fernsehreporter Bill Gillespie. Auf ihrem Weg, der an dem von den Amerikanern besetzten internationalen Flughafen vorbei führte, habe die Gruppe verlassene Militäranlagen und Lagerhäuser gesehen. "Die Leute trugen alle möglichen Gegenstände heraus, die in der Nähe stationierten US-Truppen unternahmen nichts, um sie daran zu hindern", sagte Gillespie.

Kein Zeichen von Polizeipräsenz

Auf den Straßen Bagdads hat es trotz Plünderungen am Mittwoch kein Anzeichen für Polizeipräsenz oder Regierungsgewalt gegeben. Jubelnde und feiernde Menschen plünderten das Hauptquartier der Vereinten Nationen (UNO) und Geschäfte in der Nähe des Gebäudes des Olympischen Komitees, berichteten Reuters- Korrespondenten. Das ausgebombte Komitee-Gebäude gilt als die Basis von Udai Saddam, Sohn des irakischen Präsidenten Saddam Hussein, der eine wichtige Rolle im irakischen Machtgefüge einnimmt. Nach massiven Vorstößen am Dienstag hatten US-Soldaten am Mittwochmorgen große Teil der Stadt ohne Gegenwehr eingenommen.(APA/dpa)

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