Kämpfe in Kolumbien fordern mindestens sieben Tote

9. April 2003, 06:51
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Entführter Bub aus Litauen befreit

Bogota - Die kolumbianischen Streitkräfte haben bei Kämpfen mit linken Rebellen und rechten Paramilitärs nach eigenen Angaben vom Dienstag mindestens sieben Gegner getötet. Weitere neun Mitglieder der illegalen bewaffneten Gruppen seien gefangen genommen worden. Zugleich gelang es der Polizei in der Hauptstadt Bogota, einen vor einer Woche entführten litauischen Buben zu befreien.

Der erst dreijährige Vitys Karanauskas war auf dem Weg in den Kindergarten verschleppt worden. Die Entführer hatten von der Mutter ein hohes Lösegeld gefordert. Vier Männer und vier Frauen seien festgenommen worden, teilte ein Sprecher weiter mit. Die Entführer hätten dem auffällig blonden Jungen die Haare gefärbt und ihn in Mädchenkleidung gesteckt. Am Vortag hatten in Bogota mehrere tausend Menschen gegen die Entführung von Kindern demonstriert.

Kolumbien ist für die hohe Zahl von Entführungen berüchtigt. Fast immer geht es um Lösegelderpressung. Jedes Jahr werden etwa 3000 Entführungsfälle bekannt. Dahinter stecken linke Rebellen und gewöhnliche Kriminelle. Allein während der ersten beiden Monate dieses Jahres wurde 341 Menschen Opfer von Entführungen, darunter 41 Minderjährige. (APA/dpa)

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