Keine alpine Botschaft vom King of Pop

9. April 2003, 10:46
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Michael Jackson sagt angeblich zugesagten Auftritt auf Ischgler Idalpe "definitiv" ab

Ischgl - Aus dem Auftritt von Michael Jackson am Sonntag in Ischgl dürfte nichts werden. Dienstagmittag teilte Dieter Wieser von Jacksons Management in Frankfurt mit, dass der King of Pop "definitiv nicht" auf der 2300 Meter hohen Idalpe auftreten werde. Jackson hätte laut dem Event-Manager Günther Aloys gemeinsam mit Michail Gorbatschow an der Reihe "Message of the Mountains" teilnehmen und ein Charity-Projekt für Kinder im Irak präsentieren sollen. Der Grund für die Absage war nicht zu erfahren.

Erst am Montag hatte Organisator Günter Aloys die Teilnahme der Pop-Ikone am Fuß der Silvretta als gesichert bezeichnet: "Bei Jackson ist bis zuletzt nichts klar", jetzt sei "alles ausgestanden". Am Dienstag, nach Jacksons Absage, war Aloys nicht zu erreichen: er soll sich gerade auf dem Weg nach Frankfurt befunden haben, zu einem Rettungsversuch.

Verwirrung

In Ischgl selbst herrschte am Dienstag Verwirrung. Weder dem Tourismusverband noch im Gemeindeamt lagen gesicherte Informationen vor. Auch die Teilnahme Gorbatschows galt als ungewiss. Von UN-Generalsekretär Kofi Annan, der ebenfalls abgesagt hatte, ist eine Grußbotschaft angekündigt.

Die Touristiker, die ein Sponsoring angeboten haben, hatten offenbar eine Vorahnung: "Wir haben schon letzte Woche den angekündigten Auftritt von Jackson von unserer Homepage genommen", sagt Alfons Parth vom Tourismusverband. Das "Verwirrspiel" sei "schlecht" für den Ort. Und ohne Jackson mache der Event wenig Sinn, meinte der Geschäftsführer des Verbandes Werner Frisch: "Die anvisierte Zielgruppe" der Jugendlichen, "die vielleicht auf ein, zwei Lieder gehofft haben" werde "nicht eigens zu einer Politikerrede nach Ischgl kommen". 14,50 Euro wären für den Jackson-Auftritt am Sonntag zu bezahlen (gewesen).

Vergangenes Jahr hatte Ex-US-Präsident Bill Clinton auf der Ischgler Idalpe weltpolitische Botschaften vor einigen hundert Gästen verbreitet. Und dafür 300.000 Euro erhalten. (bs/DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2003)

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