US-Hilfsorganisation: 3,3 Millionen Tote im Kongo-Krieg

8. April 2003, 19:35
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"Internationales Rettungskomitee" spricht von "schlimmsten gewaltsamen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg"

Nairobi/Kinshasa - Der viereinhalb Jahre währende Krieg in der Demokratischen Kongo (Ex-Zaire) hat nach Informationen einer Hilfsorganisation rund 3,3 Millionen Menschenleben gefordert. Die US-Organisation "Internationales Rettungskomitee" (IRC) bezeichnete den gewaltsamen Konflikt am Dienstag in einem Bericht als den schlimmsten seit dem Zweiten Weltkrieg.

"Das Ausmaß dieser entsetzlichen humanitären Katastrophe ist schockierend", sagte IRC-Präsident George Rupp. "Trotzdem hat die Krise weder bei internationalen Gebern noch den Medien große Beachtung gefunden." Zehn Prozent der Toten seien Opfer direkter Gewalt. Die meisten Menschen seien jedoch an Folgen des Krieges wie Hunger oder Krankheit gestorben.

In den Krieg in Afrikas größtem Flächenstaat waren seit dem Beginn im August 1998 neben internen Kriegsfraktionen auch die Staaten Angola, Simbabwe, Namibia, Uganda und Ruanda verwickelt. Während die internationalen Gegner letztes Jahr einen Friedenskurs eingeschlagen haben, kommt der Osten des Landes noch immer nicht zur Ruhe. Tausende Menschen starben in Kämpfen zwischen rivalisierenden Volksstämmen und Milizgruppen. Hunderttausende wurden vertrieben. Erst am Wochenende deckten UNO-Ermittler den Mord an rund 1.000 Zivilisten in einem Dorf in der nordöstlichen Ituri-Provinz auf.(APA/dpa)

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