Adobe Acrobat baut Firmengeschäft aus

8. April 2003, 19:34
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Version 6 wird zum Spezialisten für Formulare

Wien - Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare. Was inzwischen vom Staat und vie- len Unternehmen elektronisch via Internet angeboten wird - etwa als Antrag auf einen Reisepass oder als Formular zur Reisekostenabrechnung -, hat derzeit einen gravierenden Mangel: Die ausgefüllte Information kommt nicht elektronisch zurück und muss darum ein zweites Mal für die EDV erfasst werden.

Mit der neuen Version 6 von Acrobat und PDF, dem elektronischen Dokumentenformat von Adobe, wird das Formular zu einem Container, der Informationen in beide Richtungen befördern kann und Daten nahtlos in die dahinter liegende Unternehmenssoftware einfügt. Das Formular kann auch digital signiert werden.

Acrobat ist den meisten Benutzern als Hilfsprogramm bekannt, mit dem PDF-Dokumente angezeigt und gedruckt werden können. Damit können unter anderem Handbücher, Bestellformulare oder Informationen wie das Budget auf elektronische Art unaufwändig verteilt werden; der Vorteil besteht darin, dass der Empfänger weder über das Programm verfügen muss, mit dem das Dokument erstellt wurde, noch über dasselbe Betriebssystem - das Acrobat-PDF-Format kann von Windows und Mac bis zu diversen Unix- und Handheldplattformen verwendet werden.

Einbahnstraße

Acrobat war jedoch bisher eine Einbahnstraße: Formulare und Dokumente wurden versandt, elektronisches Ausfüllen oder Anmerkungen zu einem Dokument waren nicht möglich. Die neue Adobe Acrobat-6-Produktfamilie beseitigt dieses Manko; so können etwa Bestell-, Zoll- oder Steuerformulare am PC ausgefüllt und eingesandt werden. Die Daten werden aus dem Formular wieder in die EDV - wie SAP, Oracle oder andere Unternehmenssoftware - übernommen und sind dann beispielsweise die Basis für die Rechnung oder den Steuerbescheid und können als PDF-Datei wieder verschickt werden.

Vier unterschiedliche Teile der Acrobat-Familie ermöglichen diese Kette: Adobe Reader (der bisherige Acrobat Reader) ist der Gratis-Erfüllungsgehilfe, um ein Dokument zu lesen und - wenn dies vom Ersteller vorgesehen wurde - einzelne Felder ausfüllen zu können. Acrobat Elements Standard bzw. Professional sind unterschiedlich teure Versionen zur Erstellung von PDF-Dateien, die auch unterschiedliche Tricks beherrschen. Elements (39 , aber es müssen mindestens 1000 Lizenzen erworben werden) ist im Wesentlichen dazu da, Dokumente auf einfache Art ins PDF-Format zu verwandeln; am anderen Ende steht die 670 teure Vollversion "Professional", die auch spezielle Funktionen für grafische Bereiche, Architektur und Engineering enthält; dazwischen "Standard" für den Unternehmensbereich. Ab Juni in deutscher Version lieferbar. (Helmut Spudich, DER STANDARD, Printausgabe 9.4.2003)

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