Gemeinsame Linux-Plattform

MeeGo: Nokia und Intel verschmelzen Moblin und Maemo

Andreas Proschofsky, 15. Februar 2010 13:03
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Open-Source-Plattform auf Linux-Basis - Qt als Toolkit - Erste Release im zweiten Quartal

Nicht sonderlich oft passiert das, was in der IT-Welt so augenscheinlich Sinn machen würde, auch tatsächlich, um so überraschender, wenn es dann doch klappt: Im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona haben Nokia und Intel die Zusammenlegung ihrer beiden mobilen Linux-Plattformen Maemo und Moblin verkündet.

Zusammen

Unter dem Namen MeeGo wurde ein gemeinschaftliches Open-Source-Projekt eingerichtet, in dem - unter dem Dach der Linux-Foundation - künftig gemeinsam die Entwicklung vorangetrieben werden soll. Dies sei dadurch möglich, da man schon jetzt einen Großteil der Technologien teile, durch das Zusammengehen erhofft man sich unnötige Dopplungen zu verhindern und so schneller mit der Entwicklung voranschreiten zu können.

Ablauf

MeeGo soll in einer ersten Version bereits im zweiten Quartal 2010 veröffentlicht werden, wann es darauf basierende Geräte geben wird, steht derzeit allerdings noch in den Sternen. Bei Nokia versichert man zumindest, dass die Entwicklung von Maemo6 für im Herbst erscheinende Gerät weiter vorangetrieben wird, dies werde dann aber schon als "MeeGo"-kompatibel vorbereitet sein. Einmal mehr zeigt man sich bei Nokia bemüht, zu betonen, dass dies keineswegs einen Abgang von Symbian signalisieren soll, beide Plattformen sollen parallel entwickelt werden.

Aufbau

Durchaus interessant auch der Blick auf die MeeGo-Architektur: So hat man sich mit Qt auf ein gemeinsames Toolkit geeinigt, bislang war bei Moblin eine Mischung aus Gtk+, dem eigenen Nbtk und Clutter verwendet worden. Von diesem scheint man ganz abzugehen, es soll nur mehr aus Kompatibilitätsgründen vorübergehend unterstützt werden. Auch zeigt die Architekturseite, dass man weiterhin unterschiedliche Formfaktoren anvisiert - vom Smartphone bis zum Netbook. Derzeit ist die MeeGo-Seite noch recht minimalistisch gestaltet, in den nächsten Wochen soll der erste Code online gestellt werden. (apo, derStandard.at, 15.02.10)

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MeeGo

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Posting 1 bis 25 von 38
1 2
Der langsame Tod eines sehr großen Tieres
16.02.2010 14:46
"Einmal mehr zeigt man sich bei Nokia bemüht, zu betonen, dass dies keineswegs einen Abgang von Symbian signalisieren soll, ..."

Schade, es wäre eigentlich an der Zeit...

Strpüpl Kotu
16.02.2010 11:34
wow

awsd
16.02.2010 10:02

wärs nicht schon, wenns mehr hardware-standards im mobilen bereich geben würde? so dass man sich dann aussuchen kann, welche software man zu welcher hardware verwenden will. und vor allem dann vielleicht wirklich freie opensource-os´ entstehen könnten...

Sir Harry....
15.02.2010 21:22
Kann man nur begrüßen.

In jeder Hinsicht. Mir war (und ist) es sowieso unheimlich, dass es so viele konkurrierende Systeme gibt. Langfristig werden drei bis vier den Markt unter sich aufgeteilt haben.

Allerdings muss IBM noch beweisen, dass sie es wirklich ernst meinen. (Seit OS2 glaube ich dem "Big Blue" nicht mehr über den Weg).

Bei IBM hat man immer wieder den Eindruck, dass sie sich den Sachen nur halbherzig widmen: die Liste der Projekte, die sie anfangen und dann vor sich hin dümpeln lassen ist lang.

Spitting Bull
16.02.2010 11:25
Herzlichen Dank

für Ihre erheiternde Wortspende. Man lacht ja gerne mal über die Fauxpas' Dritter.

entity13
16.02.2010 10:10

IBM? Hier geht's wohl eher um Intel.

werwolfi
15.02.2010 17:28
da freu ich mich doch! :o)

habe grade kürzlich die aktuelle moblin-version auf deinem netbook getestet - sehr vielversprechend, bootet in 20 sec vom USB-stick, von der schnelleren SSD müsste es noch deutlich flotter gehen.

wenn das ganze dann noch wirklich OSS ist und keinen jailbreak für rootrechte braucht, dann wird das hoffentlich die zukunft.

chriscross
15.02.2010 17:27
endlich...

...so hat Nokia dann doch noch eine Chance ein OS zu bringen das wieder an die alten Tage anknüpft. Momentan können die einem nur leid tun.

Searles
 
15.02.2010 16:28

Sehr erfreulich, i.B. dass sich Qt nun mehr durchsetzt.

Gerwin Winter
15.02.2010 16:41
Warum?

Searles
 
15.02.2010 16:48

Weil ich gern in Qt programmiere, es technisch ausgereifter ist als GTK, GUIs praedestiniert sind fuer einen objektorientieren Programmierstil, eine objektorientierte Sprache die bessere Wahl ist, um objektorientiert zu programmieren, es fuer die Zukunft von Linux wichtig ist, dass sich ein Toolkit mittelfristig durchsetzt (derzeit gibt es unglaublich viele Zweigleisigkeiten zwischen Qt-Apps und GTK-Apps, die enorme Ressourcen binden) und weil die Gruende, warum man nicht auf Qt setzen sollte (Gnome entstand nur deshalb, weil Qt damals tw. proprietaer war), seit 1/2 Jahr nicht mehr gueltig sind. Qt steht wie GTK mittlerweile unter der LGPL.

maxauthority
16.02.2010 11:24

Also ich mochte Qt zum programmieren auch immer, als reiner user bevorzuge ich aber (momentan) Gtk+ basierte Apps.
Vl. ist nicht mal Qt selber schuld, sondern die Entwickler, aber ich finde einfach Gtk basierte programme schauen soviel besser aus als Qt basierte - egal welches Theme ich bereits probiert hab. Das Font-rendering ist VIEL besser (was evtl. eh nur an KDE liegt, theoretisch solltens ja das gleiche freetype verwenden), die korrekte Verteilung von Whitespace/Padding, etc. etc.
Aber naja, nachdem die eh ihr eigenes theme schreiben muessen, ists vermutlich eh nicht so das problem, und man kann auch schaffen, Qt huebsch zu machen.

Searles
 
16.02.2010 11:40

Imo neigen Qt-Programmierer zu Effekthascherei (und da noch ein Icon dazu und da noch ein Sidepane, weil die in Qt so toll sind und da noch eine Statuszeile und da noch animierte Tabs etc...)

Bez. Font-Rendering liegt das an den Antialiasing-Einstellungen: Mit "Smooth" schauen die Fonts ueberall gleich aus. Ist oft nicht voreingestellt, da Apple darauf ein Patent hat.

amber103
15.02.2010 20:10
QML

der wirklich große Vorsprung ergibt sich durch QML, das ab Qt4.6.x oder Qt4.7 abgeboten wird. Zusammen mit dem Qt Creator haben Designer damit die Möglichkeit schöne Programme zu entwerfen, ohne überhaupt über Programmierkenntnisse zu verfügen.
QML wird sehr resourchenschonend in Graphik übersetzt, ohne Umwege über speicherfressende VMs.
Da Qt zusätzlich zur Graphik auch noch eine Vielzahl weitere Klassen, wie beispielsweise Datenbankzugriff bietet, kann man damit tatsächlich sehr elegant erstaunlich agile Applikationen zusammenstellen.

http://www.golem.de/showhigh2... 72909.html

Searles
 
16.02.2010 10:43

Oh ja, das schaut fein aus!

STiAT
15.02.2010 17:28

Es wäre schön, wenn sich die "großen" Player einigen könnten.
Aber wie das bei Open Source so ist, jeder macht was einem gefällt und wies einem gefällt.
Ein Nachteil am Vorteil die Freiheit zu haben :-).

Dass Qt ausgereifter und "angenehmer" zu programmieren ist, haben selbst schon Gnome und GTK entwickler gesagt.

amber103
15.02.2010 20:26

Auch bei Gtk+ gibt es eine Menge Bewegung und Konkurrenz belebt das Geschäft.

Qt is im Moment im Vorteil weil Nokkia dringend eine brauchbare GUI für seine Produkte braucht, und hofft mithilfe der KDE Community schneller vorwärts zu kommen. Da alles unter GPL läuft wünsche ich Nokkia dabei viel Erfolg.

Die Entwickler propietärer Apps haben mit Qt auch die Chance kostengrünstig zu entwickeln, und anschließend ihren Teil des Kuchens abzubekommen, da Qt unter einer dualen Lizenz angeboten wird, haben sie vollen kommerziellen Support.

Searles
 
16.02.2010 10:48

"Konkurrenz belebt das Geschäft."

Ich habe dieses Argument schon recht oft gelesen, aber in diesem Zusammenhang nie verstanden. Was wird genau dadurch belebt, dass Firmen z.B. sich nicht auf ein Toolkit unter Linux fokussieren koennen? Was wurde dadurch belebt, dass es zig verschiedene Ladestecker fuer Handys gibt (gab)?

Das "Konkurrenz"-Argument gilt fuer Endprodukte, wie z.B. Office-Pakete, fuer Toolkits jedoch definitiv nicht.

Hermann Weiler
16.02.2010 16:45
Ich glaube, es geht weniger um Konkurrenz als darum,

dass die Toolkits verschiedene Nischen abdecken. Was will man tun? Will man das Programm als closed source verkaufen, ja oder nein? Geht es einem darum, einen Toolkit zu verwenden, der von einer community oder einer Firma gepflegt wird? Macht es einem etwas aus, wenn man zur kommerziellen Verwendung etwas zahlen muss, ja oder nein?

Das sind die Fragen, die eine Rolle spielen. Beide toolkits sind sehr gut, beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Searles
 
17.02.2010 12:19

Mittlerweile decken eben GTK und Qt exakt dasselbe Segment ab; spaetestens seit Qt unter der LGPL steht.

Hermann Weiler
25.02.2010 00:28
Wenn ich die Lizenzen richtig verstanden habe,

so können Sie zwar QT-Programme verkaufen, allerdings müssen Sie dazu eine kommerzielle Lizenz von Trolltech erwerben. Das macht schon einen Unterschied aus. Wenn man etwas verkaufen will, ohne investieren zu wollen, ist man offenbar mit GTK besser bedient. Wenn einem das wurscht ist oder man ohnehin nicht vorhat, kommerzielle Programm zu schreiben, dann ist es in der Tat egal.

Searles
 
25.02.2010 12:23

Das ist schon lang nicht mehr der Fall.

fat albert1
16.02.2010 06:36

Qt ist aber unter der LGPL, kann also ohne Probleme kommerziell verwendet, ohne irgendwelche Kosten.

Raschtulla
15.02.2010 16:07
Das was Mameo oder MeeGo zum erfolg machen könnte.

Ist die Tatsache das es nicht von Google kommt.

402
16.02.2010 10:01

Oder das es nicht von der Mobilkom kommt.

Man sollt vielleicht noch anmerken das Intels Firmenpolitik "Do no evil" ist, oder wart mal...

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