Fasching

Restalkohol: Volksweisheiten funktionieren nicht

15. Februar 2010 11:59
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    Foto: apa/hans klaus techt

    Volksweisheiten sind beim Alkoholabbau nicht hilfreich

Abbau im Körper ist ein Faktor der Zeit und geschieht langsam - "individuelle Variabilität" möglich

Wien - Wer sich am Faschingsdienstag um Mitternacht mit 1,9 Promille Alkoholgehalt im Blut ins Bett legt, ist frühestens am Aschermittwoch um 19.00 Uhr wieder völlig nüchtern. Davor fährt - sofern man sich ans Steuer setzt - der Restalkohol mit.

Alkohol baut sich im Körper langsam ab. Von vielversprechende Wundermittel, die diesen Vorgang beschleunigen sollen, ist wenig zu halten. Mit mehr als 0,1 Promille pro Stunde ist nicht zu rechnen. "Das ist bei fast jedem gleich", sagte der ärztliche Leiter des Anton Proksch-Instituts (API), Michael Musalek. Eine "individuelle Variabilität" ist laut Musalek möglich. So sei das Tempo vermindert, wenn das entsprechende Enzym in der Leber kaum oder nur vermindert vorhanden ist.

Volksweisheiten bringen nichts

Generell ist der Abbau im Körper aber ein Faktor der Zeit. Bekannte Volksweisheiten, wie fett essen, viel trinken oder Luft schnappen bringen gar nichts. Fettes Essen zögert laut Musalek den Rauschzustand hinaus. Das Gefühl der Trunkenheit stelle sich dadurch zwar erst später ein, dafür wirkt der Alkohol dann aber länger. Viel Wasser zu trinken ändere ebenfalls wenig am Alkoholisierungsgrad. Alkohol dehydriert, von daher gleiche das Wasser den Flüssigkeitsverlust aus - "ähnlich wie bei Kaffee" - mit der Wirkung habe das aber nicht viel zu tun. "Das ist eine Negativrechnung", sagte Musalek.

Vorsicht bei Mischgetränken

Tückisch seien Mixgetränke mit koffeinhaltigen Drinks. "Damit wird die sedierende Wirkung des Alkohols überwunden", die Müdigkeit, die sich normalerweise nach Alkoholkonsum einstellt, falle dadurch weg und man sei verleitet, noch mehr zu trinken.

Unterschätzt werde der Restalkohol am Tag danach. Nach einer durchzechten Nacht hat man "in der Früh meist dennoch erhebliche Restmengen im Blut", meinte der Experte. Die Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit ist eine doppelte: Die Reaktionszeit wird verlängert, wodurch man zu spät auf die Bremse steigt. Das Hauptproblem sei aber, so der Leiter des API, die deutlich erhöhte Risikobereitschaft der Lenker. Die enthemmende Wirkung des Alkohols münde in Selbstüberschätzung und das bereits bei geringen Mengen. (APA)

Abbau von Alkohol im menschlichen Körper an einem Beispiel

Uhrzeit - Promillegehalt - Mindeststrafen für Führerscheinbesitzer

24.00 Uhr - 1,9 Promille - 1.600 bis 5.900 Euro

1.00 Uhr - 1,8 Promille - 1.600 bis 5.900 Euro

2.00 Uhr - 1,7 Promille - 1.600 bis 5.900 Euro

3.00 Uhr - 1,6 Promille - 1.600 bis 5.900 Euro

4.00 Uhr - 1,5 Promille - 1.200 bis 4.400 Euro

5.00 Uhr - 1,4 Promille - 1.200 bis 4.400 Euro

6.00 Uhr - 1,3 Promille - 1.200 bis 4.400 Euro

7.00 Uhr - 1,2 Promille - 1.200 bis 4.400 Euro

8.00 Uhr - 1,1 Promille - 800 bis 3.700 Euro

9.00 Uhr - 1,0 Promille - 800 bis 3.700 Euro

10.00 Uhr - 0,9 Promille - 800 bis 3.700 Euro

11.00 Uhr - 0,8 Promille - 800 bis 3.700 Euro

12.00 Uhr - 0,7 Promille - 300 bis 3.700 Euro

13.00 Uhr - 0,6 Promille - 300 bis 3.700 Euro

14.00 Uhr - 0,5 Promille - 300 bis 3.700 Euro

15.00 Uhr - 0,4 Promille - keine Geldstrafe

16.00 Uhr - 0,3 Promille - keine Geldstrafe

17.00 Uhr - 0,2 Promille - keine Geldstrafe

18.00 Uhr - 0,1 Promille - keine Geldstrafe

19.00 Uhr - 0,0 Promille - keine Geldstrafe

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
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ricko
15.02.2010 21:26
kleine, österreichische getränkekunde:

was ist:

tiroler?
bonanza?
diesel?
gummibärli?
3er mischung?

und der richtige kaliber:

jacky? (nein, nix mit whisky)


werwolfi
16.02.2010 03:48

hey, ich bin ganz stolz - ich kenn nur eins davon ;o) und zwar das "gummibärli", und das auch nur vom wegschauen, weil ich Red Bull nicht durchdruck...

qualitativ höherwertigeres zeug saufen bringt's, man säuft bei einem gewissen budget automatisch quantitativ weniger :o)

Tomse10
18.02.2010 10:43

"Gummibärli" hätte ich auch gewusst. "Diesel" könnte eventuell Bier mit Cola sein? ^^

Allahu Akbar vs. Friede Sei Mit Euch
15.02.2010 18:22
Also wenn ich ne Sauftour vorhabe

dann stellt sich sicher nicht die Frage wie schnell der Alk-Gehalt abgebaut wird sondern vielmehr wie ich Totalabsturz so lange wie möglich hinauszögern kann.

Bei mir hilft immer - richtig fett essen und am nächsten Morgen richtig Saures einwerfen (gegen den Kater).
*rofl*

Superschlau
15.02.2010 16:24
"Volksweisheit" ist ein Widerspruch in sich

zumindest in Österreich (oder wer hat diese Politiker gewählt?)

Don schlau on
15.02.2010 15:43
Kann mir nicht vorstellen das Alkohol

unbeeinflußt vom Verhalten abgebaut wird.
Es ist schon ein Unterschied ob ich Schlafe oder hart körperlich arbeite.

Ich habe schon den Eindruck das ein Bier, bei harter Arbeit ( im Wald) schneller abgebaut wird.

Besitze allerdings keinen Alkomaten um den Eindruck zu mit Messwerten zu untermauern.

natoll
15.02.2010 21:40

auch wennst es dir nicht vorstellen kannst. alkohol baut nur die leber ab. und der ist es völlig egal was du machst.
höherer puls verschleiert nur die auswirkungen des alkohols, im blut hast ihn trotzdem. und nur das interessiert die polizei.

M.Honeybee
15.02.2010 16:42

Gewicht ist Thema und bei harter Arbeit/Sport baut man echt schneller ab. Volksweisheit wäre: vor dem Alkotest mehrfach ein- und so lange ausatmen, bis einem schlecht wird. Bringt viel.

1000 Kopfläuse können nicht irren
15.02.2010 14:45
Ich weiß nicht, ob Alkohol tatsächlich die Risikobereitschaft erhöht.

Alkohol wirkt verstärkend, das ist alles. Ich habe im Straßenverkehr nüchtern schon einiges Risiko genommen, das ich hinterher als Wahnsinn eingeschätzt habe. Aber wenn ich Alkohol trinke, brauche ich einfach ein Bett in der Nähe in das ich hineinfallen kann, denn ich werde einfach nur müde.

Manche werden mit Alkohol müde, andere munter, andere lustig, usw. Ich halte Alkohol nur für einen Verstärker, man kann ihn nicht pauschal dafür verantwortlich machen, dass man durch seine Einnahme seine Risikobereitschaft erhöht.

metacomet
15.02.2010 20:49
alkohol ist ein betäubungsmittel und wirkt zuallererst auf die

oberen hirnregionen, mit zunehmender alkoholisierung werden auch tiefere hirnregionen beeinflusst. das grosshirn (obere hirnregion) ist u.a. für logisches denken zuständig, daher kann man auch bereits nach 2-3 flaschen bier oder 2 vierteln wein nicht mehr so rational denken, ohne das einem das auffällt.
ps: nein, ich bin kein alki, aber ich arbeite mit dementen und beschäftige mich mit störungen des gehirns.

anders and
 
15.02.2010 19:44

ich reagiere ganz verschieden, je nachdem was ich trinke:
Bier: müde
Weißwein: depressiv
Rotwein: redselig und fröhlich
Spirituosen: aktiv und munter
Sturm: Übelkeit

ricko
15.02.2010 21:24

witzig, genau diese beobachtungen mache ich bei mir auch, insbesondere bier=müde und rotwein=munter&fröhlich

no left child behind
16.02.2010 20:14

da müsste man eine studie drüber machen

uinsel
15.02.2010 17:01

alkohol ist kein "verstärker" sondern enthemmt.

durch die enthemmung wird oft die risikobereitschaft verstärkt.

Weltenbürger Demosthenes
15.02.2010 15:25
Für den Richter

Das, lieber Läusler der Köpfe, erklären Sie am besten dem Richter, wenn er sie verurteilt (hat).

Und den Eltern/Partnern jener Menschen, die Sie versehentlich wegen der überschüssigen Promille im Blut unter die Erde befördert haben.

1000 Kopfläuse können nicht irren
15.02.2010 16:42
???

Was hat das mit den Fleischpreisen zu tun?

platz, hirsch!
15.02.2010 15:19
da irren alle ihre läuse.

es gibt zu diesem befund studien sonder zahl. und das ist auch gar nichts neues.

1000 Kopfläuse können nicht irren
15.02.2010 16:49
Wie gesagt...

... ich sehe Alkohol lediglich als Verstärker. Ich habe mich jedoch ein bisschen missverständlich ausgedrückt, wie ich nach dem Durchlesen meines Posts meine.

Verstärkt wird bei dem einen zB ein Müdigkeitsgefühl und bei einem anderen seine Bereitschaft zum Risiko. Dennoch glaube ich nicht, dass PAUSCHAL die Risikobereitschaft durch Alkoholkonsum steigt.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung was ich meine (Zahlen frei erfunden):
100 Probanden trinken, bei 33 wird durch Tests erhöhte Risikobereitschaft festgestellt, 29 werden geselliger, 27 brummen sich in den Schlaf, usw.

Dann ist natürlich bei diesen 100 Probanden absolut die Risikobereitschaft gestiegen (+33) aber eben nicht GENERELL.

Karl Grausito 081
15.02.2010 12:48

ich sag nur reparaturkrügerl!

werwolfi
16.02.2010 03:51

reparaturdoppler... ;oP

und sinngemäß am abend zuvor: der fluchtdoppler... *sfg*

Andy82
 
15.02.2010 16:21

angeber!
reparaturseidel reicht doch völlig ;-)

platz, hirsch!
15.02.2010 14:03
der alkohol am tag nach dem rausch

kuriert nur den kater (kopfschmerzen, gliederschmerzen etc.), führt aber nicht zum abbau des alkohols. was ja irgendwie logisch ist, nicht?

Karl Grausito 081
15.02.2010 15:27

feuer mit feuer bekämpfen!
ist doch logisch, oder?

der Ringe
15.02.2010 14:45

wirklich ?

platz, hirsch!
15.02.2010 15:18
welchen teil meines postings meinen sie mit "wirklich"?

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