Die legalen Fahrrad-Schlepper

Guido Gluschitsch, 14. Februar 2010, 16:53
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    foto: guido gluschitsch

    Wer sein Fahrrad an ein Verkehrszeichen kettet, darf sich nicht wundern, wenn es dort nicht lange hängen bleibt und flüge wird.

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    So schaut es aus, das Fahrrad-Ticket nach Simmering, um wohlfeile 48 Euro.

Nicht nur falsch geparkte Autos werden von der MA 48 abgeschleppt. Mitunter ereilt das Schicksal auch Fahrräder

Unweit des Grabens war vor wenigen Tagen noch ein Fahrrad an ein Verkehrszeichen gekettet. Heute ist es nicht mehr da. Inzwischen steht es ein paar Bezirke weiter, in Simmering - nein, viel mehr am Ende von Simmering. Dort, wo auch die Autos stehen, die eine Einfahrt versperrten oder im Parkverbot abgestellt wurden. „Auch Fahrräder, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechend abgestellt sind, werden von uns entfernt und nach Simmering gebracht", sagt Christian Jurkovits, Leiter der Abschleppgruppe der Magistratsabteilung 48 in Wien.

In der Regel werden an Fahrräder, die für die Entfernung vorgesehen sind, Plaketten angebracht. Diese Zettel, auf denen steht, dass die MA 48 das Fahrrad demnächst entfernen wird, hängen zumeist eine oder zwei Wochen am Lenker, bevor die Räder abgeholt werden. Fahrräder, die besonders im Weg sind, werden auch schneller abtransportiert.

Meldungen kommen von Anrainern
Ein Trupp der MA 48 meldet der Zentrale die Fahrräder, die zu entfernen sind. „Meldungen kommen aber auch von Anrainern, denen das Rad im Weg ist, den Magistratischen Bezirksämtern oder von der Polizei." Im Grunde funktioniert also alles wie auch bei den Autos. Kann man dann folglich auch sein abgeschlepptes Fahrrad wieder abholen, wenn es erst einmal in Simmering steht?

„Mindestens zwei Monate stehen die Fahrräder bei uns am Platz. Wir sind dazu verpflichtet, die Räder so lange zu verwahren und den Besitzer darüber zu verständigen, dass sein Fahrzeug bei uns steht. Bei Autos mit Kennzeichen ist das recht einfach - da gibt es einen Zulassungsbesitzer, den wir anschreiben. Den Fahrradhalter können wir nur selten ausforschen, nur wenige der Räder sind mit Chips versehen oder sind sonstwie auf einen Besitzer zurückzuführen." In dem Fall werden die Meldungen in den Magistratischen Bezirksämtern angeschlagen und so öffentlich gemacht.

48 Euro plus 2 Euro pro Tag
Der, dessen Fahrrad abgeschleppt und verwahrt wurde, zahlt auch genau dafür, wenn er es wiederhaben möchte: „Die Abholung des Rades kostet 48 Euro, und für jeden Tag, an dem das Fahrrad bei uns steht, fallen noch einmal 2 Euro an", erklärt Christian Jurkovits. Wer sein Fahrrad wiederhaben möchte, wird nach einigen Details zum Rad befragt, auch zum Ort, an dem es abgesperrt wurde. „Wir müssen das Fahrrad ja eindeutig seinem Besitzer zuordnen können", will Christian Jurkovits ausschließen, dass sich jemand um 48 Euro und ein paar zwei Euro-Münzen immer wieder mit Rädern bei ihm eindeckt.

Fahrräder, die von ihren Besitzern in Simmering nicht abgeholt wurden, kann man aber recht einfach und günstig kaufen - denn die kommen auf den „48er Basar", in der Stadlauer Straße 41 A, im 22. Bezirk. Wenn die MA 48 aber einen scheinbar herrenlosen alten Rahmen von einem der „Wiener Bügel" trennt oder nur mehr eine verbogene Felge abtransportiert, dann werden die Fahrrad-Teile einfach verschrottet, und der Abschlepp-Dienst wird eher zum Fahrrad-Leichen-Transport. Obwohl, so viele rostige Rahmen und Fahrradreste, wie in Wien angekettet sind, rückt die MA 48 anscheinend nicht jeden Tag aus, um die Radständer benutzbarer zu machen.

Was man selbst anstellt, wenn man auf seinem Rad so ein Pickerl findet, das eine baldige Verfrachtung in den Süden Wiens ankündigt, hängt davon ab, wie wohlerzogen man ist. Wer ungalant ist, entfernt einfach das Pickerl und stellt sein Fahrrad richtig ab, wer freundlich ist, ruft auch noch bei den legalen Radlschleppern an und sagt, dass er sein Fahrrad entfernt hat. (Guido Gluschitsch)

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 90
1 2 3
Andrzej Felczak
 
00
25.2.2011, 23:24
ARGUS-Tipps zum Abstellen von Fahrrädern

Entfernen von Fahrradleichen:
http://www.argus.or.at/tipps/ent... radleichen

Abstellen von Fahrrädern:
http://www.argus.or.at/aktuell/f... g-verboten

BetterthanJC
 
00
19.2.2010, 12:51

und wer zahlt mir dann die kaputte Kette?

tramezzino
00
22.2.2010, 17:21

was willst du mit einer kaputten kette?

hellfast
00
22.2.2010, 22:34

noch nie das video zu "beat it" gesehen?

Der KaterVater
00
17.2.2010, 23:18
Fahrrad am Verkehrszeichen nicht grundsätzlich problematisch

Entgegen der Bildunterschrift "Wer sein Fahrrad an ein Verkehrszeichen kettet, darf sich nicht wundern, wenn es dort nicht lange hängen bleibt", die suggeriert, dass der Sachverhalt des Befestigens eines Fahrrades an Verkehrszeichen an sich ein Problem darstellt, hat mir ein Verantwortlicher der MA48 bestätigt, dass das an sich KEIN Problem ist. Sofern dadurch § 68 Abs. 4 ("Verhalten der Radfahrer") und § 89a StVO ("Entfernung von Hindernissen") nicht berührt werden.

Sprich: Wegen eines Drahtesels an einem Verkehrszeichen auf einem ausreichend breiten Gehsteig, das kein Hindernis darstellt, rührt die MA48 wochen-, ja monatelang kein Ohrwaschel.

Tompkins, Mr. Tompkins
 
00
19.2.2010, 16:39
Danke!

Für's extra noch mal nachfragen.

Tompkins, Mr. Tompkins
 
05
15.2.2010, 15:40
StVO § 68 Abs. 4

"Fahrräder sind so aufzustellen, daß sie nicht umfallen oder den Verkehr behindern können. Ist ein Gehsteig mehr als 2,5 m breit, so dürfen Fahrräder auch auf dem Gehsteig abgestellt werden; dies gilt nicht im Haltestellenbereich öffentlicher Verkehrsmittel, außer wenn dort Fahrradständer aufgestellt sind. Auf einem Gehsteig sind Fahrräder platzsparend so aufzustellen, daß Fußgänger nicht behindert und Sachen nicht beschädigt werden."

Solange ich diese Regeln einhalte und das Verkehrszeichen weiterhin erkennbar ist, sollte ich mein Fahrrad auch an so einer Stange absperren dürfen, oder?

Mit ein Grund, warum Fahrradkennzeichen Schachsinn sind- weil sich die Leute, die sich über Radfahrer aufregen, meistens selber nicht auskennen.

Neil McCauley
13
15.2.2010, 14:38
Idioten gibt es überall, sowohl unter Autofahrern, als auch unter Radlern.

Das Hauptproblem ist imho, daß die meisten Radfahrer, sowie die meisten Autofahrer sich nicht in das andere hineinversetzen können. Das Leben wäre viel schöner, wenn die Autofahrer mal eine Woche lang mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren würden und die Radler mit dem Auto. Dann würde man sich als Radler über die Radfahrer maßlos ärgern, die rücksichtslos herumgurkeln, Passenten erschrecken etc. und als Autofahrer würde man fortan keinen Radler schneiden, drängeln, wenn man's mal selbst erlebt hat, wie schrecklich sowas ist.

UnXund
00
27.2.2010, 17:10

gibts da irgendeinen zusammenhang mit dem artikel?

General Ignorance
13
15.2.2010, 14:29

Und wie ist das mit Wahlwerbung, die behindernd auf Gehsteigen steht?

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
23.2.2010, 13:25

Müssen auch eine Genehmigung vom Magistrat haben.

Es gibt eine Partei, die seit jahren versucht einen Konsens zw. allen Parteien zu finden, um die dreieckständer aus der Welt zu schaffen. Aber nachdem die Wiener Oppositionsparteien nicht mitmachen, gibt es sie weiterhin.

human ic
06
15.2.2010, 14:49

die gesichter musst du folgendermassen bemalen:
die roten, grünen: marx-rauschebart, runde brille
schwarze: dunkle mafiosisonnenbrille
braune kandidaten: das obligatorische bärtchen

Mucosaprolaps
10
15.2.2010, 13:04

Frechheit - wo soll man ein Rad denn sonst anhängen als an einem Verkehrsschild?

Die wenigsten Geschäfte bieten Fahrradständer; die öffentlichen sind meist entweder gnadenlos überfüllt oder altmodische Felgenkiller, wo man ein MTB oft kaum anhängen kann.

Das auf dem Bild gezeigte Rad ließe sich mit einem Handgriff verschieben. Welcher Garagenbesitzer ist dafür zu faul und ruft lieber den Abschleppdienst?

tramezzino
10
22.2.2010, 17:23

ich lass die luft aus den rädern (und schmeiß das ventil weg), sonst merken sich das die radler nicht.

jumpingjack flash
00
25.2.2010, 03:10
ja!

einfach allen autos die einem im weg herumstehen die luft auslassen! bisher hab ich denen nur die scheibenwischer umgeknickt :-)

NoComment
00
16.2.2010, 14:54

wo garage???

m+m
213
15.2.2010, 11:48
ich schlage vor, dass alle verkehrszeichen, die behindernd am gehsteig stehen sofort entfernt werden

alle paar meter ein stempen, warum stehen die nicht auf der strasse und engen die ein?
warum müssen immer die fussgänger bei gleichzeitigen gegenverkehr und verkehrsschild warten?

Mucosaprolaps
01
15.2.2010, 16:50

IMO sollten wir uns alle mit Kneifzangen bewaffnen und die scharfkantigen Jacken-Schulterzerreißer und Ärmelöffner von den Verkehrszeichen abmontieren.

(Ja, ich meine die Drahtstücke, mit denen Boulevardzeitungen und Gratisheftln JEDES Verkehrszeichen in meiner Nähe wie einen Igel zupflastern; ich hab an dem Dreck schon mindestens zwei Anoraks und eine Lederjacke zentimeterweit aufgerissen; der Dreckskrone & Co ist das aber natürlich wurscht.

yomellamo
00
15.2.2010, 13:46

... eine große betonmauer auf der straße wär jedenfalls effizienter als ein stop-schild am gehsteig :)

Sand
00
26.7.2010, 10:14
Stop-Schild?

Wo am Gehsteig ist ein Stop-Schild?
Aber Sie haben recht. Verkehrsschilder sollten mindestens drei mal größer sein, damit man sie auch ohne Brille eindeutig interpretieren kann.

unangenehm
19
15.2.2010, 10:00
der kampf radfahrer gegen autofahrer

geht auch in diesen postings weiter. darum hier ein aufruf zum gegenseitigen respekt.
als radfahrer nehme ich es auch nicht immer 100% genau mit der stvo, aber als autofahrer genau so wenig (bin auch schon schneller als 50 in wien gefahren).

vielleicht lohnt ein besuch in kairo: dort fährt man nicht stur nach regeln, sondern orientiert sich an den anderen verkehrsteilnehmern. also wenn ich am gehsteig fahre, dann nur äußerst defensiv....
das österreichische problem: "der hält sich nicht an die regeln also gehört ihm eins ausgewischt", und dann glaubt man polizist und selbsjustiz üben zu müssen dann wird noch einmal absichtlich geschnitten und, dass man dabei selbst regeln übertritt ist dann ok?!?!

1000 Kopfläuse können nicht irren
24
15.2.2010, 11:48
Österreich besteht zu 25% aus selbsternannten Sheriffs!

Also wundert mich das nicht. Und dann der Neid! "Bäh, der steht mit seinem Fahrrad direkt vor der Tür und ich muss 10 Minuten Parkplatz suchen"...
(C;

human ic
14
15.2.2010, 11:10

abergeh, man darf diese trollpostings nicht zu ernst nehmen. den kampf gibts nicht, nur vereinzelte psychopathen, überforderte verkehrsteilnehmer und tendenziöse berichterstattung.

Gaugi
124
15.2.2010, 08:34
es gibt noch gerechtigkeit


ich gönne es jedem radfahrer. halten sich ja auch sonst kaum an die StVO.

wäre übrigens ein punkt mehr der für die nummerntafel bei fahrrädern spricht.

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