Kleinere Pannen überschatten Montage von "Cupola"
Cape Canaveral - In einem anstrengenden Arbeitsblock haben Astronauten an der Internationalen
Raumstation ISS am Montag die neue Aussichtsplattform "Cupola" an ihrem endgültigen Platz montiert. Die
Raumfahrer hatten mit mehreren verklemmten Bolzen und einem widerspenstigen
Kabel zu kämpfen, bevor der Ausguck in seine endgültige Position manövriert
werden konnte. Das 20 Millionen Euro teure Modul erlaubt einen guten Ausblick auf die Erde, die Tiefen des Alls und die Station selbst.
"Cupola" wurde mit Hilfe eines riesigen Roboterarmes von einer
Zwischenposition einer Seite der ISS auf die andere befördert. ISS-Kommandant
Jeffrey Williams musste dabei mehrere verkantete Bolzen lösen, um das Modul
loszubekommen. Außerdem entdeckte er ein loses Kabel, das aber bei den Arbeiten
nicht störte. Der Ausguck und das neue Modul "Tranquility" stammen aus Europa und sind die
letzten größeren Bauteile für die ISS.
Nicht reibungslos
Die Installation des neuen Moduls war mit einem ersten Außeneinsatz am
Freitag begonnen worden. Nicht ungefährlich war ein Zwischenfall beim schwierigen
zweiten Außeneinsatz in der Nacht auf Sonntag. Als die NASA-Astronauten Robert Behnken und Nicholas
Patrick an der Installation von
"Tranquility" arbeiteten, lief
aus einem Verschluss giftiges Ammoniak aus. Die Astronauten mussten deshalb beim
Wiedereinstieg länger als sonst in der Schleusenkammer bleiben.
Das Ammoniak verschmutzte die Raumanzüge von Behnken und Patrick nicht,
teilte die US-Weltraumbehörde weiter mit. Die beiden hatten sich bei ihrem fünf
Stunden und 54 Minuten langen Außeneinsatzes vor allem mit der Installation des
mit der aggressiven Substanz betriebenen Kühlsystems von "Tranquility"
beschäftigt.
Rückkehr am 21. Februar
"Tranquility" bietet den ISS-Bewohnern mehr Platz. Außerdem gibt es
hochmoderne Systeme zur Aufbereitung von Wasser und zur Herstellung von
Sauerstoff. Der Ausbau der ISS muss bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Dann
nimmt die NASA nach einem Vierteljahrhundert ihre
Shuttles außer Dienst, die als weltweit einzige bemannte Weltraumfahrzeuge
gelten, die auch sehr große und sperrige Güter zur ISS transportieren können. (red/APA)