Erste Group-Chef

Krise schuf Basis für Populismus

13. Februar 2010 14:50
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    Foto: apa/schlager

    Erste Group-Chef Andreas Treichl: Das "soziale Unternehmertum" sollte stärker gefördert werden.

Bankensteuer in Österreich wäre Wettbewerbsnachteil - Steuer müsste regulatorisch wirken - Finanzwirtschaft neu regulieren

Wien - Die Finanzkrise habe eine bessere Basis für populistische Politik geschaffen, dass sei sehr gefährlich, warnte Erste Group-Chef Andreas Treichl am Samstag in der Ö1-Sendung "Im Journal zu Gast". Der Boden dafür werde umso größer, je größer die Arbeitslosigkeit werde, diese gelte es besonders zu bekämpfen. Treichl sieht auch wieder die Gefahr, von einem kapitalistischen wieder in ein Staatswirtschaftssystem hineinzurutschen. Dieser Schwenk könnte dadurch abgefedert werden, wenn von der Marktwirtschaft ein Beitrag an die Gesellschaft fließt, der helfe, die Anzahl der Arbeitslosen zu reduzieren, und Menschen beim Einstieg ins Wirtschatsleben unterstützt. Deshalb sollte das "soziale Unternehmertum" stärker gefördert werden, damit könnte der Graubereich zwischen Staat und Privat ausgefüllt werden. Unternehmen sollten von sich aus einen Teil ihres Gewinnes für soziales Unternehmertum verwenden und in den Sozialstaat investieren.

Treichl spricht sich dafür aus, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) dem hochverschuldeten EU-Land Griechenland zu Hilfe kommen soll. Das wäre besser als Hilfe von den anderen europäischen Länder oder der EU, ohne deren Hilfe Griechenland nicht aus seiner Finanzkrise herauskommen dürfte, so Treichl. Für den IWF wäre es das erste Mal, dass er einem Euroland zu Hilfe käme. Als Gegenleistung müssten Griechenland strenge Auflagen gegeben werden, die es auch erfüllen müsste.

Über die Außenstände griechischer Großbanken oder des griechischen Staates bei der Erste Group macht sich Treichl keine Sorgen. Diese seien nicht gefährdet, da über drei Viertel als Wertpapiere bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt seien. "Griechenland ist aber tatsächlich in einer sehr ernsten Situation", so der Erste-Chef.

Hinsichtlich der diskutierten Bankensteuer fände Treichl es gut, wenn auf EU-Ebene darüber gesprochen werden würde. Eine nur österreichspezifische Lösung wäre für das heimische Bankwesen und die Region ein starker Wettbewerbsnachteil. "Ich würde eine paneuropäische Diskussion sehr begrüßen", so Treichl.

Kein konkretes Ergebnis bei Bankengipfel

Vom österreichischen Bankengipfel, zu dem Bundeskanzler Werner Faymann für den 22. Februar eingeladen hat, erwartet sich Treichl kein konkretes Ergebnis, aber Ansätze für einen "vernünftigen Weg". "Vielleicht gelingt es, einen Vorschlag zu machen, der in der EU auf breiterer Basis Gefallen findet, das wäre schon ein großer Erfolg", sagte Treichl.

Eine Besteuerung dürfte nicht wieder darin enden, den Banken Kapital wegzunehmen. Das wäre nur ein populistische Maßnahme. "Eine Steuer ist kein Beitrag zur Bewältigung einer Krise, sondern eine Umverteilung von Banken zum Staat". Eine Bankensteuer sollte daher nur eingeführt werden, wenn man damit auch einen richtigen regulatorischen Effekt erzielen könnte. Sie solle darauf abzielen, Spekulationsgeschäfte zu erschweren und damit die Finanzierung der Realwirtschaft zu unterstützen, so Treichl.

Auch er teile den Ärger der Bevölkerung darüber, dass viele Banken wie vor der Krise weiter machen würden, so der Erste-Boss. Banken hätten einmal ein sehr gutes Image gehabt, und hätten es geschafft, innerhalb kürzester Zeit dieses auf das Niveau der Politiker fast ganz nach unten zu bringen. Vor allem von regulatorischer Seite her werde zu wenig dafür getan, dass es zu einer Differenzierung zwischen realen und spekulativen Bankgeschäften kommt. Bankgeschäfte seien viel zu stark in einen Topf geworfen worden. Man hätte von Anfang an erkennen müssen, dass das, was die Wirtschaft insgesamt aus der Krise herausführt, nur darauf basieren könne, dass man Banken die Kreditvergabe erleichtert und dass Kapital freigesetzt wird, indem man spekulative Geschäft wesentlich stärker durch Kapital hinterlegt.

Dramatische Entwicklungen

Hier müsse es zu einer wesentlich stärkeren Diskussionsbereitschaft zwischen Politik, Regulatoren und Banken kommen. Regulatoren würden in Auftrag der Politik arbeiten. Es sei eine Situation entstanden, die nicht im Sinne der Auftraggeber ist. "Ich erwarte mir noch dramatische Entwicklungen in regulatorische Hinsicht", so Treichl. Aber nicht nur die Banken, sondern die Finanzwirtschaft per se sollte reguliert werden, alle, die die Möglichkeit haben, Finanzprodukte zu verkaufen, sollten davon betroffen sein. Den Banken etwa sollte nicht wieder die Möglichkeit gegeben werden, mit Sicherheit Geschäfte zu machen, und es sollte ermöglicht werden, dass Banken in eine geordnete Insolvenz gehen können, indem ein wirtschaftliches Gleichgewicht geschaffen wird.

Auch bezüglich der Einlagensicherung müsste man sich was überlegen. Wenn eine Einlage überall sicher sei, dann sei es egal, ob die Bank gut oder schlecht sei, ob sie risikoarme oder risikoreiche Geschäfte mache. Generell müsste man sich bei der Beaufsichtigung auf die 50 wichtigsten Regeln konzentrieren und diese auch überprüfen und bei Nichteinhaltung die Lizenz entziehen.  (APA)

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also dann ...
16.02.2010 18:51
hohe bankengewinne v e r h ö h n e n ... die steuerzahler ! (FAZ - mr. fitoussi - berater von sarkoszy !)

"Gemäß meiner Analyse ist die Krise primär auf
s o z i a l e ... Faktoren zurückzuführen. Sie ist die Folge zunehmender Ungleichheit weltweit, seit etwa einem Vierteljahrhundert. Diese hat zu einer notorisch schwachen Nachfrage geführt, welche wiederum durch eine expansive Geldpolitik bekämpft wurde.
Von der größer werdenden finanziellen Ungleichheit profitierte nur ein kleiner Teil von weniger als einem Prozent der Bevölkerung.

Ich würde die Banken deutlich stärker besteuern
Ich würde auf diese Weise über zwei Jahre
s ä m t l i c h e Gewinne der Banken abschöpfen.

ach ... treichl - männchen ?!?

http://www.faz.net/s/RubF3F7... ezial.html

odranoel-64
15.02.2010 16:01
Dieser Herr Dr. Treichl

wird mir im Gedächtnis bleiben. Zu Anfang der Krise stellt er sich ins Fernsehen und erzählt wie gut seine Bank und wie gut erst recht er selber ist und dass seine Bank selbstverständlich kein Geld der Steuerzahler b raucht (s.o. sie ja so gut). Eine Woche später will er von uns allen 1,2 Millarden (sind bloß 1200 Millionen). Und bekkommt sie auch von Pröll und Faymann.
Auf die Frage, was er an Salär bezieht, sagte er, er wisse es nicht, weil er noch nie auf seinen Gehaltszettel geschaut hat.
Dorthin möchten wohl viele nicht schauen müssen; müssen aber, weil sie nicht mehr als € 100.000,-- pro Monat verdienen.

idealist 1
15.02.2010 13:58
realitätsfremd

An den Aussagen von Treichl sieht man dass Banker und Politiker komplett am Bedürfnis der kleinen Leute
arbeiten.. er redet von sozialer Pflicht und war einer der ersten der dieses "tolle "Instrument Basel II eingeführt hat.... Aber ,lieber Hr Treichl, noch ist nicht aller Tage Ende ... Kunden sind nicht dumm und merken sich das Verhalten und die arrogante Art von Banken.. Ihre Aussagen im Journal sollten unter "Werbesendung eines Bankers" laufen ...
Mich sieht die Erste nie wieder ..ausser Beamtendenken bei den Mitarbeitern und immer die gleichen stereotypen Sätze : was haben sie denn für sicherheiten? .. aha, da brauchen wir schon 110% weil sie wissen eh ..heutzutage...ARME KMU´S !!

fyi1
15.02.2010 12:24
Anmaßung und Populismus hat in Ö Tradition ....

Es gibt fast keine Firmen im Ösiland , die nicht dem Mobbing- und Managementquatscherbazillus zum Opfer fallen . Je staatsnaher - desto intensiver . Die Unverschämtheit qualifizierte Jobs mit vernetzten Freunderln zu besetzen und gleichzeitig massive Kosten zu verursachen ( externe Berater , Firmen , irgendwer der die Arbeit erledigt ) ist der Krisenturbo für viele Unternehmen . Die staatsnahen merkens eh nicht ( das Topmanagement hat quasi idente Mitarbeiter ) , die mit Kostendruck gehen samt vernetzten Mitarbeitern unter .....

rincewind IV
15.02.2010 09:26

Dass der schönste Finanzminister aller Zeiten aber für diese armen, international agierenden Firmen, extra die Gruppenbesteuerung eingeführt hat, wird wohlweislich unterschlagen.

Die Erste bezahlt in Österreich nahezu keine Steuern, der Steuerzahler blecht indirekt für die Expansionspolitik im Osten.

Man sollte den Gehalt Treichels auf 10 Milliarden Euro erhöhen, dann könnte er wenigstens 5 Milliarden Lohnsteuer bezahlen und die arme Desi braucht sich kein Zubrot mehr in der Oper verdienen.

kotttan
14.02.2010 21:26
Er ist auch nur ein Hampelmann

der schwarzen neoliberalen Heuschreckensippe

Mostbluzer
15.02.2010 09:52
jo er war schon besser

wenn das seine "ideen" sind, muss man ihn in die kategorie träumer einreihen. leider.

der mann ist nicht unsympathisch, aber irgendwie im ...
paralleluniversum. könnte gefährlich werden für uns als staatsbürgen.

José Atento
14.02.2010 20:30

<Der Boden dafür werde umso größer, je größer die Arbeitslosigkeit werde, diese gelte es besonders zu bekämpfen. >

Die vorhandene Arbeit könnte gerechter verteilt weden. Das wäre politisch vielleicht beeinflussbar. Aber ein Politiker kann langfristig keinen Arbeitsplatz schaffen. Er könnte auch versuchen der Wirtschaft nicht noch mehr Geld abzuknöpfen.

also dann ...
14.02.2010 20:08
in einem kapialistischem system wären die treichls ... dieser welt schon längst g e f e u e r t worden !

seiner meinung :
"Eine Besteuerung dürfte nicht wieder darin enden, den Banken Kapital wegzunehmen. Das wäre nur ein populistische Maßnahme. "Eine Steuer ist kein Beitrag zur Bewältigung einer Krise, sondern eine Umverteilung von Banken zum Staat"
kann man nur zustimmen ... denn, sie gilt für die
4,2 mio ERWERBSTÄTIGEN seit jahrzehnten !

der monetäre sektor,
- hat sich durch spekulation (in Ö betragen die gewinnbeiträge aus dem eigenhandel...mehr als jene aus dem normalen geschäft !) immens bereichert
- hat bis dato NULL (!) beiträge geliefert
- musste mit mrd. v. st.zahler gerettet werden !
die bank_S_ter...
sind TÄTER - nicht opfer !

also dann...
- ihre arroganz ist entbehrlich
- üben sie sich in demut !

FiendDevil
15.02.2010 15:38
Die Kapitalisten werden niemals die Treichls dieser Welt feuern.

Der amtierende Treichl dient als Beweis. In der Hitze des Gefechtes verwechselten Sie offensichtlich nicht nur diesen Begriff.

also dann ...
15.02.2010 22:43
ä h m ... in GB wurde der ceo der RBS...

nach der verstaatlichung gefeuert.

ebenso wie in den USA die ceo`s
der AIG,
fannie + freddie mac
GM
und in D z.b. die bank_S_ter... der
HRE
IKB + etliche der landesbanken.

in Ö...
haben ja die 3 grossen ost_fantasie_banken
(eben auch treichl...) das horrende bankenrettungspaket von 100 mrd = 40 % d. BIP
MIT-verschuldet.

kein mensch...brauch solche präpotenten blender.
die 2. management-ebene... kann dies auch !

Toni Meister
14.02.2010 19:22
Die Finanzkrise als Basis für populistische Politik ?

Hat die Hereinnahme der populistischen Politik in die Regierung, von einer Partei der Herr Treichl nicht allzu Ferne stehen dürfte,nicht im Jahr 2000 stattgefunden?. Das war die " Grundsteinlegung ". Daß dies durch die Finanzkrise verstärkt wird, aber nicht der Ausgangspunkt ist, ist ein Faktum.

W. Müller
 
14.02.2010 19:02
Nein !

Nicht die Krise sondern Bürgerferne (Regierungs-) Politik schuf die Basis für die Rechten. Und wird Die weiter ausbauen.

Eine schreckliche Vision.

Herr Lulli Pulli, seltsamer Attraktor
 
14.02.2010 17:42
In schlechten Zeiten sieht man erst, was

das eigentlich für Flaschen sind ...

ladies and gentlemen, it's time!
14.02.2010 21:32
in schlechten Zeiten sieht man es erst so richtig - vorher dachte man sich:

da gibt es bestimmte Etiketten, sie legen nach außen hin etwas mehr Wert auf die Form usw. und können ihre eingeschränkte sachkenntnis kaschieren - aber dann, Sachkenntnis? Größere Zusammenhänge? Eigenes Denken? Ein eigenes Bild von dieser Welt? Die Grundzüge des Kapitalismus und seine Verwerfungen (über die Jahrzehnte z.B.)?
Sorry, andere Baustelle!

José Atento
14.02.2010 20:33

In guten Zeiten denken sie die Gewinne sprudeln deshalb, weil sie so gut sind und zahlen sich riesige Boni aus. In schlechten Zeiten zeigt sich dann, dass diese Banker oft keine Ahnung haben was sie tun.

Dalien
 
14.02.2010 17:15
Ich schätze mal das die

Erste bank Group ziemlich mies dasteht...

Und dieser Treichl weiß das auch...

Typische Abfederungstaktik.
Ich rechne mit einer Pleite noch dies Jahr.

IreTears
15.02.2010 10:13
Ihre „Analyse“ entspricht jener der Raitingagenturen/Analysten!

Kurz, nicht nachvollziehbar, extrem und in dieser Form (fast) immer falsch. „Ich schätze mal das die …..“ …Erde nächstes Jahr unter geht ;-)))

VeeDub
14.02.2010 15:09
erschütternd...

erschütternd wieviel Naivität, Unwissenheit und Verbitterung in diesem Forum zu lesen sind.

es ist ein menschenrecht, in afrika zu leben
17.02.2010 17:45
nicht erschütternd, ein sittenbild..

wer 34 semester für padagogik braucht ( basteln und zeichnen für 5 jährige), wer nichts auf die reihe kriegt, der eine fette e*manze, deren ex nach dem negativen asylbescheid zu nächsten gehüpft is, aushalten muss ( da keine ihn will), wer nur mehr leute anschnorrt und nach umverteilungsträumen noch bettnässt, der is im standardforum wirtschaftsexperte...

in wine massenweise anzutreffen..

Mostbluzer
15.02.2010 09:53
dann klären sie uns auf bitte

ein statement ist halt recht ... wenig.

FiendDevil
15.02.2010 14:15
Ein >Statement> benötigt keine Erklärung!


Entweder man versteht es oder eben nicht.

IreTears
15.02.2010 09:32
Sehr gut auf den Punkt gebracht! Danke!!

J. R.
14.02.2010 18:43
erschütternd...

erschütternd wieviel Naivität, Unwissenheit und Verdummung in diesem Interview zu hören war.

teuerzahler
14.02.2010 14:16
nicht die böse krise schuf alles üble, herr treichl!

die krise ist kein böses individuum, kein teufel oder kein naturereignis. die krise wurde von den banken verursacht. so einfach ist das. doch keiner sagt es!

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