Musterschüler mit Ölfeldern vor der Haustüre

12. Februar 2010, 17:31

Positivbeispiel Lateinamerika: Die meisten Staaten haben dank umsichtiger Wirtschaftspolitik die Krise gemeistert

Puebla - Lateinamerikas Ökonomen von Mexiko bis Feuerland sind sich einig: Diesmal ist der Kontinent mit einem blauen Auge davongekommen. Waren früher Länder wie Argentinien oder Mexiko schon mal Auslöser weltweiter Finanz- und Schuldenkrisen, so traf die Wirtschaftskrise den Subkontinent diesmal "unverschuldet" - und deutlich besser vorbereitet. Länder wie Chile, Mexiko oder Brasilien nutzten den Rohstoffboom Ende der 90er-Jahre, um ihre Schuldenberge abzubauen oder Rücklagen für Krisenzeiten zu bilden, die dann in den vergangenen zwei Jahren eingesetzt wurden, um die Rezession abzufedern. "Chile hat dank einer vorbildlichen antizyklischen Wirtschaftspolitik die Krise ganz gut gemeistert" , sagt Cornelia Sonnenberg, Geschäftsführerin der deutsch-chilenischen Handelskammer in Santiago.

Nach der Schrumpfung um 1,8 Prozent im Vorjahr wird Lateinamerika 2010 laut Prognosen der UN-Wirtschaftskommission Cepal durchschnittlich um 4,1 Prozent wachsen, angeführt von Brasilien, dem 5,5 Prozent Zuwachs vorhergesagt werden.

Der südamerikanische Gigant hat sich als deutlich krisenresistenter erweisen als der regionale Gegenspieler Mexiko mit seiner exzessiv an die US-Konjunktur gekoppelten Wirtschaft. Während Mexiko seine Wirtschaft übereilt liberalisierte und im vergangenen Jahr eine Rezession von sieben Prozent erlitt, konzentrierte sich Brasilien (Nullwachstum 2009) zunächst auf seinen immensen Binnenmarkt und machte die heimische Industrie mit Investitionen in strategische Sektoren wie Luftfahrt, Stahl, Automobil und Biotreibstoffe wettbewerbsfähig. Dann baute es seine internationalen Wirtschaftsbeziehungen aus und handelt heute zu etwa gleichen Teilen mit Asien, Europa, den USA und dem Rest des Subkontinents. Besonders der Handel mit China trug dazu bei, die Wirtschaft im Vorjahr wieder zu dynamisieren.

Hinzu kommt auch ein bisschen Glück: Während Brasilien vor seiner Küste neue Erdölfelder entdeckte, gehen die Vorräte Mexikos zur Neige - und in die Erschließung neuer Felder wurde wegen restriktiver Gesetze nicht investiert.

Erdöl sei Dank

Andernorts hat die Krise zu höherer Arbeitslosigkeit geführt, was sich auch durch das leichte Anziehen der Konjunktur in den vergangenen Monaten kaum verbesserte. Venezuela überstand die Krise dank seines Erdölreichtums, doch Präsident Hugo Chávez verschleuderte Millionen für Prestigeprojekte, während Modernisierungen der heimischen Infrastruktur, insbesondere im Energiebereich, ausblieben.

Venezuela dürfte 2010 zusammen mit dem durch das Erdbeben zerstörten Haiti das regionale Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum bilden.

Auch die Musterschüler dürften sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, warnt Andrés Oppenheimer, Kommentator des Miami Herald, und dämpft damit Ambitionen wie die von Brasiliens Präsident Luiz Inácio "Lula" da Silva, der sein Land schon in den Kreis der fünf größten Wirtschaftsmächte der Erde vorstoßen sieht. "Der Kuchen ist kleiner geworden, und Lateinamerika muss wettbewerbsfähiger werden, wenn es gegen die asiatische Konkurrenz auf Dauer bestehen will" , schreibt Oppenheimer. "Sonst versinkt der Kontinent ins Mittelmaß."

Lateinamerika habe es in 30 Jahren nicht geschafft, seinen sechsprozentigen Anteil am Welthandel auszubauen. Ein strukturelles Problem liegt in der hohen Abhängigkeit von Rohstoffexporten. "Fallen die Preise, stürzt Lateinamerika ab", sagt Nicolás Eyzaguirre, Regionaldirektor des Internationalen Währungsfonds. (Sandra Weiss/DER STANDARD, Printausgabe, 13.2.2010)

 

Kommentar posten
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Mike Müller
 
14
18.2.2010, 15:57
Darf ich nochmal Fragen

Warum beschäftigen sich in einem Artikel über Südamerika und dessen politische Entwicklung alle nur mit Venezuela. Was ist so wichtig oder beängstigend oder was auch immer an Ven? Nur so zum vergleich In Kolumbien ist Bürgerkrieg Menschen werden umgebracht und vertrieben von der FARC den PARAS den Drogenbossen oder dem Militär. Ist das nicht schlimmer nur weil das BIP und das Wachstum stimm?
Eigentlich will ich keine Diskussion zu Kolumbien starten es ist mir nur nicht klar was uns hier so reizt an Chavez. ISt das Angst vor einem anderen Weg oder politische Selbstbefriedigung Linker und Konservativer? Der ist nur ein Präsident eines Landes und geht vorbei.

randy handsome
20
20.2.2010, 12:23
"der andere weg" von chavez...

...führt in den abgrund. was vielleicht als zukunftsträchtiges modell begann, ist mittlerweile ein autokratisches system in dem die bevölkerung mit feindbildern manipuliert wird, um von internen krisen abzulenken. chavez ist im prinzip zu einem korrupten pseudo-castro mutiert. fragen sie mal die bevölkerung in den slums warum caracas eine der höchsten mordraten weltweit hat und wo die milliarden aus dem ölgeschäft hinfliessen. fragen sie mal irgendeinen auslandsvenezolaner was er von chavez hält. zudem, im artikel wird mehr von brasilien und mexiko gesprochen als von venezuela. venezuela als 5. größter erdölporduzent weltweit, wird da wohl zu recht erwähnt...sie scheinen etwas zu sehr auf VE fixiert zu sein...

Malkaye
22
20.2.2010, 01:58
ihr posting ist völlig gerechtfertigt.

venezuela ist zwar ein maßgeblicher faktor in lateinamerika, aber die stimmungsmache schon fraglich. ich als linker kann sagen, dass "wir" auf die "berufs-chavez-zerreißer" nur reagieren, aus angst, die eh schon gewaschenen hirne im westen werden durch noch mehr rechts-konservative desinformation kriegs-/putsch-/sanktionswillig.

venezuela ist ein gegenmodell was - selbst wenn nur gemessen an den nachbarn - das recht hat (da demokratisch legitimiert) sich zu beweisen zu versuchen.

permobil
42
18.2.2010, 21:39

... Äh, in Kolumbien ist Bürgerkrieg. Trotzdem ist die Mordrate in Venezuela höher als in Kolumbien.
In Teilen LA hat sich einiges zum Besseren gewandelt. Venezuela versucht es mit einer radikalen Revolution (Sozialistisch/Kommunistisch). Trotzdem oder deshalb liegt es am hinteren Ende.
Venezuela hat einen neuen, besseren Weg angekündigt und versprochen. Daran darf und muss man es auch messen. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen waren (und sind) perfekt (Ölpreis).

Chavez versucht eine dominierende Stellung in SA/LA einzunehmen. Also darf man sich auch mit seinem "Modell" beschäftigen.

Georg Schütt
50
15.2.2010, 22:29
Schon witzig, wie die schlechte Bilanz Venezuelas hier schöngeredet wird.

So war´s in der DDR auch: Ökonomie ist wurscht, solange nur die Ideologie stimmt.

Träume sind Schäume.
10
16.2.2010, 21:34
Jetzt hören sie aber auf

Die DDR war immerhin 8th größte Industrienation dieser Welt!
Was sozialistische Planung und Bemühungen für Errungenschaften erwirtschaften können sieht man doch noch heute in den alten Kohleabbaugebieten und Industriestädten ;)

Schrecken der braven Landfrau
14
16.2.2010, 01:01
Die erschreckende Bilanz der Linksregierung in Venezuela

Devisenreserven
1998: 8260 Mio. US$
08.01.2009: 43097 Mio. US$

Auslandsverschuldung
1998: 36 Mrd. US$,
2006: 26.73 Mrd. Us$


Anteil der Auslandverschuldung am BIP
2004: 39%
2005: 34%
2006: 19,1%
2007: 19,3% (31.12.2007)
2008: 13,8% (31.12.2008)


Zunahme des Konsums (Angaben ggü.Vorjahr)
Quelle: www.panodi.com
Beruhend auf Daten des oppositionsnahen Umfrageinstitutes Datanalisis
2004: +16%
2005: +15,5%
2006: +15%
2007: +19%

randy handsome
00
20.2.2010, 12:34
aha...

...nun sagen sie uns mal wo die milliarden aus dem ölgeschäft denn alle hinfliessen....sicherlich nicht zu einem grossteil der bevölkerung der nach wie vor in armut lebt.

Horst Holger
51
20.2.2010, 00:29
Köstler/nak, bist Du´s?

diese ewige Leier mit den von Dir schöngeredeten und von der ven. Regierung verfälschten Listen werden langsam langweilig. Warum erzälst DU uns nicht von der weit über 40% liegenden Inflation allein in 2009, die höchste Mordrate in LA, der größten Korruption seit Chavez und der stark gestiegenen Armut, trotz (oder wegen der Missionen)? Bring halt mal wieder Deine Listen, wenn Dir dazu nix einfällt....

Schrecken der braven Landfrau
02
23.2.2010, 06:23

Andreas Walter,
Thomas Mohr,

wer von euch beiden gescheiterten Existenzen, die in Venezuela keinen Fuss auf den Boden kriegen, ist es?

permobil
10
18.2.2010, 21:49

Externe Schulden wurden in interne Schulden umgewandelt. Die "Firma" PDVSA nimmt viele neue Schulden auf. Ist aber auch Staatsbetrieb. Externe Schuldner wurden enteignet und der Wert der eigenen Währung halbiert. Trotz tollem Ölpreis ist der Staatshaushalt negativ. Die Verschuldung weiter gestiegen. Ausländische Geldgeber bewerten Venezuela als Risikostaat. Aber die haben "Ihre" Zahlen wahrscheinlich noch nicht berücksichtigt ;-)

Also meine Empfehlung dann. Kaufen Sie venezolanische Anleihen. Die Rendite ist gewaltig. Das Risiko Ihrer Ansicht nach gering.

Georg Schütt
11
16.2.2010, 15:51
Natürlich sehr elegant, Zahlen zu verwenden,

die die Zeit VOR der Krise betreffen!

Ob Sie dereinst auch solche stolzen Zahlenkolonnen für 2009, 2010, 2011 posten werden?

Oder sind die Angaben im Artikel falsch? Wohl kaum, denn sonst würden sie ja korrigiert, nicht nur relativiert, nicht?

Michel Berger
13
17.2.2010, 17:47
Und danach vergleichen wir die Zahlen mit unserem großen Vorbild - zu Krisenzeiten und schon davor. Ihrer und der Haß der Gringos auf Chavez muß unendlich sein.

Schrecken der braven Landfrau
11
16.2.2010, 20:10

Wenn Sie von Krisenszenarien im Jahr 2011, 2012 etc. sprechen, sollten Sie ihre kritik im Jahr 2011, 2012 äussern.

Der Neue Mensch
31
16.2.2010, 08:56

Haben Sie die lustigen Zahlen bei nAK abgeschrieben? Sind die Konsumzahlen inflationsbereinigt? Warum verschweigen Sie die Entwicklung des Ölpreises in der gleichen Zeit (zur Erinnerung: 1998 ca. 12 USD/Barrel, Juli 2008 ca. 140 USD/Barrel)? Warum verschweigen Sie uns, dass die Auslandsverschuldung 2009 wieder kräftig zugelegt hat?

Fragen über Fragen...

Träume sind Schäume.
51
15.2.2010, 17:52
Mal eine Frage an Experten

Natürlich geht Venezuela denn Bach runter, eine logische Reaktion auf die
"socialismo" Diktatur des Hugo Chavez.
Der Lebensstandard wird trotz Rohstoffreichtums auf das Niveu Kubas sinken und Elend, Knappheit und Polizeistaatmentalität sich ausbreiten.
Das ist vorhersehbar.

Allerdings was tut Chavez mit dem Öl das er fördert?
Es ist meist Schweröll, das nur durch spezielle Raffinarien verabeitet werden kann.
Durch das inkompetente Wirtschaftssystem kann Venezuela sowie Kuba keine komplexen Industrieprodukte herstellen, unmöglich.

Einzig logisch wäre nur ein Verkauf an Länder die diese Industriekapazität besitzen wie die USA, GB und China.
Wird der Kollaps Venezuelas in Zukunft so heftig,wie 1989 in Kuba, als die Zuckerexporte wegfielen?

karim massoul
15
16.2.2010, 19:46

Welche Zuckerexporte?Heute ist der Zuckerpreis dort wo er sein sollte:assserdem ist cuba den Bach nicht runter gegangen,es gibt Cuba immer noch,mit mehr Stolz der Cubaner wie zu 1989!!

Thomas Mohr
 
00
16.2.2010, 22:13

Er redet von den Zuckerexporten in den EWR Kharim, deren Wehfall die periodo especial einläutete. Nix wissen ? Ohlala.

Übrigens, Kharim, Du müsstest sageb es gibt die PCC immer noch.Die Frage ist nur mehr wie lange noch.

karim massoul
00
28.2.2010, 19:27

Was soll dieses wirre Posting;

Thomas Mohr
 
00
28.2.2010, 22:43

Wirr ? Der einzig wirre bist Du. Kharim, Du hast nicht einmal eine Ahnung über die kubanische Geschichte pre 1989 Wie Dein Posting zu den Zuckerexporten eindeutig beweist.

Träume sind Schäume.
20
16.2.2010, 19:54
Ach Karim

das müssen sie der Exil Gemeinde in Florida mal sagen.

Übrigens zeigen Wirtschaftsberichte an, dass Kuba gerade Zucker aus Brasilien IMPORTIERT.

Ihr Versager habt es weit gebracht, Freundschaft Genosse, steh treu und fest im Klassenkampf und halt dich bitte fern von unseren kapitalistischen Gestaden.

Moment, aus Kuba können sie schwer posten, was treibt sie wieder hierher in diese graue ausbeuterische Welt?

karim massoul
00
28.2.2010, 19:29

Versager sind die,die nur träume und schaüme besitzen-oder?

mistvieh666
 
03
15.2.2010, 21:52

chavez wird von einer absoluten mehrheit der bevoelkerung gewaehlt, weil es den leuten (nicht der wirtschaft) halt von jahr zu jahr besser geht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Vene... Wirtschaft
der gini-koeffizient ist von 2002 bis 2006 von 0.5 auf 0.44 gesunken, der anteil der bevoelkerung der in absoluter armut lebt ist von 20% auf 13% zurueckgegangen.
oesterreich kann uebrigens auch bald keine komplexen industrieprodukte mehr herstellen, weil das einfach in rumaenien oder in china billiger geht.
in venezuela steht uebrigens die weltgroesste erdoelraffinerie, 6 mal so gross wie schwechat:
http://en.wikipedia.org/wiki/List... barrel..29

Träume sind Schäume.
50
15.2.2010, 22:34
Ganz laaaangsam

Socialismo Staaten sind UNFÄHIG komplexe Industrieprodukte herzustellen eben weil sie Socialismo Staaten sind.
Betrieb und Wartung einer Raffinerie Anlage übersteigt deren Kompetenz bei Weitem.

Das ist nicht so einfach wie in Kuba, wo man mit Libreta Bücherl portionenweise Mais oder Bohnen verteilt.
Kubas Industrie ist ausgelöscht und der Nickel Bergbau wird von Chinesen betrieben eben WEIL sie unfähig sind für komplexere Produktionsmethoden.

Wer sich bewußt an Kuba anlehnt verdiet dasselbe Schicksal, schon jetzt ist die Öllförderung und Stromerzeugung rückläufig.

Übrigens der GINI Koeff ist in einem Land UNSCHLAGBAR, nämlich Nordkorea.
Die materiellen Unterschiede sind dort nur verschwindend gering, auch die Armut.

Fast ALLE hungern ;)

rainer murra
03
17.2.2010, 19:14

ganz laaaaangsam......der Nickelabbau ist Kanada und Kuba;die Kanadier haben die Hoheit;china ist nur der Käufer-auch nicht schlecht für Kuba.

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