Siedlungen auf Schutthalden mit bleiverseuchten Minenresten errichtet
Pristina - Der Kommissar für Menschenrechte des Europarats,
Thomas Hammarberg, hat es am Freitag als "Skandal für die
Staatengemeinschaft" bezeichnet, dass zwei Roma-Siedlungen im
Nordteil von Mitrovica trotz schlechter Umweltbedingungen noch immer
nicht geschlossen worden sind. Die zwei Siedlungen wurden auf
Schutthalden mit bleiverseuchten Minenresten des Bergwerks Trepca
errichtet.
Es seien bereits zehn Jahre vergangen
und die Menschen würden weiterhin in einer Gegend mit enorm hoher
Luftverschmutzung leben, stellte Hammarberg bei einer Pressekonferenz
in Pristina (Prishtina) fest. Beim aktuellen Kosovo-Aufenthalt will der Menschenrechtskommissar
auch die Bedingungen prüfen, unter welchen jene Personen leben, die
aus den EU-Staaten in den Kosovo zurückgeführt wurden.
Im Vorjahr
belief sich ihre Zahl laut UNO-Angaben auf mehr als 2.500.
Kosovarische, aber auch andere Medien in der Region berichteten
wiederholt, dass es angesichts der schwierigen Wirtschaftslage im
jüngsten Land Europas derzeit kaum Chancen für die Eingliederung
dieser Personen gebe. Vor allem junge Menschen haben häufig auch
Sprach- und Anpassungsprobleme. (APA)