Ashton betont Schutzfunktion der EU-Mission

12. Februar 2010, 16:00

Gespräche der EU-Außenministerin mit Faymann und Spindelegger in Wien

Wien - EU-Außenministerin Catherine Ashton hat am Freitag in Wien besonders die Schutzfunktion der EU-Militärmission auf Haiti betont, die sie am Vortag angekündigt hatte. Die Mission ziele neben Aufräumarbeiten vor allem darauf ab, die durch das Erdbeben obdachlos gewordenen Haitianer vor der Regensaison, die im März beginnt, mit Zelten zu versorgen, sagte Ashton vor Journalisten nach ihrem Gespräch mit Außenminister Michael Spindelegger (VP) in Wien. Eine mögliche Teilnahme Österreichs an der EU-Mission wurde laut Spindelegger bei dem Treffen nicht erörtert.

Am Vormittag hatte Ashton Bundeskanzler Werner Faymann (SP) zu einem Arbeitsfrühstück im Bundeskanzleramt getroffen. Bei diesem Vier-Augen-Gespräch wurden unter anderem die Energiesicherheit der EU, die politische Situation am Balkan, die Verhandlungen mit der Türkei sowie Fragen einer gemeinsamen Sicherheitspolitik erörtert, wie es in einer Ausendung hieß. Beim Wiener Opernball in der Staatsoper am gestrigen Donnerstag war die Britin Logen-Gast Faymanns gewesen.

Kritik zurückgewiesen

Noch sei der einzelne Beitrag von EU-Mitgliedsländern an der Militärmission der Union auf Haiti nicht besprochen worden, so Spindelegger. Österreich werde in diesem Zusammenhang aber "versuchen, einen Beitrag zu leisten". Ashton wies Kritik an dem Hilfseinsatz der EU auf Haiti zurück. Die Hilfe der EU sei nicht zu langsam angelaufen und erfolge auch jetzt nicht zu langsam. Auch mit der UNO habe sich die EU gut abgestimmt.

Die EU hat Haiti mehr als 420 Millionen Euro an humanitärer und Wiederaufbauhilfe nach dem schweren Erdbeben vom 12. Jänner mit mehr als 200.000 Toten in Aussicht gestellt. Außerdem haben mehrere EU-Staaten die Entsendung von Polizei- und Gendarmerieeinheiten im Rahmen der UNO-Mission (MINUSTAH) zugesagt. (APA)

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