Ciudad Juarez: Calderon hatte Massaker auf Geburtstagsparty als "Abrechnung zwischen Drogenbanden" bezeichnet
Nur unter massivem Polizeischutz konnte der mexikanische Präsident Felipe Calderon am Donnerstag zu seinem Auftritt in der Grenzstadt Ciudad Juarez gelangen. Die Bewohner der nordmexikanischen Stadt, in der sich Drogenbanden eine blutige Auseinandersetzung um Schmuggelrouten in die USA liefern, waren über eine Aussage des Präsidenten empört.
Calderon hatte nach einem Überfall auf eine Geburtstagsparty, bei dem Ende Jänner 13 Menschen getötet und 17 verletzt worden waren, von einer "Abrechnung zwischen Drogenbanden" gesprochen. Der Großteil der Opfer waren Minderjährige. Die Eltern betonen, dass die Getöteten nichts mit Verbrechern zu tun gehabt hatten.
"Jahre zu spät"
Als es der Präsident schließlich in den Saal geschafft hatte, sah er sich erneut mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Angehörige der getöteten Schüler wendeten ihm während der ganzen Veranstaltung den Rücken zu, und seine Ankündigung, die 6.000 in der Stadt stationierten Soldaten keinesfalls abziehen zu wollen, löste wütende Proteste aus. Viele Einwohner der 1,3-Millionen-Stadt sehen die Militärs als Teil des Problems und nicht der Lösung, weil es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen durch Armee und Polizei kommt.
Bei der Diskussion wurde Calderon vorgeworfen, die Probleme der Juarenser jahrelang ignoriert zu haben und sich erst jetzt, kurz vor den Gouverneurswahlen, in die Stadt zu wagen. Er versprach, ab sofort solle mehr Geld in Schulen, Sportplätze und die Gesundheitsversorgung investiert werden. Zu Ehren der ermordeten Jugendlichen werde ein American-Football-Feld errichtet. Außerdem versprach er 25.000 armen Familien in der Stadt finanzielle Unterstützung und kündigte einen weiteren Besuch für nächste Woche an.
Calderon hatte im Wahlkampf versprochen, hart gegen Kriminalität vorgehen zu wollen. Obwohl der Präsident den Armeeeinsatz zur Bekämpfung der Drogenbanden anordnete, ist Ciudad Juarez die Stadt mit der weltweit höchsten Mordrate. Seit Calderons Amtsantritt 2006 wurden dort rund 5000 Menschen ermordet, in ganz Mexiko waren es über 17.000. (bed/derStandard.at)
Ein Blogger tut, was Zeitungen nicht mehr wagen: Er berichtet über die Massaker des Kriegs der Drogenkartelle in Mexiko - Ein derStandard.at- E-Mail-Interview
Politiker und Unternehmer stellen der Mafia eigene Todesschwadronen entgegen - Senat vermutet, dass ein Großteil der 28.000 im Drogenkrieg Getöteten diesen zum Opfer fiel
Solange die USA ihr Drogenproblem nicht in den Griff kriegen,
d. h. die Nachfrage nach Drogen in USA bestehen bleibt, solange wird Lateinamerika und nicht nur Lateinamerika mit den Folgen des marktes zu kämpfen haben.
Dazu kommt noch, dass der "freie" Waffenmarkt der USA dafür sorgt, dass die ganze Region mit Waffen überschwemmt wird.
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