Preise für Wohnimmobilien stabil, Nachfrage-Rückgang bei Büros
"Krise, welche Krise?" , fragen sich die Immobilien-Experten in Österreich. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise seien die Preise für Wohnimmobilien stabil geblieben, zum Teil sogar leicht gestiegen, sagte der Geschäftsführer vom Immobilienvermittler S-Real, Michael Pisecky. Hauptverantwortlich dafür ist der Umstand, "dass wir im Unterschied zu den USA, Großbritannien oder Spanien keinen Boom hatten, daher konnte auch keine Blase platzen" , so der Experte.
Man merke eine verstärkte Nachfrage nach Wohnungen, bei einem relativ geringen Angebot, und das führe zu steigenden Preisen. Als Folge der Krise sieht Pisec-ky den Umstand, dass die Menschen eben verstärkt in Sachwerte wie Immobilien statt wie bisher in Finanzinvestments gehen.
Anders sei die Situation am Büromarkt: Laut Michael Ehlmaier, Chef von EHL-Immobilien, ging die Nachfrage nach Büros um 15 Prozent zurück. Weil auch das Angebot stark reduziert wurde, blieben aber die Preise relativ stabil. Finanzierungen für Neubau-Projekte gebe es nur, wenn es für 50 Prozent der Flächen (bisher 25 Prozent) eine Vorvermietung gebe, so Ehlmaier.
Anders als bei Büros ist das Wohnungsangebot in den Ballungsräumen zu gering: Bei den geförderten Wohnung sei die Nachfrage nach preislich günstigeren Altbauten ungebrochen, allerdings gebe es kaum Angebote, weil die Leute nicht ausziehen, sagte der Chef der S-Bausparkasse, Josef Schmidinger. Und im geförderten Neubau, wo die Quadratmeterpreise bereits bei sieben bis 7,50 Euro liegen, sei das Angebot zu gering, weil zu wenig gebaut werde. Im nichtgeförderten Segment ortet Pisecky einen Trend weg vom Land, hin zur Stadt. "Weil bereits mehr als 80 Prozent der Haushalte Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte sind, wollen die Leute, wenn sie schon allein leben, nicht auch noch auf dem flachen Land ihre Zeit verbringen" , so Piseckys.
Massiv eingebrochen sei die Bauleistung der gewerblichen Bauträger bei den freifinanzierten Wohnungen. Wenn nicht die Lage eins a sei, wären diese nur schwer verkäuflich. Eine ähnliche Situation gebe es bei Einfamilienhäusern: Wenn die Infrastruktur stimmt, passe auch die Nachfrage,
Als größte Herausforderung der nächsten Jahre wertet Sandra Bauernfeind von EHL die "Verknappung der Grundstücke" in Wien. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13./14.2.2010)