Aluminium versus Stahl

14. Februar 2010, 16:50
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    foto: apa

Vor fast 16 Jahren, anlässlich der Präsentation des ersten A8 mit Alu Space Frame, kündigte Audi die Umkehrung der Gewichtsspirale an

Vor fast 16 Jahren, anlässlich der Präsentation des ersten A8 mit Alu Space Frame, kündigte Audi die Umkehrung der Gewichtsspirale an. Diese Rechnung ist so nicht ganz aufgegangen, weil mittlerweile Komfort- und Sicherheitseinrichtungen das Gewicht in die Höhe trieben. Audis Alu-Offensive löste aber woanders einen Entwicklungsschub aus: Die Stahlindustrie, die sich über viele Jahrzehnte in Sicherheit wiegte, wurde anhand des Aluminium-Konzepts sehr nervös und entwickelte in Windeseile neue Technologien, um gegen die aufkeimende Konkurrenz bestehen zu können (Taylored Blanks, Laserschweißen, höchstfeste Stähle).

Es ist im Wesentlichen also Audi zu verdanken, dass bezüglich des Stahl-Karosseriebaus Innovationsruck entstand. Die Hoffnung war immer, dass ein leichteres Auto auch kleinere Bremsen benötigt und so weiter. Wie die gesamte Entwicklung des Fahrzeug- gewichts künftig auch aussehen mag: Fahrgestell, Rahmen und Karosserie müssen auf jeden Fall möglichst leicht gestaltet werden.

A8 und R8 sind bekanntlich ganz aus Leichtmetall. Der TT hingegen ist ein schönes Beispiel für Verbundbauweise Alu mit Stahl - eine smarte Methode, wenn ein Optimum aus Preis, Gewicht und Schwerpunktlage erzielt werden soll. Etwa indem vorn überwiegend Aluminium zum Einsatz kommt und hinten mehr Stahl. Damit steuert man erfolgreich gegen die Kopflastigkeit eines Frontmotorkonzepts und spart auch noch Kosten gegenüber reiner Alu-Bauweise. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/12.2.2010)

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24 Postings
bunte
12
15.2.2010, 14:30
echter Leichtbau...

...wäre zu erreichen durch konsequenten Verzicht (doppelzüngiges Wort in der heutigen Zeit) an Zubehör (so muss man es nennen) welches aus einer zu bezweifelnden "Notwendigkeit" in die Fahrzeuge reklamiert wird: Einparksensorik, LEDER!, E-Sitze, zweifelhaft informative Über-Bord-Computer, teueres Dämmmaterial, unnötig große Räder, ebensolche Motoren, Isolierverglasung, die dritte (versenkbare) Sitzreihe (die bei durchschnittlichen 1,2 Personen pro Fahrzeug gerade zu grotesk anmutet)...bei den Sicherheitsfeatures muss deswegen nicht gespart werden, die Klima zählt für mich da dazu - bei Hitze ist man weniger belastbar als mit einem kühlen Kopf!

werwolfi
00
15.2.2010, 17:35

"LEDER!"

geh weiter... was glaubst du, was der gewichtsunterschied (um den gehts, oder willst du am boden sitzen?) zwischen einem leder- und einem kunststoffüberzogenen sitz ist? einige hundert gramm wenn's hoch hergeht.

da ist der unterschied zwischen sommer- und wintergarderobe des fahrers weit größer...

Parkschwein
00
17.2.2010, 09:46

nicht zu vergessen der über-bord-computer, nachdem die daten sowieso schon alle verfügbar sind, was wird das display wiegen? naja so ein obd2 monitor der dasselbe kann wiegt ca. 200g ...
und der einparksensor besteht auch ned grad aus blei.

Alkolix
00
15.2.2010, 16:56
und was bringt das?

spoiled ballot
00
15.2.2010, 14:28
trap, trap der trapper

trip, trip der trip-stahl

Georg55
01
15.2.2010, 10:04
höchstfeste Stähle (Teil 3)

Wissenschaftlich beschäftigt sich mit diesem Leichtbauthema schwerpunktmässig der Lehrstuhl für Umformtechnik der Uni Kassel sowie der Lehrstuhl für Umformtechnik der Uni Lulea in Schweden.

Beide veranstalten auch jährlich eine internationale wissenschaftliche Tagung zu dem Thema.

In Kassel werden/wurden basierend auf dieser Leichtbautechnologie Karosseriestrukturbauteile, Fahrwerksteilen, Getriebekomponenten
und Spezialkomponenten für Elektrofahrzeuge entwickelt.

Georg55
01
15.2.2010, 10:01
höchstfeste Stähle Teil 2

Die Technologie setzen in unterschiedlichem Maße alle deutschen Automobilhersteller (auch Audi) ein.
Im VW Passat B6 werden bereits seit Jahren 15,2% der Karosseriestruktur aus höchstfesten Stählen mit dem Ergebnis erheblicher
Gewichtsreduktion bei zugleich im Vergleich zu Alu stark reduzierten Fertigungskosten und ausserordentlich gutem Ergebnis im Seitencrash hergestellt.
Aufgrund der vielfältigen Erfahrungen im VW Passat B6 wird die Technologie nun auch in der im Relaunch befindlichen MQB Plattform von VW verwendet, wodurch hohe Stückzahlen im Volumenmarkt realisiert werden.

Ramadamadingdong
00
22.2.2010, 07:06

Von welchem 'höchstfesten' Stahl genau ist hier die Rede? Allzu 'höchstfest' wird dieser in Wirklichkeit wohl nicht sein da 'höchstfeste' Legierungsbestandteile wie Cr,Ni,Mn,V die Karrosserie im Handumdrehen teurer als Alu machen.

hoggy
00
22.2.2010, 12:23

da es ja höchstfester stahl ist braucht man weniger. wie wenn man 50 kg teuren stahl oder 100 kg günstigeren stahl (wobei alle im auto verwendeten stähle hochwertig sind und dementsprechend teure legierungsbestandteile haben). somit kann der teure stahl doppelt so teuer sein und trotzdem sind die kosten gleich ;)

Georg55
01
15.2.2010, 09:59
höchstfeste Stähle (Teil 1)

Die grundsätzliche Herausforderung besteht speziell im Karosseriestrukturbau darin, eine
gewichtsreduzierte Lösung bei gleichzeitig möglichst geringen Zusatzkosten aufzubauen.
Eine schon länger genutzte Lösung besteht in der Verwendung von Aluminium, wobei sich in diesem Fall die funktionsskalierten Herstellkosten des Bauteils rund verdoppeln (stark abhängig von der Konstruktion des Bauteils).
Aufgrund dieser Zusatzkosten eignet sich diese Lösung bisher nur für Premiumfahrzeuge bei denen der Preis keine so grosse Rolle spielt.
Ein noch relativ junger Ansatz ist die im Artikel auch genannte Verwendung höchstfester Stähle, bei der drastische Gewichtsreduktion bei zugleich nur moderater Steigerung der Herstellkosten erzielt werden kann.

Uniquin
 
10
14.2.2010, 20:13

Auch ohne Audi durften die anderen nachdenken wie sie das Gewicht in den Griff bekommen.
Auch mit Audi hat das aber keiner geschafft, der Golf von heute hat das DOPPELTE Gewicht eines Golf von 1974.

LCMSMS2
00
16.2.2010, 06:29
Wie oft muß dieser Unsinn ...

... noch widerlegt werden damit er hier nicht mehr auftaucht?

GWS
 
16
14.2.2010, 21:02

Der aktuelle Golf VI hat in der leichtesten Variante ein Leergewicht von ca. 1.100kg (wenn man so mißt wie in den 70ern, also ohne Fahrer und mit leerem Tank), der Golf I hatte in der leichtesten Version ca. 750kg. Ist also nur ein Faktor 1,5, nicht 2.

Vergleicht man mit dem aktuellen Polo (eher passend, der Golf ist heute so groß wie damals der Passat, der Polo ist immer noch größer als der erste Golf), so kommt man sogar auf 750kg vs. 960kg. Also nur Faktor 1,3.

Alkolix
01
15.2.2010, 16:57
citroen AX

600kg :)

Meine Wenigkeit mit viel Senf
15
14.2.2010, 19:34
Hat man eh gesehen...

Neulich bei Schneelage: Ein Audi TT (sonst sind diese Fahrzeuge eigentlich für gute Wintertauglichkeit bekannt) kommt mit voll durchdrehenden Rädern kaum weiter.

Vielleicht war die "Frontlastigkeit" doch nicht so schlecht...

Übrigens: Früher waren die Autos auch ohne Alu viel leichter als heute. Vielleicht sollte man sich auf das Wesentliche besinnen und den ganzen "Komfort" (Klimaanlage z.B.) rausschmeißen. Das hilft gegen Übergewicht!

hast1
00
15.2.2010, 01:29
klimaanlagte:

moderne autos sind leider als fahrende terrarien konzepiert. aufgrund der riesigen, flachen scheiben sind sie im sommer ohne klimaanlage unfahrbar.

GWS
 
01
14.2.2010, 21:04

Also ich bin ganz froh drüber, dass heute Klimaanlagen selbst in Kleinwagen serienmäßig sind. Von Airbags, ABS, ESP und Sicherheitsgurten auf der Rücksitzbank gar nicht zu reden.

Aber auch für Leute wie Sie gibt es ein passendes Fahrzeug: Lotus Elise. Oder noch besser: Caterham.

Der Tod
00
15.2.2010, 14:21
und ich fahr lieber den lotus

den kraft ist noch immer Masse mal Beschl.

Und je weniger Masse umso weniger Aufprallenergie.. und damit reichen vielleicht die 2 Airbags die der Lotus hat.. gegenüber den 7 Stück vom 5er BMW.

Selbiges gilt in Kurven. die Zentrifugalkraft ist immer noch Gewicht mal Radius mal winkelgeschwindigkeit. wenn man Fahrwerke ordentlich baut und nicht günstig, und die Masse im Auge hält brauchts kein ESP für ein "sicheres" Auto.

Vor allem würden dann Stosstangen die Energie absorbieren noch mehr nutzen.. weil weniger masse.. also weniger Energie..und der Spritverbrauch würde auch sinken... Ein leichteres Auto könnte also all das was man sich so wünscht.. nur den Hintern wärmen das kann es halt nicht..

kitaro
02
15.2.2010, 15:12

> Und je weniger Masse umso weniger Aufprallenergie..
> und damit reichen vielleicht die 2 Airbags die der
> Lotus hat..

Dann schau Dir mal das Impuls Gesetz nochmal an wenn Du schon mit kinetischer Energie vetraut bist. Dann wird auch recht schnell klar warum mehr Masse bei einem Aufprall gar nicht so schlecht ist. Ausserdem mus man Knautschzone auch erst mal mitschleppen um eine zu haben.

I bis
00
21.2.2010, 22:13

Mehr Masse ist bei einem Zusammenstoß von Vorteil, weil man dann den Unfallgegner wegschieben kann. allerdings nur, wenn der nicht ebenso aufgerüstet und sich einen möglichst schweren SUV zugelegt hat. Im Endeffekt läuft dein Argument auf ein Wettrüsten hinaus.

werwolfi
00
15.2.2010, 17:38

"Dann wird auch recht schnell klar warum mehr Masse bei einem Aufprall gar nicht so schlecht ist."

das kommt allerdings ganz drauf an, wer womit wo aufprallt... ;o)

Der Tod
00
15.2.2010, 14:16
die airbags oder das esp macht es nicht aus

es fängt beim elektronischen sitz mit memory funktion an der 25 kg hat statt dem guten alten 10 kg sitz..
was auch bei 4 elektromotoren ( vor,zurück, hoch runter, lehne vor, ) und sitzheizung kein wunder ist.

dämmatten die so dick sind das man von draussen nichts höhren darf.

über klimaanlagen die notwendig geworden sind weil wir plötzlich keine fenster mehr bedienen können

über elektrisch anklappende aussenspiegel und ruckfahrkameras weil die hütten so unübersichtlich gebaut sind das man nichtmehr einparken kann.

bis hin zu licht das einem nachleuchtet, türen die sich selber aufsperren (weil mit schlüssel ist das schwer) über kofferräume die sich selbst öffenen müssen
fahrwerke die sich absenken müssen zum einsteigen

Emiliano Zapata
 
00
14.2.2010, 20:11
wieviel wiegt so ein airbag?

und wieviele sind in einem modernen auto verbaut?
aber ich geb dir recht, da wird viel verbaut, das reparaturanfällig ist und geld und gewicht kostet.

johnnyfavorites
00
14.2.2010, 19:54

mag nicht

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