Kuratoriumsbeschluss

Neue Struktur für Osterfestspiele

11. Februar 2010, 19:35

Karajan-Stiftung wird Minderheitsgesellschafter

Salzburg - Es ist das Ende einer Ära: Die Herbert von Karajan-Stiftung ist in Hinkunft nur mehr Minderheitsgesellschafter der Salzburger Osterfestspiele. Statt wie bisher 98 Prozent wird die Stiftung nur mehr ein Viertel der Anteile an den von Karajan gegründeten Osterfestspielen halten. Der emeritierte Anwalt Christoph Aigner wird seinen Anteil von zwei Prozent ganz verlieren.

Wie vom Standard am Donnerstag exklusiv berichtet, werden im Zuge einer Umgründung des Festivals Stadt, Land und Tourismusförderungsfonds je 25 Prozent der Gesellschafteranteile übernehmen. Laut Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP) soll die Übernahme der Osterfestspiele durch die öffentliche Hand bis Ostern 2010 abgeschlossen sein. Entsprechende Beschlüsse wurden jedenfalls bei einer Sonderkuratoriumssitzung der Stiftung am Donnerstag gefasst. Sie müssen jetzt noch von Landesregierung, Gemeinderat und Tourismusfonds abgesegnet werden.

Ausfallshaftung

Wie viel die neue Konstruktion den Steuerzahler letztlich kostet, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Die Mehrheitseigentümer haben aber angekündigt, eine Ausfallshaftung von bis zu einer Million Euro pro Jahr zu übernehmen.

Als geschäftsführender Intendant wurde am Donnerstag erwartungsgemäß der ehemalige Chef von EMI Classics, Peter Alward (50), bestellt. Ihm wurde der Wirtschaftskammerfunktionär Bernd Gaubinger als Co-Geschäftsführer und Aufpasser - Burgstaller: "Vier-Augen-Prinzip" - zur Seite gestellt. Künstlerischer Leiter der Festspiele bleibt Simon Rattle. Der vorerst auf drei Jahre bestellte Alward soll aber bei künstlerischen Entscheidungen ein Mitspracherecht bekommen. Die Berliner Philharmoniker werden im Aufsichtsrat der neuen GmbH vertreten sein.

Zu personellen Änderungen dürfte es in absehbarer Zeit auch in der Karajan-Stiftung kommen. Burgstaller, die kraft ihres Amtes dort geschäftsführende Präsidentin ist, verlangt jedenfalls eine klare personelle Trennung zwischen Sommer- und Osterfestspielen. Damit würde dann wohl Sommerfestspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler aus dem Stiftungskuratorium ausscheiden. (Thomas Neuhold / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.2.2010)

 

stimme zu
00
12.2.2010, 08:46
Personelle Trennung unmöglich, überblickt Burgstaller bzw. der hiesiege Standard-Reakteur die Situation?

Auszug aus dem obigen Artikel:
... Burgstaller, die kraft ihres Amtes dort geschäftsführende Präsidentin ist, verlangt jedenfalls eine klare personelle Trennung zwischen Sommer- und Osterfestspielen.
...und weiter (Mutmaßung eines Redakteurs oder Burgstaller-Aussage?):
Damit würde dann wohl Sommerfestspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler aus dem Stiftungskuratorium ausscheiden.

Gesetz dem Fall man nimmt den vorletzten Satz ernst bedeutet das auch:
Burgstaller muß aus den Kuratorium der Sommer-Festspiele ausscheiden (logo - klare Personelle Trennung).
Kann sie aber nicht, weil Ihre Anwesenheit dort per Gesetz fixiert ist.

Oder hat diese personelle Trennung nur Gültigkeit für Rabl-Stadler, aber keine Gültigkeit für Burgstaller?

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