Hälfte der Senioren ist im Internet aktiv

11. Februar 2010, 15:17

Trotzdem bleiben laut Studie Fernsehen, Tageszeitungen und Radio erste Informationsquelle

"Lesen, Schreiben und Rechnen reicht in der heutigen Zeit nicht mehr aus. Das Internet ist zur unverzichtbaren Kulturtechnik geworden", erklärte Heinz Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes, am Donnerstag bei der Präsentation der Studie "Internet und Senioren: Fenster in die Welt versus digitaler Graben" in Wien. Die repräsentative Studie der GfK Austria zeigt, dass das Internet von Älteren hauptsächlich zum Kommunizieren via Email oder für Recherchen benutzt wird.

Zu Hause

Am häufigsten surfen Senioren vor allem zu Hause. Im Jahr 2009 nutzten bereits 57 Prozent aller Befragten über 60 das Internet mehrmals täglich oder fast täglich in den eigenen vier Wänden. Nur neun Prozent gingen dort seltener als einmal pro Monat oder nie online. Nur zehn Prozent waren noch berufstätig und nutzten vom Arbeitsplatz aus das Internet. Die Möglichkeiten mobil mittels eines Laptops oder Handys, bei Freunden und Bekannten oder an öffentlichen Plätzen online zu surfen nimmt die ältere Generation kaum wahr.

Die wichtigste Funktion die das World Wide Web den Senioren bietet, ist das Empfangen und Versenden von Emails. Mit rund 80 Prozent liegt die Kommunikation an erster Stelle gefolgt vom einfachen Surfen im Internet und dem Suchen von speziellen Informationen mit Hilfe einer Suchmaschine. Bereits 32 Prozent wickelten ihre Bankgeschäfte über den Computer ab. Die Unterhaltung spielt mit 26 Prozent bei dieser Altersgruppe nur eine geringe Rolle, allerdings wurden zu den Online-Diensten lediglich 645 Personen befragt. "Hier sieht man ein typisches Bild der eingeschränkten Funktion des Internets für Senioren. Mit zunehmender Vertrautheit der Materie würde sich das ändern", erklärte Rudolf Breitschneider, Geschäftsführer der GfK Austria.

Einkaufen, Buchen von Reisen oder Foto- und Video-Sharing

Funktionen wie Einkaufen, Buchen von Reisen oder Foto- und Video-Sharing werden äußerst selten von der Generation 60-Plus genutzt. Allerdings besteht der Wunsch, Formulare für Amtswege online besorgen zu können und Informationen herauszufinden, welche Stelle für etwas zuständig ist. Nichtnutzer gaben als häufigsten Verweigerungsgrund (43 Prozent) für ihr Verhalten an, dass sie das Internet vermeiden wollen und lieber Menschen aus der jüngeren Generation bitten, Online-Vorgänge zu erledigen. 36 Prozent interessiert es schlicht nicht genug und 34 Prozent gaben an, sich nicht ausreichend damit auszukennen. 30 Prozent haben technisch keine Ausrüstung und somit keine Möglichkeit, online zu gehen. Rund ein Viertel hat nicht genügend Geld für einen Internetanschluss. "Noch immer sind eine Million ältere Menschen vom Internet praktisch ausgeschlossen. Diese Diskriminierung kann so nicht weitergehen", erklärte Becker und forderte gezielte Maßnahmen für Senioren. (APA)

 

Emma50
00
13.7.2010, 12:55
Kontakte knüpfen übers Internet

Ich finde es sehr gut, dass auch immer mehr Senioren den Weg ins WWW finden. Meine Mutter ist bereits über siebzig und hatte nach dem Tod meines Vaters eine wirklich schwere Zeit. Einsamkeit ist ja bei vielen älteren Menschen ein großes Problem. Sie hat den Schritt ins Internet gewagt und über Kontaktbörsen und Foren, die sich speziell an Senioren wenden, neue Kontakte knüpfen können. Mittlerweile sind Portale wie feierabend.de oder http://www.50plus-treff.at gar nicht mehr aus ihrem Alltag wegzudenken. Auch ihre Kinder und Enkel bekommen regelmäßig E-Mails von ihr. Nur dem Online-Banking traut sie nicht über den Weg – noch nicht.

Überwachungskamera1
00
14.2.2010, 19:47
wo???

Luke-Skywalker
01
12.2.2010, 11:20

meine oma ist auch eine world of warcraft hardcore gamerin

b_UT
01
11.2.2010, 22:00

Also die Auswahl dieser Stichprobe und die Art der Befragung würde mich echt interessieren.
Die 57% kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Beiddenker
00
12.2.2010, 14:34
Wieso können Sie sich das nicht vorstellen? ...

... Meine Schwiegereltern - um die 70 - sind jeden Tag mind. 1-2 Stunden im Internet. Ich kann mir das sehr gut vorstellen.

Mal abgesehen davon, dass die ehemaligen "geeks" der 80er Jahre schön langsam in die 50er kommen.

Auch Sie werden älter und glauben Sie, dass Sie plötzlich mit 50 oder 60 aufhören das Internet zu benutzen?

Überwachungskamera1
00
14.2.2010, 19:48
gut das sind 2 stück

wo ist der rest

b_UT
01
12.2.2010, 14:59

Wenn in der Studie alle Altersgruppen über 60 erfasst sind, alle Gesellschaftschichten und sowohl der Urbane als auch der ländliche Raum, so kann ich mir nicht vorstellen, dass 57% täglich das Internet in der Art nutzen, wie es im Artikel beschrieben ist.
Höchstens, dass 50% über 60 überhaupt eine Ahnung haben, was das Internet sein soll.

Sind jedoch nur 60 bis 75 jährige erfasst aus der gehobeneren Schicht im urbanen Raum, lass ich mir sogar 70% einreden, die täglich das Internet nutzen.

Deswegen interessiert mich die genaue Auswahl der Stichprobe.

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