Wegen "Angriffs auf die Verfassung" und der Ermordung politischer Gegner
Montevideo - Der frühere uruguayanische Diktator Juan María Bordaberry ist am Mittwochabend (Ortszeit) wegen seiner Rolle während eines Staatsstreichs 1973 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 81-Jährige sei wegen eines "Angriffs auf die Verfassung" verurteilt worden, teilte der Anwalt der Kläger, Hebe Martínez Burlé, der Nachrichtenagentur AFP mit. Bordaberry war im Jahr 2006 inhaftiert und 2007 wegen Gesundheitsproblemen unter Hausarrest gestellt worden. Bordaberry war auch die Ermordung und das "Verschwindenlassen" zahlreicher politischer Gegner vorgeworfen worden.
Bordaberry war 1971 durch eine Wahl an die Macht gekommen, löste aber dann das Parlament auf und stand an der Spitze eines Staatsstreichs 1973, dem eine zwölf Jahre währende Militärdiktatur folgte. Er ist der zweite Herrscher, der zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde. Im vergangenen Oktober war Gregorio Alvarez wegen Mordes und Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. (APA)