UNO-Anklage gegen montenegrinischen Journalisten

8. April 2003, 18:42
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Identität eines geschützten Zeugen gegen Milosevic in Tageszeitung enthüllt

Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien hat Anklage gegen den montenegrinischen Journalisten Dusko Jovanovic erhoben. Der Belgrader Sender B-92 meldete am Dienstag, Jovanovic habe in einem Bericht für die Tageszeitung "Dan" die Identität eines geschützten Zeugen im Prozess gegen den einstigen jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic enthüllt. "Dan" ist für ihre Verbindungen zu den Anhängern des Milosevic-Regimes bekannt. Der Zeuge unter dem Tarnnamen K-32 soll danach Morddrohungen erhalten haben.

Missachtung des Tribunals

Jovanovic werde der Missachtung des Tribunals beschuldigt, meldete der Sender. Sollte er nicht zur Einvernahme vor dem Tribunalssenat erscheinen, wird für Jovanovic laut "B-92" ein Haftbefehl ausgestellt. Dem montenegrinischen Journalisten drohen zwischen einem und sieben Jahren Haft sowie eine Geldbuße in Höhe von 100.000 Euro. Jovanovic ist soweit bekannt der erste Journalist aus Ex-Jugoslawien, der wegen Missachtung des Tribunals angeklagt wurde. (APA)

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