Verstopfte Kanäle in der SPÖ

8. April 2003, 18:20
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Kommunikation soll verbessert werden

Wien - Die SPÖ will ihre Kommunikation neu ordnen. "Es gibt einen Verbesserungsbedarf", sagt der SPÖ-Abgeordnete Josef Broukal, "man müsste mehr tun, und man könnte es anders tun." Broukal selbst wird jedenfalls Bestandteil des neuen Konzepts sein. Ob als Medienmanager oder Kommunikationsbeauftragter, ist noch offen. "Da müssen Sie den Gusenbauer fragen", sagt Broukal.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung der beiden Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos und Doris Bures wurde vom SPÖ-Präsidium mit der Ausarbeitung eines Konzepts beauftragt. "Unsere internen Kommunikationskanäle sind verstopft", sagt Darabos im Gespräch mit dem Standard, "die müssen wir öffnen. Neben der medialen Präsenz der Spitzenleute ist es wichtig, sich der Tausenden Kommunikatoren auf der Funktionärsebene zu bedienen. Es geht schlicht um Bürgerkontakte. Dazu müssen die Funktionäre aber motiviert und wirklich gut informiert sein. Sie müssen die politischen Entscheidungen, die oben getroffen werden, auch nachvollziehen können." Das gelte insbesondere für die Länderorganisationen.

Was den Auftritt nach außen betrifft, hält es Darabos für einen Fehler, dass die Kommunikation weitgehend auf Parteichef Alfred Gusenbauer beschränkt ist. "Das müssen wir auf eine breitere Basis stellen. Wir müssen mehr öffentlich wahrnehmbare Funktionäre präsentieren." Und Josef Broukal soll dabei eine wichtige Rolle spielen. "Auf seine Erfahrung wird die SPÖ sicher zurückgreifen", sagt Darabos, "Gusenbauer wird dem Präsidium einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten."

Wiener machen Druck

Der Wiener SPÖ gehen diese Pläne aber nicht weit genug. Bürgermeister Michael Häupl, so heißt es in der Partei, würde Broukal am liebsten in einer noch gewichtigeren Rolle sehen - als Bundesgeschäftsführer. In der Umgebung Häupls ist man der Meinung, dass mit Andrea Kuntzl die falsche Person aus der Bundesgeschäftsführung verabschiedet worden sei. Broukal sei jedenfalls geeignet, die SPÖ nach außen hin zu vertreten. In diesem Fall müsste wohl Doris Bures weichen. An der hält Gusenbauer aber bedingungslos fest. (Michael Völker/DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2003)

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