Deutscher Investor an Wiener Werk interessiert

8. April 2003, 17:28
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Ex-Grundig-Manager rund um Cornelis Rinck bekräftigen Interesse - Garantie für 400 Jobs

Wien/Nürnberg - Für das Wiener Werk des angeschlagenen deutschen Elektronikkonzerns Grundig besteht offenbar doch noch Hoffnung auf ein Weiterbestehen nach der Insolvenz. Nach einem am Mittwoch erscheinenden Bericht des "WirtschaftsBlatt" sollen Ex-Grundig-Manager rund um Cornelis Rinck nach wie vor Interesse an der Wiener Produktion haben. "Wir haben nach wie vor Interesse am Wiener Grundig Werk. Und wir glauben an eine Weiterführung des Standorts", wird Rinck vom "WirtschaftsBlatt" zitiert.

Die Gruppe um Rinck hatte bereits im Dezember Kaufinteresse angemeldet, war aber damals gegen den österreichischen Industriellen Mirko Kovats unterlegen. Im März war der Verkauf an Kovats jedoch, wie berichtet, geplatzt. Rinck plant laut Bericht nun noch diese Woche ein Treffen mit Gläubigerbanken in Wien. Am Dienstag hieß es aus der kreditgebenden Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) auf APA-Anfrage noch: "Wir kennen das Angebot nicht."

Komplette Umsrüstung

Im Team der neuen Bieter für Grundig Wien soll laut "WirtschaftsBlatt" unter anderem auch Pieter De Jong, ehemaliger Finanzchef von Philips Österreich. Die Strategie der Investoren sieht für Wien eine komplette Umrüstung auf Produkte der Kommunikationselektronik vor. Die Investition, um Grundig Wien autark zu machen, liegt laut Rinck bei 30 Mio. Euro. Ziel sei der Aufbau eines eigenen Vertriebs und die schrittweise Verlagerung von bestehenden Entwicklungseinheiten von Deutschland nach Österreich. Für die Dauer des Umbaus - etwa ein bis zwei Jahre - müsste Grundig jedoch Lieferungen an externe Markenartikler verstärken.

Offen bleibt vorerst, wie viele Jobs nach einer Insolvenz im Wiener Werk übrige bleiben könnten. Unterstes Limit sind dem Vernehmen nach 400 bis 500 Arbeitsplätze. Derzeit sind im Wiener Werk inklusive der 150 Vertriebsmitarbeiter rund 850 Leute beschäftigt. (APA)

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