Generalstreik in Israel verschoben

9. April 2003, 06:49
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Gewerkschafter Perez: 24 Stunden für Verhandlungen

Tel Aviv - Ein in Israel drohender Generalstreik ist am Dienstagabend um 24 Stunden verschoben worden. Der Vorsitzende des Gewerkschafts-Dachverbands, Amir Perez, sagte, man wolle damit Verhandlungen mit dem Finanzministerium eine weitere Chance geben. Der Ausstand, an dem der gesamte öffentliche Dienst sowie Eisenbahn- und Flughafenangestellte beteiligt sind, sollte bereits am frühen Mittwochmorgen beginnen. Finanzminister Benjamin Netanyahu begrüßte die Entscheidung, den Streik aufzuschieben, und rief zur Vernunft auf.

Die Streikpläne richten sich gegen die von der Regierung Ariel Sharon beschlossenen drastischen Sparmaßnahmen im laufenden Haushalt. Wegen hoher Mindereinnahmen und erhöhter Ausgaben für die Armee wegen des Konflikts mit den Palästinensern muss die Regierung das Budget erneut 15 Milliarden Schekel (rund drei Milliarden Euro) kürzen. Bereits im Spätherbst vergangenen Jahres waren Kürzungen von etwa 12 Milliarden Schekel erforderlich gewesen. Israels Wirtschaft steckt in der tiefsten Rezession seit über 50 Jahren. (APA/dpa)

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