Schweizer Verlagsgruppe Ringier steigerte 2002 Gewinn

8. April 2003, 15:54
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Zeitungen rückläufig, Auslandsumsatz gestiegen

In einem wirtschaftlich äußerst schwierigen Jahr für die Medienbranche hat der Schweizer Ringier-Konzern 2002 seinen Gewinn um 4,4 Millionen Franken auf 39,2 Millionen Franken (26,4 Millionen Euro) steigern können. Der Umsatz ist dagegen um 2,8 Prozent auf 1,033 Milliarden Franken gesunken, teilten Verleger Michael Ringier und Finanzchef Martin Werfeli am Dienstag mit. Als Gründe für die Gewinnsteigerung nannten sie Aufwandsreduktionen sowie den Verkauf der 49-prozentigen Beteiligung an der "Neuen Luzerner Zeitung" an die "Neue Zürcher Zeitung".

"Schwarze Zahlen hätten wir auch ohne den Erlös geschrieben", betonten Ringier und Werfeli jedoch. Die Umsatzrückgänge erklärte Werfeli mit der Übernahme von 50 Prozent an der Betty Bossi AG, wodurch sich deren Umsätze nicht mehr zur Gänze in der Ringier-Bilanz niederschlage.

Umsatzrückgang

Im Bereich Zeitungen mit seinen Flaggschiffen "Blick" und "SonntagsBlick" gab es einen Umsatzrückgang um 6,5 Prozent. Gehalten haben sich die Zeitschriften, wobei aber das Jahr für Wirtschaftsmedien als äußerst schwierig bezeichnet wurde. Bei "Cash" etwa sei der Umsatz um 19,5 Prozent zurückgegangen.

Dem Umsatzrückgang in der Schweiz steht ein deutliches Wachstum der Ringier-Aktivitäten im Ausland gegenüber: Dieses wurde mit 15,6 Prozent in Mittel- und Osteuropa sowie mit 12,5 Prozent in Asien. Insgesamt beträgt der Auslandsumsatz laut Michael Ringier rund 200 Mio. Franken. Mit Ende 2002 beschäftigte der Konzern eigenen Angaben zufolge 5.419 Personen, eine Reduktion um 600 Angestellte wurde durch die Auslagerung der Kolporteure in eine externe Vertriebsorganisation erzielt.

Ringier wird nach fünf Jahren an der Spitze des Konzerns am 13. Juni die Präsidentschaft des Verwaltungsrats übernehmen. Neuer CEO des größten Schweizer Medienunternehmens wird Werfeli. (APA/sda)

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