Neuer Ericsson-Chef will sein Unternehmen entschlacken

8. April 2003, 15:19
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Svanberg: "Wir müssen wieder in die schwarzen Zahlen kommen, ganz egal wie sich der Markt entwickelt" - Weitere Stellen wackeln

Carl-Henric Svanberg, der neue President und CEO des schwedischen Telekommunikationsausrüsters Ericsson will sein Unternehmen intern ausmisten. Er wolle die Bürokratie entschlacken und vor allem die internen Workflows deutlich verebsseren meinte er am Dienstag gegenüber der Finacial Times (FT). Diese Aussage läßt darauf schließen, dass weitere Entlassungen vor der Tür stehen. Zahlen wollte Svanberg allerdings nicht nennen. Einer weiteren Kapitalerhöhung erteilte der neue starke Mann von Ericsson eine Absage.

"Wir sind gut im Entwickeln von neuen Produkten und deren Verkauf an unsere Kunden, aber ..."

Zu diesem Zeitpunkt sehe er keine Veranlassung für eine Kapitalerhöhung, meinte Svanberg an seinem ersten Arbeitstag gegenüber der FT. Ericsson hatte im Vorjahr rund 3,2 Mrd. Euro frisches Kapital aufgenommen, nachdem die Umsätze deutlich zurückgingen und ein rotes Quartal dem nächsten folgte. Seine Top-Priorität liege in der Verbesserung der internen Effizienz, so der Ericsson-Chef. "Wir sind gut im Entwickeln von neuen Produkten und deren Verkauf an unsere Kunden, aber wir sind nicht gut, Workflows zu organisieren. Wir müssen einfacher und klarer werden."

"Wir müssen wieder in die schwarzen Zahlen kommen, ganz egal wie sich der Markt entwickelt."

Die zweite Priorität liege darin, den Konzern wieder profitabel zu machen. Ericsson schreibt seit neun Quartalen in Folge Verluste. "Wir müssen wieder in die schwarzen Zahlen kommen, ganz egal wie sich der Markt entwickelt. Nur so haben wir unser Schicksal selbst in der Hand." Zur Zukunft des (tiefroten) Handy-Joint Ventures Sony Ericsson zeigte er sich bedeckt: "Ich habe einen guten Eindruck von dem Unternehmen und glaube, dass es eine Bereicherung für uns ist. Es wäre schade, wenn wir scheitern würden." Svanberg merkte noch an, dass man künftig weniger Leute für die selben Tätigkeiten brauchen werde, nannte aber keine Zahlen. Analysten gehen davon aus, dass Ericsson noch bis zu 10.000 Stellen streichen wird müssen, um aus seiner Krise zu finden. Die Schweden hatten in den vergangenen beiden Jahren rund 50.000 Mitarbeiter abgebaut. Derzeit beschäftigt der Konzern 60.000 Leute. (pte)

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