Deutsche Ärzteschaft verliert an Image

9. April 2003, 20:27
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Trotzdem schlagen sich die Mediziner noch auf Platz eins der Berufeskala herum - Journalisten und Politiker hingegen unten durch

Allensbach - Das öffentliche Ansehen der Ärzte in Deutschland ist nach einer Meinungsumfrage in den letzten Jahren gesunken, obwohl sie auf der Berufs-Prestigeskala weiterhin an der Spitze stehen. Zählten 1981 noch 82 Prozent der westdeutschen Mediziner zu den fünf Berufen, vor denen sie am meisten Achtung haben, so sagen dies 2003 nur noch etwa 70 Prozent.

Dies ergab eine repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach am Bodensee. Dennoch liegen Ärzte weiterhin mit großem Abstand auf Platz eins vor Geistlichen, Hochschulprofessoren und Unternehmern.

Abrechnungsskandale und Ärzteschelte

Das Allensbach-Institut vermutet unter anderem Abrechnungsskandale und Ärzteschelte wegen Kunstfehlern hinter dem Imageverlust der Mediziner. Dennoch wird dem Berufsstand immer noch allergrößte Achtung entgegengebracht. 72 Prozent aller Befragten in West- und Ostdeutschland gaben an, dass sie Ärzte besonders schätzen. Von Geistlichen sagten das 39 Prozent, von Hochschulprofessoren und Unternehmern je 30 Prozent und von Rechtsanwälten 29 Prozent.

Apotheker im Aufwind

Ganz unten auf der Prestigeskala rangieren Berufe wie Journalist, Offizier, Politiker, Gewerkschaftsführer und Buchhändler. Das Ansehen dieser Berufe ist im Vergleich zur letzten Umfrage 2001 gesunken. Zu den Verlierern gehören auch Professoren, Rechtsanwälte, Grundschullehrer, Schriftsteller, Atomphysiker oder Direktoren in einer großen Firma. Prestigegewinne konnten Geistliche, Unternehmer, Ingenieure, Apotheker oder Studienräte verzeichnen.

Befragt wurden 2.197 Personen ab 16 Jahren in ganz Deutschland zwischen dem 27. Februar und dem 11. März dieses Jahres. (APA/dpa)

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    Leidet zumindet in Deutschland an einer Profilkrise: Berufsbild Arzt.

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