Kinderärzte warnen vor Masern in der Schweiz

9. April 2003, 12:56
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180 Fälle bekannt - achtzig Prozent der Erkrankten sind Kinder und Jugendliche

Köln - Deutsche Kinderärzte warnen vor einer Masern-Epidemie in der Schweiz. Bisher seien in den Kantonen Wallis und Schwyz 180 Masern-Fälle bekannt geworden, teilte am Dienstag der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland unter Berufung auf das Bundesamt für Gesundheit in Bern mit.

Knapp achtzig Prozent der Erkrankten seien demnach Kinder und Jugendliche. Die Dunkelziffer liege nach Experteneinschätzung noch höher. Vor einem Urlaub in der Schweiz sollten Erwachsene und Kinder daher ihren Impfschutz überprüfen und ausgefallene Impfungen nachholen, rät der deutsche Bundesverband.

Behörden rechnen mit Ausweitung

Die Schweizer Behörden rechneten mit einer möglichen Ausweitung der Epidemie, so der Ärzteverband. "Über WHO-Kanäle sind noch keine Warnungen erfolgt", sagte Martin Glier, Pressesprecher des österreichischen Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (FP), auf APA-Anfrage. Es gebe keine erhöhten Aktivitäten und in Folge dessen auch keine Maßnahmen. Auch eine Reisewarnung in die Schweiz wurde von Seiten der heimischen Regierung noch nicht herausgegeben.

Masern könnten zu schweren Komplikationen führen und in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen. Unter den bisher gemeldeten Fällen in der Schweiz habe es bereits einen Fall einer Masern-Enzephalitis - einer Hirnhautentzündung - gegeben. Mehrere Patienten hätten wegen Komplikationen in Krankenhäuser eingewiesen werden müssen. (APA/dpa)

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