Wien: Wohnungseigentum wieder teurer

8. April 2003, 13:55
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Nach Jahren sinkender Preise zogen die Kosten für gebrauchtes Eigentum vor allem im 15. und 16. Bezirk deutlich an

Wien - Gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien sind 2002 nach Jahren sinkender Preise wieder teurer geworden. Im Schnitt stiegen die Preise von 1.538,56 auf 1.632,11 Euro pro Quadratmeter. Der Jahresdurchschnittswert erhöhte sich damit gegenüber 2001 um 5,7 Prozent. Dies geht aus dem nun veröffentlichten Realpartners-Index des Wiener Immobilienbüros Realpartners hervor. Bei neu errichteten Einheiten erhöhten sich die durchschnittlichen Preise um 5,2 Prozent von 2.351,84 auf 2.481,33 Euro je m2.

Es geht aufwärts

Die Preise für gebrauchtes Wohnungseigentum in der Bundeshauptstadt waren seit Mitte der 90er Jahre auf Talfahrt gewesen, 2001 hatten sie sich erstmals weitgehend stabilisiert. Seit dem vergangenen Jahr geht es jetzt wieder aufwärts. Zu großen Preissteigerungen kam es vor allem im dritten und vierten Quartal 2002.

Beliebtestes Wunschobjekt sei nach wie vor der klassische Stilbau, berichtet Realpartners. Wohnungen in Häusern der 70er und 80er Jahre hätten sich seit langem erholen können, sie müssten aber in sehr guter Wohnlage liegen. Die Entwicklung der Kaufpreise in guten Lagen nach oben und in schlechten Lagen nach unten sei vorerst gestoppt. Auch mäßige Lagen hätten Kaufpreiszuwächse erzielen können.

15. und 16. Bezirk profitierten

Verlierer des Jahres 2002 waren die Bezirke 2, 4 und 20, während sich vor allem die Bezirke 15, 16 und 17 als Gewinner erwiesen. Gerade der 15. und 16. Bezirk hätten von der Erweiterung der U 3 profitiert. Relativ konstant seien die Preise in den restlichen Wiener Bezirken geblieben.

Neubau-Erstbezüge verteuerten sich nach 2001 auch 2002. Als Grund für die weitere Preissteigerung nennt Realpartners die sehr geringe Neubautätigkeit von frei finanzierten Eigentumswohnungen. In einigen Bezirken sei die Anzahl drastisch zurück gegangen, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Gesamtmarkt. Lediglich in guten Lagen seien neue Wohnungen errichtet worden.

Neubau-Anlagewohnungen besonders attraktiv

Von große Wertzuwächsen berichtet Realpartners für die Wiener Bezirke 3, 4, 7, 9, 12, 16 und 21. Leicht sinkende Preise seien dagegen vor allem im 18. und 19. Bezirk zu beobachten gewesen. Alle übrigen Bezirke hätten geringe Veränderungen aufgewiesen.

"Besonders attraktiv" seien 2002 Neubau-Anlagewohnungen gewesen. Viele Anleger hätten angesichts der Einbrüche auf den Aktienmärkten den sicheren Hafen der Immobilie gesucht. Die Anzahl der verkauften Anlagewohnungen sei um bis zu 50 Prozent gestiegen, so Realpartners unter Berufung auf Angaben der Bauträger.

Der Realpartners-Index erhebt und publiziert seit November 1994 die Immobilienpreise für Eigentumsobjekte in Wien. Erfasst werden alle in den Samstag-Tageszeitungen angebotenen Eigentumswohnungen zwischen 45 und 75 Quadratmetern, die die typische Zwei-Zimmer-Wohnung und damit die Mitte der Marktpreise repräsentieren. Jährlich werden rund 21.000 Inserate ausgewertet, die dem Index zu Grunde gelegt werden. (APA)

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