Mbeki: Irak-Krieg ist "Warnung" für Afrika

8. April 2003, 13:36
1 Posting

Südafrikanischer Präsident: Demokratie lässt sich nicht mit Gewalt erzwingen - Indien fordert Abzug der US-Truppen

Pretoria/Neu Delhi - Der Irak-Krieg der USA und ihrer Verbündeten ist nach Ansicht des südafrikanischen Staatspräsidenten Thabo Mbeki eine "Warnung" für Afrika. Es könne auch afrikanischen Staaten passieren, dass sie mit Gewalt "zur Demokratie gezwungen" werden sollen, sagte Mbeki am Dienstag auf einer Konferenz in Pretoria. Wenn die Vereinten Nationen keine Bedeutung mehr hätten, bestehe die Gefahr, dass auch Länder Afrikas mit militärischen Mitteln bestraft werden, "wenn wir aus der Reihe tanzen".

Mbeki kritisierte das Vorgehen der USA und Großbritanniens im Irak. Er könne nicht glauben, dass sich wahre Demokratie mit Gewalt erzwingen lasse. Das Vorgehen der Amerikaner erinnere ihn an Zwangsernährung von Hungerstreikenden.

Indien fordert Abzug der US-Truppen

Indien hat den Abzug der von den USA angeführten alliierten Truppen aus dem Irak verlangt. Der Krieg müsse sofort aufhören, hieß es in einer am Dienstag von allen Parteien im Parlament verabschiedeten Resolution. "Der Wiederaufbau des Irak sollte unter der Aufsicht der Vereinten Nationen stattfinden", forderten die Abgeordneten. Die "Aggression" gegen den Irak habe den Menschen großes Leid gebracht, vor allem den Frauen und Kindern. (APA)

Share if you care.