Hongkong befürchtet flächendeckende Epidemie

8. April 2003, 12:11
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China will Lungenkrankheit unter Kontrolle haben - Zehntes Todesopfer in Kanada

Angesichts ständige neuer SARS-Fälle befürchten die Gesundheitsbehörden in Hongkong eine flächendeckende Ausbreitung der Lungenseuche. Binnen zwei Jahren könnte praktisch jeder Einwohner der chinesischen Sonderzone infiziert sein, warnte der Mikrobiologe Samson Wong von der Hongkonger Universität am Dienstag.

China verwies dagegen auf einen deutlichen Rückgang der Neuerkrankungen in der südlichen Provinz Guangdong (Kanton). Nach einem zehnten Todesfall in Kanada stieg die Zahl der SARS-Toten weltweit auf 101.

"Unendlich langer Kampf"

"Es sieht nach einem unendlichen langen Kampf aus", kommentierte Gavin Joynt vom Hongkonger Prince of Wales Hospital die Bemühungen der Ärzte, die mysteriöse Lungenkrankheit unter Kontrolle zu bekommen. Wong zufolge könnten sich binnen kurzer Zeit schon 80 Prozent der Bevölkerung in der relativ abgeschotteten ehemaligen britischen Kronkolonie angesteckt haben.

Auch die Gesundheitsbehörde schloss diese Möglichkeit nicht aus. Die Amtsärztin Tse Lai Yin verwies darauf, dass man noch nicht wisse, wie lange das Virus im Körper des Infizierten verweile. Es könne dort durchaus drei oder sechs Monate aktiv sein. Deshalb gehe eine potenziell große Gefahr von unwissentlichen Trägern aus.

Zahl der Neuinfektionen sei zurückgegangen

Der Leiter der Gesundheitsbehörde von Guangdong, Huang Qingdao, erklärte dagegen, man habe die weitere Ausbreitung der Krankheit unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen in der Provinz sei entscheidend zurückgegangen. Während es im Februar noch 28 Todesfälle und 688 Neuerkrankungen gegeben habe, hätten diese Zahlen im März nur noch bei neun beziehungsweise 364 gelegen. Seit Monatsbeginn seien nur noch 21 Menschen an SARS erkrankt und drei daran gestorben.

Schon bei den ersten Verdachtshinweisen auf die Lungenseuche will Sri Lanka keine Seereisenden mehr an Land lassen. Lediglich schwer Erkrankte dürfen ihr Schiff verlassen, um in eine Klinik gebracht zu werden. Die Hafenbehörden wurden nach eigenen Angaben von der Regierung angewiesen, die strikten Quarantänevorschriften rigoros anzuwenden. Bisher ist in dem Inselstaat noch kein SARS-Fall aufgetreten. (APA)

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