Irak-Aufbau: Weltbank fühlt sich übergangen

8. April 2003, 12:03
posten

Präsident Wolfensohn würde sich mit seiner Organisation gern beteiligen - Bislang bleibt es beim frommen Wunsch

Washington - Die Weltbank würde sich nach den Worten ihres Präsidenten James Wolfensohn jederzeit am Wiederaufbau Iraks beteiligen, ist aber bisher nicht darum gebeten worden. "Wir würden das besser machen als jeder andere, wir haben die meiste Erfahrung in diesem Bereich", sagte Wolfensohn am Montag. "Bisher hat aber noch niemand mit uns über unsere Rolle gesprochen", fügte Wolfensohn hinzu.

Die Weltbank könne jedoch nicht von sich aus tätig werden. "Wir bräuchten einen Beschluss des UN-Sicherheitsrats oder eine ähnliche angemessene Resolution".

Wolfensohn sagte, er wäre enttäuscht, sollte seine Organisation ausgeschlossen bleiben. Die Organisation hat vor dem Krieg ihre letzte Bestandsaufnahme der Situation in Irak vorgenommen. Seitdem blieb sie außen vor. "Wenn wir etwas tun können, kommen wir aber sehr schnell an die Fakten", betonte der 69-Jährige.

Wolfensohn steht seit dem Jahr 1995 an der Spitze der von über 180 Staaten getragenen Organisation. Die 1944 gegründete Weltbank spielte bereits in zahlreichen Krisengebieten eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau. So war sie unter anderem in Afghanistan, Bosnien oder im Kosovo engagiert. Am kommenden Wochenende treffen sich die Vertreter von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank zu ihrer Frühjahrstagung in Washington. (APA/AFP)

Share if you care.