Stohl mit World Rallye Car in Neuseeland

8. April 2003, 16:42
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Wiener hat bei Lieblingsrallye hohe Ziele und hofft mit einem taktischen Trick auf bessere Straßenverhältnisse

Auckland - Zum bereits 71. Mal startet Manfred Stohl am Wochenende bei einem Rallye-WM-Lauf. Die Propecia-Rallye (10.-13. April) auf der Neuseeländischen Nordinsel ist gleichzeitig der Lieblings-Lauf des 30-jährigen Wieners. Zwei Mal hat er dort schon die Gruppe N gewonnen, beim sechsten Auftritt am "anderen Ende der Welt" geht er nun aber erstmals mit einem World Rally Car (WRC) an den Start.

Sperrers Material

Und zwar mit dem Peugeot 206 WRC, mit dem Raphael Sperrer im Vorjahr österreichischer Meister geworden ist und das heuer wieder im ungarischen Championat von Janosz Toth eingesetzt wird. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen und Stohl hat zu einem taktischen Trick gegriffen, um im Kampf gegen 42 WRC- und Gruppe-A-Autos in die Top-Ten oder sogar in die WM-Punkteränge fahren zu können.

Taktik Privatfahrer

Der OMV-Pilot Stohl geht in Auckland als Privatfahrer an den Start, damit kann er auf den neuseeländischen Schotterstraßen stets hinter den schnellsten 15 Werks- und Prioritätsfahrern und damit auf "festem" Untergrund starten kann. "Soferne es trocken bleibt. Wenn es regnet, geht diese Rechnung natürlich nicht auf" so Stohl.

Einzige österreichische Siege

Neuseeland ist für Österreichs Rallye-Geschehen geschichtsträchtiger Boden. 1986 ist Stohl-Vater Rudi als erster Österreicher dort an den Start gegangen, 1987 hat Franz Wittmann und ein Jahr später Sepp Haider dort gewonnen. Die beiden sind nach wie vor Österreichs einzige Sieger in Rallye-WM-Läufen.

"Neuseeland ist meine Rallye

Neuseeland ist Stohls Lieblings-Rallye. In seinem Super-Jahr 2000 hat er dort nicht nur die Gruppe N gewonnen sondern in der Gesamtwertung sensationell Platz sieben belegt, am Jahresende war er Weltmeister. "Ich fahre prinzipiell gerne auf Schotter, weil du da als Fahrer viel mehr machen kannst. Aber Neuseeland ist meine Rallye, die liegt mir einfach", schwärmt er von den "Brettel ebenen" Schotterstraßen bei den Kiwis.

Volle Attacke möglich

Für den Wiener ist es der schönste Schotterbelag weltweit. "Bei der Akropolis sind die Straßen zum Teil selbst für Mountainbikes unfahrbar, in Neuseeland kannst du hingegen fast mit einem Formel-1 an den Start gehen. Du kannst mit 150 Prozent attackieren, als Fahrer viel machen und so lange du auf der Straße bleibst, passiert dem Auto nichts."

Top-ten als Zielvorgabe

Zusammen mit Beifahrerin Ilka Minor (vormals Petrasko) hat sich Stohl deshalb viel vorgenommen. "Ein Top-Ten-Platz wäre super, ein Punkterang eine Sensation." Er relativiert aber: "Ich will mir keinen großartigen Druck auferlegen. "Wenn ich nur 15. bin, aber trotzdem vier Top-Autos hinter mir lasse, ist das Soll auch erfüllt."

Auch Teamchef

Stohl ist in doppelter Funktion in Neuseeland. Einerseits als Pilot, andererseits als Chef von Stohl-Racing, das beim vierten WM-Lauf des Jahres zwei N-Mitsubishis mit Hamed Al Wahaibi und Constantin Aur am Start hat. "Von irgendwas muss ich ja auch leben", so Stohl.

Nach drei WM-Läufen führt der Brite Richard Burns (Peugeot 206) mit 18 Punkten vor Colin McRae (Citroen/17) und dem Spanier Carlos Sainz (Citroen/16). (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Manfred Stohl geht mit einem Peugeot WCR 206 an den Start

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