Al-Kaida will nicht sterben

8. April 2003, 11:49
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Schon gar nicht im Internet - Webseite kommt als ungebetener Gast auf die Rechner

In der Realität hat die Al-Kaida schon länger nichts von sich hören lassen, doch im Internet ist die offizielle Kommunikations-Plattform immer noch online. Zwar ist die Seite nicht auf normalem Weg zu finden, doch treibt sie sich als Internet-Parasit im Netz herum und erscheint auf unzähligen anderen Seiten ohne Wissen der Betreiber.

"Embedded Website"

Kaum war die offizielle Kommunikations-Webseite der Al-Kaida unter Al Neda am 11. September 2001 gestartet worden, häuften sich die Ermittlungen der Polizei und die Hacker-Angriffe auf das Online-Angebot. Im August 2002 kam der US-Hacker David Messner in den Besitz der Domain "www.alneda.com" und betreibt diese Seite weiter - wenn auch mit komplett anderem Inhalt. Doch das Al-Kaida-freundliche Angebot von "Al Neda" lebt weiter, als "embedded Website" geistert es durch die unendlichen Weiten des Internet.

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"The Website formerly known as Al-Neda" ist weiterhin online. Als Internet-Parasit nutzt Al Neda fremde Webseiten, ohne das Wissen der Betreiber, um sich zu verbreiten. So wurden unter anderem private Webseiten von Schülern und Studenten, ein Web-Auftritt einer Sicherheitsfirma und eine Fanseite zum Horror-Autor Clive Barker zum Vehikel für die Al-Neda-Informationen. Bis vor Kurzem fand sich Al Neda auch beim holländischen Consultant Educa. Englische und arabische Versionen des Online-Auftritts fanden sich in den Unterverzeichnissen der Webseite.

Nicht auf dem neuesten Stand

Wie das amerikanische Magazin Wired den Journalisten Jeremy Reynalds, der seit einiger Zeit hinter dem Angebot von Al Neda im Internet nachforscht, zitiert, wird die Webseite allerdings nur sporadisch aktualisiert und berichtet derzeit von der Gefangennahme US-amerikanischer Soldaten im Irak. Laut Angaben des Middle East Media Research Institute soll der Webauftritt von Al Neda von der Al-Kaida immer wieder als Sprachrohr verwendet worden sein.

Gefahr für Passworte und User-IDs

Laut Angaben der Sicherheitsfirma PacketAttack bricht Al Neda bei unverdächtigen Webseiten ein, indme es Administrator-Passworte und User-IDs crackt und vielfach auch bekannte Sicherheitslöcher ausnutzt.(red)

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    montage: red
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