Massen-Piraterie bei Windows Server 2003 befürchtet

8. April 2003, 12:13
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Erster Schlüssel zwei Wochen vor dem geplanten Release der Software im Internet aufgetaucht - Nachforschungen beginnen

Der Softwarekonzern Microsoft sieht sich möglicherweise mit einem Fall von Massen-Piraterie bei seiner neuesten Server-Software konfrontiert. Laut einer Meldung von CNet gelangte ein Freischalt-Code für Windows Server 2003, zwei Wochen vor dem geplanten Release am 24. April, im Internet in Umlauf und sorgt für Aufregung und Nachforschungen beim Softwarekonzern.

Ein fataler Fehler

Der Keycode, der nun im Internet zu finden ist, könnte ein fataler Fehler und "teurer Spaß" für Microsoft werden. Immerhin ist so eine regelrechte Massen-Piraterie zu erwarten. Laut CNet meldete bestätigte ein Microsoft-Sprecher das Auftauchen des Schlüssels und kündigte Nachforschungen von Seiten des Unternehmens an. Allem Anschein nach, dürfte der Schlüssel von einem Unternehmen, dass das Volume-Licensing-Program nutzt, seinen Weg ins Internet gefunden haben. Ersten Internet-Gerüchten zufolge, soll es sich bei dem Schlüssel um einen so genannten "3-in-1"-Code handeln – dies würde bedeuten, dass der Code für drei verschiedene Version von Windows Server 2003 zu nutzen wäre.

Produktaktivierung greift nicht

Sollte es sich tatsächlich um einen Schlüssel eines Volume-Licensing-Kunden handeln, so dürften die Probleme noch größer als bei "normalen" gestohlenen Schlüsseln sein. Im Gegensatz zur Business-Software müssen Privat-Anwender ihre Software zunächst mit dem Schlüssel starten und dann via Produktaktivierung freischalten lassen – dies soll verhindern, dass raubkopierte Software sich auf mehreren Rechnern verbreitet. Bei Kunden des Volume-Licensing-Programs gibt es aber keine Produkt-Aktivierung, da diese schnell und möglichst unkompliziert die Software auf mehreren Rechnern installieren und nutzen können sollen. Sollte also ein solcher Schlüssel an die Öffentlichkeit gelang sein, würden sich damit uneingeschränkt viele Kopien der Server-Software freischalten lassen. Microsoft bliebe in diesem Fall nur eine ähnliche Vorgehensweise wie bei dem Windows XP Service Pack 1 – ein Update zur Software mit einem zusätzlichen Schutz, das raubkopierte Software von weiteren Updates und Service Packs ausschließen würde.(red)

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