Open BSD und die U.S. Army

8. April 2003, 10:21
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Das auf Sicherheit optimierte Unix-OS erhält Millionen Förderungen der US-amerikanischen Militärs

Die Entwickler wie auch die User des auf Sicherheit optimierten Unix-Betriebssystems OpenBSD dürfen sich über zwei Millionen Dollar an neuen Entwicklungsgeldern und den damit einhergehenden Innovationen freuen - einziger Wehmutstropfen - das Geld kommt von den US-Militärs.

Schutz vor Cyberterroristen

OpenBSD stellt in den Augen des - für Forschung und Entwicklung in der US-Armee zuständigen - U.S. Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), das für die Bereitstellung des Geldes verantwortlih zeichnet, eine wirksame Möglichkeit dar, den verstärkten Angriffen von Cyberterroristen Einhalt zu gebieten. Für den Chef-Entwickler von OpenBSD, Theo de Raadt, hat dieses Vorgehen jedoch einen bitteren Beigeschmack.

"Ich fühle mich nicht sehr wohl"

In einem Interview mit www.globetechnology.com nimmt de Raadt zu den neuesten Entwicklungen Stellung und wird zitiert mit den Worten: "Ich fühle mich mit den derzeitigen Entwicklungen nicht sehr wohl. Auch wenn uns die Geldgeber nicht vorschreiben können, was mit dem Geld zu geschehen hat. Wir machen einfach weiter was wir auch bisher gemacht haben - sicherere Software. Ich versuche mir einzureden, dass unsere Bemühungen helfen, dass in Zukunft weniger Cruise Missiles gebaut werden müssen".

Lob für OpenBSD

"Wir sind überzeugt, dass OpenBSD die beste Plattform für zukünftige sicherere Open Source-Anwendungen darstellt", so Jonathan Smith, IT-Professor an der University of Pennsylvania. Da die DARPA keine Unternehmen außerhalb der USA fördern darf, floss das Geld über Smith zum OpenBSD-Projekt.

Sichere Software

Auch kommerzielle Anbieter - wie etwa Microsoft - haben in den letzten Jahren ihre Bemühungen verstärkt sicherere Software auf den Markt zu bringen. "Unsere Hauptprobleme sind schlechte Code-Qualität und schlampige Programmierer, die das Framework in dem sie arbeiten nicht verstehen", so de Raadt im Interview. Durch die Förderungen des DARPA kann das OpenBSD-Projekt vier neue Vollzeit-Programmierer anstellen, die die Arbeit von rund 80 Freiwilligen unterstützen. "Wir machen nichts für sie. Sie unterstützen uns, damit wir das tun können, was wir wollen", so de Raadt zur Cause DARPA.

Nächste Version von OpenBSD

Am 1. Mai soll laut de Raadt die neueste Version von OpenBSD erhältlich sein. OpenBSD 3.3 soll dann mit zahlreichen Verbesserungen und neuen Features auf den Markt kommen und das Thema Sicherheit wieder zum Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit gemacht haben.(red)

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