Ex-Hacker Kevin Mitnick sieht Gefahr für persönliche Daten

8. April 2003, 09:45
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Firmen sollen Daten ihrer Kunden besser schützen - Millionen Kreditkartennummer gestohlen

Ex-Hacker Kevin Mitnick hat jetzt vor einem US-Kongress-Ausschuss eindringlich einen besseren Schutz für die persönlichen Daten von Kunden in Computernetzen gefordert. Viele Angriffe auf Firmen, die auch finanzielle Daten speicherten, blieben wegen mangelnder Sicherheit wohl unentdeckt, erklärte Mitnick, der wegen Einbrüchen in die Rechner von unter anderem Motorola, Novell, Nokia, Sun Microsystem und der Universität von Kalifornien fünf Jahre im Gefängnis saß und dessen Bewährungszeit erst im Jänner endete.

Millionen Daten gestohlen

Mit der Anhörung, bei der Mitnick und andere Experten befragt wurden, reagierten zwei Unterausschüsse des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses auf drei Vorfälle, bei denen in jüngster Zeit Millionen von Daten gestohlen wurden. Wenn nicht alles getan werde, um die Sicherheit der Kundendaten zu verbessern, dann würden die Verbraucher schnell das Vertrauen in das Finanzsystem verlieren, erklärte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Michael Oxley. Datendiebstahl koste die US-Wirtschaft jedes Jahr 400 Millionen Dollar (378 Mill. Euro), erklärte er.

"Die bösen Jungs"

"Die bösen Jungs suchen immer nach der schwächsten Stelle im Sicherheitssystem", erklärte Mitnick. In den drei Fällen, lag diese jedes Mal woanders. Bei Teledata Communications in New York hatte ein Angestellter Passwörter zu Kundendaten verkauft, mehr als 30.000 Menschen waren betroffen, der Schaden wurde auf 2,7 Millionen Dollar (2,55 Mill. Euro) geschätzt. In Phoenix in Arizona brachen Diebe in die Büros einer Versicherung ein und stahlen aus den Computer die Festplatten, auf denen die Sozialversicherungsnummern und andere Daten von mehr als 560.000 US-Soldaten gespeichert waren. Im vergangenen Monat brachen Hacker in die Rechner von Data Processor ein, einer Firma, die die Datenbestände von mehreren Versandfirmen verwaltet. Die Diebe sollen Zugriff auf mehr als zehn Millionen Kreditkartennummern gehabt haben.(APA/AP)

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