"Dividende gibt es später"

8. April 2003, 18:49
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RHI vertröstet Aktionäre - Turnaround 2002 gelungen - Schuldenabbau - mit Infografik

Wien - Die auf extrem hitzebeständige Materialien für die Glas-, Stahl- und Zementindustrie spezialisierte RHI AG hat nach dem Katastrophenjahr 2001 den Weg zurück in die schwarzen Zahlen gefunden, die Aktionäre müssen sich mit einer Gewinnausschüttung aber gedulden. "Eine Dividende gibt es später; jetzt wollen wir das Geld in die Verbesserung der Eigenkapitalstruktur stecken", sagte RHI-Vorstandschef Helmut Draxler bei der Bilanzpräsentation am Dienstag.

Draxler begründete dies damit, dass bei Ausschüttung einer Dividende der dreifache Betrag beim zinsenfreien Mezzaninkapital rückzuführen sei. Dies wäre nicht im Interesse der Aktionäre. RHI würde erst um das Jahr 2007 herum, wenn das Mezzaninkapital in Höhe von 400 Mio. Euro fällig wird, an Dividendenzahlungen denken. Die RHI-Aktie notierte zuletzt mit 8,33 (8,18) Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Wertpapier damit 13,3 Prozent im Plus.

Konzentration auf das Kerngeschäft<7b>

Die im Vorjahr vorangetriebene Konzentration auf das Kerngeschäft Feuerfest, wo RHI Eigenangaben zufolge Weltmarktführer ist, sei mit eine Ursache für den gelungenen Turnaround gewesen. Ein weiterer Grund sei gewesen, "dass die Banken uns über die Wandelanleihe relativ billiges Kapital zur Verfügung gestellt haben und dass wir mit der Abspaltung unserer US-Töchter auch andere Altlasten mit entsorgt haben", sagte Finanzvorstand Franz Zehetner.

RHI hat im Vorjahr bei einem Konzernumsatz von 1,35 (1,87) Mrd. Euro sein Ergebnis (Ebit) auf 85,2 Mio. Euro verbessert, nach einem Verlust von 114,3 Mio. Euro 2001. Heuer erwartet Draxler "zumindest ein Ergebnis auf Vorjahresniveau".

Bankenverbindlichkeiten halbiert

Die Bankverbindlichkeiten wurden auf 300 Mio. Euro halbiert. 90 Mio. Euro davon stammten aus Rückflüssen von Vorbesitzern der US-Töchter. Diese Gesellschaften wurden wegen Asbestklagen unter Gläubigerschutz (Chapter 11) gestellt. Heuer will RHI die Bankschulden um weitere 50 Mio. Euro reduzieren.

Für den Geschäftsbereich Dämmen gebe es derzeit keine Verkaufsabsicht, hieß es. Verabschieden wolle man sich hingegen von den Isoliertöchtern Villas Austria GmbH und Villas Hungaria Kft, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. Diese beschäftigen zusammen rund 300 Mitarbeiter. (stro, DER STANDARD, Printausgabe 9.4.2003)

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    RHI-Chef Helmut Draxler will die Eigenkapitalstruktur des Konzerns verbessern.

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    RHI Bilanz 2002 - Grafik zum Vergrößern anklicken.

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