Diskette mit fünfmal mehr Speicher als DVD

7. April 2003, 20:10
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Das Blaue Licht aus Japans Hinterland

Heimkino ohne Unterbrechung verspricht Sony mit dem neuen "Blu-Ray-Disc-Recorder", der am 10. April in Japan auf den Markt kommt. Mehr als 27 Gigabyte an Daten oder fünfmal so viel wie auf einer herkömmlichen DVD lassen sich mit diesem Gerät auf einer Diskette speichern.

Von einem Tüftler entwickelt

Die bahnbrechende Technologie wurde nicht in einem Forschungslabor eines führenden japanischen Elektronikriesen entwickelt, sondern von einem Tüftler der Firma Nichia in Tokushima auf der abgelegenen Insel Shikoku im Süden Japans. Das Unternehmen erlebte in den vergangenen sieben Jahren eine stürmische Entwicklung.

Dichter

Der Auslöser dafür war ein Forschungserfolg des Tüftlers Shuji Nakamura. Der Physiker brachte 1995 die erste blaue Laserdiode zum Strahlen. In der optoelektronischen Industrie galt dies als eine der wichtigsten Erfindungen der vergangenen zwanzig Jahre und eröffnete den Weg zur industriellen Produktion des blauen Lasers. Die deutlich kürzere Wellenlänge des blauen Lichts gegenüber dem herkömmlichen roten Laser erlaubt es, Daten auf optischen Speichermedien dichter zu packen.

Sieben Jahre

Obwohl die Fachwelt den Durchbruch Nakamuras enthusiastisch aufnahm, dauerte es weitere sieben Jahre bis zur Lancierung des ersten Disc-Recorders. Ein Hauptgrund für die Verzögerung war ein Patentstreit zwischen Nichia und Nakamura, der erst in den nächsten Monaten beigelegt werden kann. Nakamura hatte nur eine Abfindung von rund 160 Euro für seine Entwicklung bekommen; nach Abschluss des Verfahrens dürfte er rund drei Mio. Euro erhalten. (André Kunz aus Tokushima, DER STANDARD Printausgabe, 8. April 2003)

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