New Yorker Mafia-Boss spielte jahrelang verrückt

7. April 2003, 19:44
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Gigante drückte sich durch vorgetäuschte Krankheit vor Haft

New York - Geradezu filmreif hat sich der New Yorker Mafia-Boss Vincent Gigante über Jahre vor seiner Verhaftung gedrückt: Vor Gericht im Stadtteil Brooklyn gab der 75-Jährige am Montag zu, dass er jahrelang eine psychische Krankheit vorgetäuscht habe, um einer Verurteilung zu entgehen.

"Ja, Euer Ehren", gestand der als Vincent "Das Kinn" bekannte Mafioso der Richterin - er habe seine Ärzte vorsätzlich getäuscht. Sehr zur Freude der New Yorker Boulevard-Presse, die regelmäßig darüber berichtet hatte, wie Gigante im Pyjama durch sein Viertel lief und so tat, als wisse er nicht, wo er sei.

Nackt unter der Dusche

Ein anderes Mal wollte die Polizei ihn verhaften und fand ihn nackt unter der Dusche, mit einem Regenschirm als Schutz. Durch sein Geständnis konnte der Mafia-Boss weitere 20 Jahre Haft vermeiden, die ihm gedroht hatten - stattdessen wird seine derzeitige Strafe nur um drei Jahre verlängert.

In einem sehr ähnlichen Szenario war unlängst Hollywood-Star Robert de Niro im Kino zu sehen: Der Schauspieler gab in "Reine Nervensache 2" von Harold Ramis einen Mafia-Boss, der im Gefängnis buchstäblich verrückt spielt, um möglichst bald entlassen zu werden. (APA/AFP)

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