Ein Ort, an dem die Liebe nichts taugt

7. April 2003, 19:48
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Das Theater Brett spielt "Guter Gott von Manhattan" von Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann auf der Bühne ist schwierig. Dass ihr Guter Gott von Manhattan in einer kleinen Bühne überhaupt zu walten vermag, verdankt sich im Theater Brett dem Umstand, dass die Inszenierung totfinster gehalten wird. Das 1959 mit dem renommierten Preis der Kriegsblinden ausgezeichnete Hörspiel (in dem der Liebe eines durch New York irrenden Paares von Anfang an der Tod eingeschrieben ist) inszeniert Nika Brettschneider als schwarze Tapete, die mittels Triology-Klängen ("Spiel mir das Lied vom Tod") manchmal zum Schwingen gebracht wird. Gott und Richter sitzen durchgehend im Bühnenvordergrund, während Jakub Kavin und Kerstin Raunig als Jan und Jennifer - Bühnenpodest bergauf und bergab - Hotelbetten probieren (manchmal peinlich). Details wirken lapidar: Liftfahrten, deren Stopp durch ein Nachwippen angedeutet wird. Das wirkt amateurhaft. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 8.4.2003)

Theater Brett

1060 Wien
Münzwardeingasse 2
01/587 06 63
Bis 17. 5., 20 Uhr
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