Mehr statt weniger Naturwissenschaften

7. April 2003, 19:15
1 Posting

Physiker für "Überdenken der Schulreform"

Wien - Ein Überdenken der geplanten Kürzungen bei naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern in den Schulen forderte die Österreichische Physikalische Gesellschaft (ÖPG) in einer Pressekonferenz. Viele Bereiche des täglichen Lebens seien ohne ein Fundament an Wissen in Physik oder Mathematik einfach nicht zu durchschauen, sagte Hannspeter Winter von der Technischen Uni (TU) Wien.

Für Peter Krempl von der High-Tech-Motorenschmiede AVL in Graz ist sogar der Wirtschaftsstandort Österreich gefährdet. Gebe es doch schon jetzt zu wenig Absolventen technisch-naturwissenschaftlicher Studien in Österreich. TU-Wien-Rektor Peter Skalicky wünscht sich mehr Physik, dafür könnten "enzyklopädische Fächer" wie etwa Geschichte, Geographie, aber auch Latein oder Sport eingeschränkt werden: "Heute betreiben die meisten Menschen ohnehin Sport, gehen ins Theater, lesen Literatur, aber wer kann schon die Funktionsweise einer Armbanduhr erklären", so Skalicky.

Eine Argumentation mit falschen Zahlen werfen indessen die (schwarzen) Lehrergewerkschafter dem Bildungsressort vor. Bei der Studie über die Unterrichtsbelastung der Schüler seien "Maximalzahlen" angenommen und Feiertage sowie Ferien eingerechnet worden. Die Standesvertreter fordern kleinere Klassen und mehr Fördermaßnahmen.

"Keinen Spielraum" erkennen die steirischen BMHS-Gewerkschafter für die geplanten Stundenreduktionen in den Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen. Sie halten Stundenkürzungen für "unverantwortlich". (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 4. 2003)

Share if you care.