Elektronischer Dienstausweis beim Roten Kreuz

7. April 2003, 16:44
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Die Landesverbände sind an dem europaweit einzigartigen System interessiert

Salzburg - Das Rote Kreuz Salzburg führt einen elektronischen Dienstausweis ein. Das soll vor allem bei Großereignissen Vorteile bringen, weil damit alle verfügbaren Helfer in Sekundenschnelle erfasst und ihrer jeweiligen Ausbildung entsprechend eingesetzt werden können.

Es ist das ein europaweit einzigartiges Projekt, an dem schon fünf weitere Landesverbände große Interesse bekundet haben, wie am Montag Salzburgs Landesrettungskommandant Gerhard Huber bei einem Pressegespräch mitteilte.

Auslöser war Kaprun

Auslöser für das neue "Elektronische Mitarbeiterdatenerfassungs- und Informationssystem" (EMDIS) war die Seilbahnkatastrophe von Kaprun am 11. November 2000, bei der 155 Menschen ums Leben gekommen waren. Innerhalb einer Stunde seien dreihundert Mitarbeiter am Unglücksort gewesen, so Huber.

Die notwendige Registrierung habe pro Helfer etwa sechzig Sekunden gedauert. Mit den Chipkarten wird das in wenigen Sekunden erledigt. Zudem wisse der Einsatzleiter dann sofort, wie viele Notärzte, Sanitäter und so weiter vor Ort sind.

Elektronische Dokumentation

Weitere Vorteile von EMDIS: Die Ausbildung der 2.150 Mitarbeiter wird elektronisch dokumentiert. Jedem Kursteilnehmer werde eine abgeschlossene Prüfung sofort auf die Karte gespeichert. Zusätzlich diene das System auch zur Zeiterfassung. Bei Großeinsätzen, wie dem Hochwasser im Sommer 2002, könne sichergestellt werden, dass Mitarbeiter nach acht Stunden abgelöst werden, so Huber.

Landesverbände interessiert

Entwickelt wurde das System vom Roten Kreuz gemeinsam mit der Salzburg AG, die die Vernetzung der Dienststellen ermöglichte, der bei elektronischen Zutrittsystem weltweit führenden Firma Skidata aus Grödig bei Salzburg und der Johannes-Kepler-Universität Linz. Die Entwicklungskosten schätzte Huber auf 300.000 bis 400.000 Euro ein. Fünf Landesverbände hätten mittlerweile großes Interesse an EMDIS bekundet.

Im Jahr 2002 haben die freiwilligen Helfer des Roten Kreuz Salzburg 605.000 Dienststunden geleistet. Alle drei Minuten ist ein Wagen des Roten Kreuzes ausgerückt. Die 133 Fahrzeuge haben dabei in Summe 4,941 Millionen Kilometer zurückgelegt. (APA)

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